dimanche 16 août 2009

Cola Zero schlägt Light



Cola Zero schlägt Light

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Bild: Bruno Arnold

Das als «Männergetränk» lancierte zuckerfreie Coca-Cola Zero kommt auch bei Frauen gut an. Zu gut - denn die Light-Variante von Cola schwächelt. Der Gesamtmarkt legt dagegen zu.

Es ist eine der erfolgreichsten Neulancierungen überhaupt: Gut zwei Jahre nach dem Verkaufsstart wird in der Schweiz mehr Coca-Cola Zero getrunken als das bereits seit Jahrzehnten erhältliche Coca-Cola Light. Während im Juli 2007 der Marktanteil des neuen Cola Zero 7% betrug, stieg dieser Wert nach Informationen der «Handelszeitung» im Juli 2009 auf über 10%. Das geht aus einer Erhebung von AC Nielsen hervor.
Gerade umgekehrt verlief die Entwicklung bei Cola Light: Dort sank der Marktanteil unter die Marke von 10%. Weitgehend konstant verlaufen dagegen die Verkäufe des Cola-Klassikers «Regular»: Innert zweier Jahre veränderte sich der Marktanteil von 25% kaum.
Bei Coca-Cola Schweiz will man die Verkaufszahlen nicht kommentieren. Gemäss Firmenpolitik würden keine Details zu den einzelnen Produkten bekannt gegeben, heisst es. Bei Coop, dem schweizweit wichtigsten Detailhandelskanal für Coca-Cola, bestätigt Sprecherin Susanne Sugimoto: «Bei den Cola-Verkäufen ist die Reihenfolge: ‹Classic› vor ‹Zero› und ‹Light›.» Die Migros verkauft kein Coca-Cola, sondern setzt auf Konkurrent Pepsi.

Coca-Cola Light unter Druck

Die Marktentwicklung zeigt einerseits: Durch das neue Cola Zero fand nicht einfach nur eine Kannibalisierung der bisherigen Cola-Linien statt. Es gab eine Mengenausweitung. Dies aber auch, weil in den letzten Monaten mit Aldi und Lidl Discounter mit Cola-Imitationen auf den Markt gedrängt sind. Auch Coop bietet nebst dem «richtigen» Coca-Cola eine Eigenmarke an, ebenso Discounter Denner. «Die Einführung der Coop-Eigenmarke hatte keinen negativen Einfluss auf die Marke Coca-Cola. Wir konnten in den letzten Jahren die Umsätze auf dem Cola-Segment kontinuierlich steigern», so Sugimoto.
Allerdings: Offenbar gerät das Cola Light doch stärker unter Druck, als die Verantwortlichen geplant hatten. Vorgesehen war, mit der Zero-Variante eine (fast) kalorienfreie Variante vor allem für linienbewusste Männer zu lancieren. Wie Coca-Cola Light enthält Zero keinen (eben «zero») Zucker und daher kaum Kalorien, dafür aber Süssstoff.
Laut Hersteller unterscheiden sich beide Produkte ausschliesslich im Geschmack: Coke Zero schmecke «fast wie die klassische Coca-Cola», während Coca-Cola Light einen «eigenen einzigartigen Geschmack» habe.
Dieser «einzigartige» Geschmack ist vor allem für Frauen bestimmt. Seit seinem Start in den 80er-Jahren gilt Cola Light als «Frauengetränk». Doch nun haben ganz offensichtlich nicht nur Männer, sondern auch bisherige Light-Trinkerinnen auf die Zero-Variante gewechselt.

Männer-Wahl und Stöckelschuhe

Kein Wunder, versucht Coca-Cola nun, die Verkäufe ihrer Light-Variante anzukurbeln. Angepeilt werden klar die Frauen. Explizit wird auf der Cola-Light-Website beispielsweise von Kundinnen gesprochen. Diesen Frühling wurden dann Schuhliebhaberinnen aufgefordert, kreative Fotos oder Collagen zum Thema Schuhe zu gestalten. Die Gewinnerin konnte mitsamt Freundin nach London fliegen und dort Stöckelschuh-Designer Manolo Blahnik persönlich treffen. Ebenfalls auf die jüngere, weibliche Klientel zielt die Wahl des «Coca-Cola Light Man» ab, der im Internet erkoren wird.
Klar ist: Das Unternehmen Coca-Cola sieht sich nach der Zero-Lancierung mit einem Phänomen konfrontiert, das bereits vielen Marken widerfahren ist. Während es schwierig ist, ein Produkt für Frauen auch an den Mann zu bringen, gelingt es im gegenteiligen Fall meist mühelos. Ob die Light-Variante neben dem Zero wieder zur alten Blüte zurückfindet, muss sich zeigen.

