dimanche, 10 février 2008

Aldi baut, Lidl wartet ab

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Aldi baut, Lidl wartet ab


Es ist erklärte Strategie von Aldi und Lidl, in der Schweiz zum Nahversorger im Discountbereich zu werden. Im See- und Sensebezirk sind sie ihrem Anliegen ein grosses Stück näher gekommen. Im Merlachfeld, das nahe bei Murten, jedoch auf dem Gemeindegebiet von Gurwolf liegt, haben beide eine Baubewilligung erhalten.

Sechs Monate Bauzeit

Aldi will in Gurwolf noch im Frühling mit dem Bau beginnen, wie Aldi-Pressesprecher Sven Bradke bestätigt. Nach etwa sechs Monaten Bauzeit soll die Filiale fertig gestellt sein und auf Herbst 2008 eröffnet werden. Aldi geht dabei in der gesamten Schweiz nach dem immer gleichen Schema vor. Geplant werden rund 1000 Quadratmeter ebenerdige Verkaufsfläche pro Verkaufseinheit, wofür jeweils zwischen 12 und 15 Personen angestellt werden.

Bewilligung erwartet

In der gleichen Grössenordnung wird Aldi auch an der Murtenstrasse in Düdingen, zwischen der Firma Cewag und der Autobahnunterführung in Richtung Schiffenen, bauen. Zwar steht die Baubewilligung noch aus, dürfte aber demnächst erteilt werden. Laut dem Oberamtmann des Sensebezirks, Nicolas Bürgisser, «ist das Gesuch problemlos».

Bezüglich Aldi gab in Düdingen die Verkehrserschliessung beim Warpel-Kreisel zu reden. Den Löwenanteil der gesamten Baukosten von 670000 Franken übernimmt Aldi. Die Gemeindeversammlung Düdingen genehmigte im Oktober einen Kredit von 160000 Franken. Weitere Beiträge werden laut Bürgisser vom Kanton und in geringer Höhe von Dritten geleistet. Einsprachen gegen das Baugesuch Aldis seien keine eingegangen, erklärt die Düdinger Gemeindepräsidentin, Hildegard Hodel-Bruhin. «Aldi will nach Erhalt der Baubewilligung sofort mit dem Bau beginnen», erklärt sie.

Lidl gibt sich wortkarg

Im Gegensatz zu Aldi gibt sich Lidl zugeknöpft über das Vorgehen an den einzelnen Standorten. In Düdingen will Lidl an der Industriestrasse zwischen der Firma Düdal und der Garage Fasel bauen. Laut Hildegard Hodel teilte Lidl mit, man wolle mit dem Bau noch zuwarten. Dasselbe gilt für die geplante Filiale in Gurwolf, direkt neben Aldi auf der anderen Seite der Kantonsstrasse Murten–Avenches. Laut Walter Zürcher, Gemeindepräsident von Merlach, das Lidl seinen Grund auf dem Terrain der Gemeinde Gurwolf verkauft hat, soll frühestens 2009 mit dem Bau begonnen werden.

Verantwortlich für die Verzögerungen dürften die Schwierigkeiten Lidls mit den geplanten Verteilzentren sein. «Die Eröffnung der beiden Filialen ist abhängig von der Eröffnung des Warenverteilzentrums in Weinfelden», erklärt das Unternehmen auf Anfrage bloss.

Tatsächlich scheint Aldi seinen Vorsprung in der Westschweiz ausbauen zu können. Während das 100 Millionen teure Verteilzentrum Aldis in Domdidier seinen Betrieb Ende 2008 aufnehmen wird, hat Lidl für sein Zentrum in Sévaz, das die Westschweiz versorgen soll, noch keine Baubewilligung. Wie Lidls Ingenieur François Dreyfus ausführt, liegt das Dossier noch beim Kanton. «Aus verkehrstechnischen Gründen sind Einsprachen von Einwohnern aus Bussy und der Gemeinde Bussy eingegangen.» Dreyfus glaubt, dennoch Ende 2008 oder zu Beginn 2009 mit dem Bau beginnen zu können.

1 commentaire:

Jens a dit…

Ich hatte mal gehört, dass Aldi in der Schweiz nicht so richtig Fuß fassen konnte, aber vielleicht war das auch eine etwas beschränkte Sicht. Bin wirklich mal gespannt, ob Lidl es dort schafft. Bislang waren die ja in ganz Europa sehr erfolgreich außer im Baltikum, warum auch immer, aber die Schweiz ist ja doch nochmal ein anderes Pflaster...