Eistee wieder gefragt

Dank der Zero-Variante wird nicht nur mehr Cola getrunken. Süssgetränke legen derzeit ganz generell zu und das trotz mässigem Sommerwetter. Gemäss neuesten Zahlen der Marktforscher von AC Nielsen wurden per Mitte Jahr gut 429 Mio l Süssgetränke konsumiert. In der Vorjahresperiode waren es erst 416 Mio l gewesen, 2007 sogar erst knappe 414 Mio l (siehe Tabelle).
Sogar Eistee ist wieder gefragt: Das Trendgetränk der 90er-Jahre ist mit 130 Mio l wieder in. Im Vorjahr lag der Absatz noch bei 122 Mio l. Die Delle in den 90er-Jahren, als das einstige Kultgetränk an Beliebtheit verlor, scheint überwunden. Das grösste Wachstum verzeichnet in der Schweiz jedoch nach wie vor der Bereich Energy Drinks. Ähnlich wie beim Eistee gingen viele Marktbeobachter bei den Energy Drinks von einer kurzzeitigen Welle aus. Der jahrelange Erfolg beweist nun aber das Gegenteil. Und: Auch im Bereich Energy Drinks findet, ähnlich wie beim Coca-Cola, durch die zahlreiche Eigen- und Billigmarken des Handels eine Mengenausweitung im Markt statt.

mardi 4 août 2009

Innenpolitik: Neue Gesetze zu Telefonwerbung und Anlegerschutz - Deutschland - FOCUS Online

Neue Gesetze zu Telefonwerbung und Anlegerschutz


Mehr Schutz vor Telefonwerbung, eine bessere Beratung von Anlegern und strengere Regeln für Managergehälter – in dieser Woche treten gleich mehrere Gesetze in Kraft, die Bundestag und Bundesrat in den vergangenen Monaten beschlossen hatten.
Innenpolitik - Neue Gesetze zu Telefonwerbung und Anlegerschutz
dpa
Ein Call-Center-Mitarbeiter an seinem Arbeitsplatz. Verbraucher werden künftig besser vor lästiger Telefonwerbung geschützt.
Im Gegensatz zu anderen Gesetzen, die ab einem bestimmten Termin gelten, war hier festgelegt worden, dass die Gesetze „am Tag nach der Verkündung“ in Kraft treten. Entscheidend hierfür ist die Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt.

So gilt von diesem Dienstag an ein neues Gesetz gegen lästige Telefonwerbung. Bei unerwünschten Werbeanrufen drohen künftig Bußgelder von bis zu 50 000 Euro. Callcenter dürfen ihre Rufnummer nicht mehr unterdrücken, und Verbraucher können leichter aus telefonisch abgeschlossenen Verträgen wieder aussteigen. Ebenfalls am Dienstag tritt ein neues Anti-Terror-Gesetz in Kraft, das die Ausbildung in sogenannten Terrorcamps unter Strafe stellt. Darüber hinaus werden Absprachen in Strafprozessen – sogenannte Deals – auf eine gesetzliche Grundlage gestellt.
Von Mittwoch an gilt dann ein verbesserter Anlegerschutz. Bankberater müssen ihre Kundengespräche in Zukunft umfassend protokollieren, damit Anleger eine falsche oder schlechte Beratung leichter nachweisen können. Zudem werden die Verjährungsfristen bei Schadenersatzansprüchen verlängert. Gleichzeitig treten schärfere Regeln für Manager in Kraft, mit denen überzogenen Bonuszahlungen ein Riegel vorgeschoben werden soll. Zudem müssen die Manager bei eventuellen Fehlern für einen Teil des Schadens aufkommen.
dpa

- Mehr Schutz gegen Telefonwerbung - Nachrichten - sueddeutsche.de

Mehr Schutz gegen Telefonwerbung

Von Caspar Dohmen

Düsseldorf - Bürger sind ab sofort besser gegen lästige Werbeanrufe und vor telefonisch untergeschobenen Verträgen geschützt. Dafür sorgt die Bundesregierung mit dem geänderten Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb, das ab diesem Dienstag gilt. Zwar durften Firmen schon bisher Bürger nicht ohne deren Einwilligung zu Werbezwecken anrufen. Doch sie konnten sich darauf berufen, dass der Angerufene nachträglich oder bei anderer Gelegenheit zugestimmt hatte. Häufig war dies der Fall, weil Verbraucher bei Gewinnspielen das Kleingedruckte übersehen hatten.

Damit ist nun Schluss. Telefonisch werben dürfen Unternehmen nur noch, wenn der Angerufene zugestimmt hat. Bei einigen Unternehmen wie der Deutschen Telekom ist dies schon lange Brauch. Außerdem darf ein Werbetreibender die Rufnummer nicht mehr unterdrücken. Diese Praxis erschwerte es den Betroffenen, sich gegen lästige Anrufer zu wehren. Verbraucher können Verträge über die Lieferung von Zeitungen, Zeitschriften und Illustrierten sowie über Wett- und Lotterie-Dienstleistungen nun ebenso widerrufen, wie sie es heute schon bei allen anderen telefonisch abgeschlossenen Verträgen können.

Beschweren können sich Verbraucher bei der Bundesnetzagentur. Wer sich an die Behörde wendet, sollte bestimmte Informationen parat haben, beispielsweise Datum und Uhrzeit des Anrufs oder Namen und Rufnummer des Anrufers sowie den Zweck des Anrufs. Nur mit detaillierten Verbraucherbeschwerden könne die Bundesnetzagentur gegen die Verstöße vorgehen, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, der die Verbraucher grundsätzlich zur Vorsicht mahnt: "Seien Sie im Alltag sparsam und vorsichtig im Umgang mit Ihren Daten, insbesondere bei der Angabe ihrer Telefonnummer."

Im Jahr 2008 ist die Zahl der Beschwerden bei der Bundesnetzagentur wegen Rufnummernmissbrauchs auf 59 509 hochgeschnellt. Ein Jahr zuvor waren es nur 36 827 gewesen. Künftig kann die Bundesnetzagentur unerlaubte Telefonwerbung mit Geldbußen von bis zu 50 000 Euro ahnden. Vorher waren bei dem Vergehen keine Strafen vorgesehen. Kurth kündigte ein hartes Vorgehen an: "Einen Wettbewerbsvorsprung durch Rechtsbruch werden wir nicht tolerieren", sagte er.

dimanche 2 août 2009

Es muss nicht immer Google sein

Schneller und schlauer: Alternativen zur grössten Suchmaschine der Welt

Von David Bauer

Google-Killer sind die Yetis des Internets. Tausendfach beschrieben, nie gesichtet. Was immer in den letzten Jahren als potenzieller Widersacher der mächtigsten Suchmaschine der Welt auftauchte, schrumpfte schnell auf Normalmass. Daran dürfte auch die neue Allianz von Microsoft und Yahoo wenig ändern. Die Nummern zwei und drei haben sich zuletzt nur gegenseitig Marktanteile strittig gemacht. Weltweit laufen gemäss Net Applications vier von fünf Suchanfragen über Google, Tendenz steigend, nicht fallend.

Als Allrounder-Suchmaschine ist Google nicht beizukommen. In Nischen aber fährt man mit Alternativen oft besser. Denn wer wie Google stets das grosse Ganze im Blick haben muss, hat nicht für jedes Detail einen geschärften Blick. Wie ein Zehnkämpfer nicht gleichzeitig der beste Sprinter sein kann.

Gerade Sprinter sind zunehmend gefragt. Die wichtigste Entwicklung im Bereich der Internetsuche ist diejenige hin zur Echtzeitsuche. Bisher waren Suchmaschinen darauf ausgerichtet, unser kollektives Gedächtnis zu durchsuchen. Das Web im Jahr 2009, in dem sich Neuigkeiten rasend schnell verbreiten, verlangt nach neuen Suchmaschinen. Solchen, die den reissenden Informationsfluss in Bahnen lenken können. Damit die Frage beantwortet werden kann, um die sich nach Schätzungen von Suchmaschinenexperten dreissig bis vierzig Prozent aller Suchanfragen drehen: Was passiert gerade?

Als die Meldung von Michael Jacksons Herzstillstand im Netz die Runde machte, dauerte es zweieinhalb Stunden, bis sie auch via Google zu finden war. Eine Ewigkeit. «Wir haben die Echtzeitsuche noch nicht im Griff,» gab Google-Chef Larry Page an einer Konferenz im Mai zu. «Ich habe unseren Suchexperten schon vor einiger Zeit gesagt, dass wir Suchresultate für jede Sekunde brauchen. Sie haben mich ausgelacht.»

Andere sind bereits da, wo Google hin will - weil sie sich nur auf die Echtzeitsuche konzentrieren und so viel weniger Daten verarbeiten müssen. Suchmaschinen ohne Langzeitgedächtnis, quasi. Dafür immer direkt am Puls des Internets.

Die Suchmaschine One Riot hat dafür einen Algorithmus namens PulseRank entwickelt. Sie durchsucht Dienste wie Twitter oder Digg, auf denen Aktuelles verbreitet wird. Sortiert werden die Ergebnisse danach, wie frisch eine Information ist und wie schnell sie sich verbreitet. Je nachdem, auf welcher Website sie veröffentlicht wurde und welche Personen sie weiterreichen, wird der Information zusätzliche Bedeutung beigemessen. One Riot gelingt es so, Informationen nicht nur in Echtzeit zu sammeln, sondern auch gleich zu gewichten.

Während One Riot einen raschen Überblick über ein Ereignis verschafft, liefert das im Mai lancierte Scoopler den Live-Ticker dazu. Einmal mit einem Stichwort gefüttert, schickt Scoopler die aktuellsten Meldungen aus dem Netz über den Bildschirm, chronologisch geordnet und sofort aktualisiert, wenn es Neues gibt. So lässt sich eine Etappe der Tour de France genauso verfolgen wie Microsofts Ringen um die Zusammenarbeit mit Yahoo.

Die Suche von Twitter eignet sich weniger gut als Live-Ticker, weil die Resultate manuell aktualisiert werden müssen. Dafür ist die Suchmaske differenzierter. So konnte man sich während der Unruhen im Iran beispielsweise nur Kurzmitteilungen vom Ort des Geschehens und in englischer Sprache anzeigen lassen. Twitter will sich verstärkt als Suchmaschine profilieren. Diese Woche wurde die Startseite umgestaltet und kommt nun mit einem prominent platzierten Suchfeld daher.

Gar keine Suchmaschine im eigentlichen Sinne, aber ein ausgezeichneter Web-Seismograph ist Bit.ly. Jeden Tag werden rund sieben Millionen Links mit Bit.ly verkürzt, damit sie in Kurzmitteilungen passen. Wann immer diese Links angeklickt werden, pro Woche über 250 Millionen Mal, registriert dies Bit.ly. Zu jedem Stichwort weiss die Suchmaschine so, welche Websites gerade besonders beliebt sind. Im Herbst will Bit.ly seinen Dienst ausweiten und eine jederzeit aktuelle Übersicht der meistgeklickten Inhalte im Netz anbieten.

Doch nicht nur bei der Suche nach aktuellen Ereignissen gibt es Dienste, die Google übertrumpfen. Andere brillieren in thematischen Nischen. Kayak etwa ist die Suchmaschine der Wahl wenn es an die Reiseplanung geht. Ob Flüge, Hotels oder Mietautos - im Nu sind alle Angebote aufgelistet und der günstigste Tarif gefunden. Wer eine Fluglinie bevorzugt oder eine Budgetobergrenze für das Mietauto hat, kann die Suche entsprechend eingrenzen. Selbst Unentschlossene werden versorgt: Man tippt seinen Startort ein und erhält eine Liste mit aktuell günstigen und beliebten Destinationen Microsofts Bing bietet diese Art der Suche ebenfalls, aber erst für die USA.

Exakte Antworten auf spezifische Fragen

Ein klassischer Yeti war Wolfram Alpha. Vor ihrer Lancierung im Mai hatte die Suchmaschine das Netz in Wallung gebracht. Inzwischen ist klar, dass Wolfram Alpha eine Nische besetzt und Google ergänzt. Die Maschine durchsucht nicht das Netz, sondern spezielle Datenbanken. Ihr Ziel ist nicht, die relevantesten Links zu einem Stichwort zu liefern, sondern exakte Antworten auf spezifische Fragen. Wolfram Alpha ist im Prinzip ein Taschenrechner, der mehr als nur Zahlen beherrscht. Fragt man die Maschine, welches «das fünftgrösste Land» sei, so kriegt man die Antwort ohne Umwege ausgespuckt: Nach Fläche und Einwohner ist es Brasilien, nach dem Bruttoinlandprodukt gerechnet Grossbritannien. Das Wetter am 26. August 1982? Bewölkt, 18 Grad, windstill. Für Informationen, die sich aus Listen und Statistiken kombinieren lassen, ist Wolfram Alpha unschlagbar.

Wer nach einer bestimmten Person sucht, greift am besten auf eine spezialisierte Personensuchmaschine zurück. Das frisch lancierte Pipl schickt sich an, rasch zur Nummer eins zu werden. Für Personen aus der Schweiz taugt allerdings 123People mehr. Kontaktdaten, Profile in sozialen Netzwerken oder Bilder sind schnell ausfindig gemacht. Über die Website lässt sich auch leicht überprüfen, was über einen selber im Netz gespeichert ist.

Google kann zwar alles, aber nicht alles am besten. Hier springen die Nischen-Suchmaschinen ein. Man muss bloss vor dem reflexartigen Googlen daran denken, dass es sie gibt.

Publiziert am 02.08.2009

Hochsaison in der Schweinebucht (Panorama, NZZ Online)

Wildes Treiben im Nudistencamp an der Côte d'Azur


Von David Signer

Die Schweiz hatte dieses Jahr viel zu leiden unter den Blüttlern. Erst die Nacktwanderer im Appenzellerland und dann die Swinger im Tessin, die sich unter die harmlosen FKK-ler an der Melezza mischten und so intensiv vergnügten, dass eine «Füdlipolizei» («Blick») gefordert wurde. Es ist den besorgten Bürgern zu wünschen, dass sie sich nie nach Cap d'Agde verirren.

Dort befindet sich die grösste Nudisten-Zone Europas. Etwa 40 000 Unbekleidete pilgern jeden Sommer ins «Quartier Naturiste». In Cap d'Agde lässt sich im Grossen beobachten, was an der Melezza en miniature geschah: die Unterwanderung der traditionellen FKK-Anhänger durch die frivolen Neo-Nudisten.


Um solch übler Nachrede entgegenzutreten, taten die Naturisten zunehmend so, als sei die sexuelle Funktion der entblössten Genitalien nur eine schamlose Unterstellung. So kamen die klassischen FKK-ler in den Ruf von dünnlippigen Lustfeinden, die Mitgliederzahlen ihrer Vereine schrumpften.

Soziales Todesurteil

Ein herkömmliches FKK-Dorf ist ja etwas vom Prüdesten, das man sich vorstellen kann. Eine sexuelle Re- gung führt zum sozialen Todesurteil. «Nacktheit ist natürlich», plädierten die Anhänger der Freikörperkultur seit hundert Jahren. Sie wehrten sich gegen die Sexualisierung der Nacktheit. Es ging ihnen um Luft, Licht und einen naturgemässen Lebenswandel, wozu oft auch vegetarische Ernährung gehörte. Nicht selten wurden sie jedoch der Heuchelei verdächtigt. Die bekleideten Bürger nahmen an, trotz gegenteiligen Beteuerungen würde es hinter den Zäunen der FKK-Feriensiedlungen orgiastisch zu und her gehen.

Auch in Cap d'Agde gibt es diese Szenen: Männer, nur mit Flipflops bekleidet, die im Spar in der Metzgereiabteilung stehen und die frischen Koteletts begutachten, splitternackte Frauen, die mit einem Baguette zwischen schweissnassen Oberarm und Busen geklemmt nach Hause joggen. Männer unten ohne auf einem Velosattel verbreiten eine gewisse Komik, die Warteschlange von Splitternackten am Selbstbedienungsbuffet kann einem den Appetit verderben, und wenn Nackedeis Pingpong oder Beachvolleyball spielen – ein einziges Baumeln, Hüpfen und Wippen. Diese Art Reformhaus-Nudismus mag amüsant sein; sexy ist er definitiv nicht.

Wie gesagt, auch das gibt es noch in Cap d'Agde. Aber im Prinzip haben die Hedonisten übernommen. Vor allem im Strandabschnitt mit dem schönen Namen «baie des cochons» («Schweinebucht», von deutschen Touristen in «Schweinchenstrand» übersetzt) fühlt man sich wie auf dem Set eines Pornofilms. Solange die Sonne noch brennt, treiben es die Gäste im Meer.

Kein Detail verpassen

Kommt man am Nachmittag an, erkennt man den Schweinchenstrand schon von weitem an den Menschentrauben im Wasser. Es handelt sich dabei nicht um Fischer, die gemeinsam ein Netz an Land ziehen, sondern um Voyeure. Sobald nämlich ein Paar (oder auch gelegentlich mehr als zwei) beginnt, intim zu werden – was in der Hochsaison fast nonstop vorkommt –, strömen die Schaulustigen zusammen und drängeln wie beim Wühltisch im Schlussverkauf, um ja kein Detail zu verpassen.

Meist sagt der Mann am Ende dann höflich «merci», «danke» oder «thank you» zur Frau, und wenn die Performance besonders eindrücklich war, gibt es Applaus. Und schon geht es irgendwo anders weiter.

Neigt sich die Sonne zum Horizont, verschiebt sich die Aktivität zu den Dünen. Dank der unübersehbaren Ansammlung von Voyeuren ist es unmöglich, irgendetwas zu verpassen. Der Rückzug hinter den Strand mag damit zusammenhängen, dass die Polizei bis letztes Jahr Sex unter freiem Himmel noch scharf ahndete. Hoch zu Pferd patrouillierten die Uniformierten und erstickten jedes Feuer, bevor es richtig loderte. Dieses Jahr sind keine Flics zu sehen. Die einzigen Bekleideten sind die Glaceverkäufer und die obligaten Afrikaner mit ihren Sonnenbrillen.

Viele der Nudisten kommen seit Jahren. Meist sind es Ehepaare, die hier dem «échangisme» frönen, dem Partnertausch. Einige der nahtlos gebräunten Gäste sind sehr alt. Eher Cap d'Age als Cap d'Agde. Wie Schildkröten schleppen sie sich über den Sand, auf der Suche nach einem letzten Kick. Es ist unglaublich, wie viele Menschen ihren Körper schmücken. Opa mit Brustwarzenpiercing über dem Schwabbelbauch, Oma ein Drachen-Tattoo auf dem faltigen Rücken.

Sex mit jedem und überall

Eigentlich wollte man es gar nicht so genau wissen, und man fragt sich, was das vielbeschworene Wort «natürlich» eigentlich bedeutet. Postuliert man, Nacktheit sei natürlich, kann man natürlich auch behaupten, öffentlicher Sex sei natürlich. Aber trotz allem beruht der Reiz der Strandorgien nicht auf ihrer Natürlichkeit, sondern auf dem Überschreiten des Normalen, sonst würden ja nicht alle zuschauen. Dieser Reiz des Neuen – Sex mit jedem und überall – nützt sich auffällig rasch ab. Sicher ist Cap d'Agde lustiger als Saudiarabien; aber ganz ohne Grenzen und Geheimnisse wird das Vergnügen bald einmal schal. Auf die Länge könnte einem in der «baie de cochons» der Sex glatt verleiden.

Doch das ist erst das Vorspiel. So richtig wird die Sau nach dem Eindunkeln rausgelassen. Kaum ein Klub, in dem nicht «sexy tenue» vorgeschrieben ist. An Boutiquen mit Leder- und Latex-Outfit mangelt es nicht, und so gleichen die Pirschwege im Naturisten-Quartier nachts einer Mischung aus Street Parade, Rotlichtviertel und Geriatrieabteilung. Die Klubs – nonchalant «discos libertins» genannt – tragen so vielversprechende Namen wie «Histoires d'O» oder «Jeu de Mains» und bieten neben der Tanzfläche oft gleich auch noch Buffet à discrétion, Sauna, Swimmingpool, Reizwäsche-Defilees oder – für die Liebhaber der härteren Gangart – Gangbang und Fesselspiele an.

Letztes Jahr brannten die bekannten Etablissements «Palme Ré» und «Glamour» ab. Heftig wurde spekuliert: War es die Mafia? Ging es um Versicherungsbetrug? Oder war den traditionellen Naturisten der nichtvorhandene Kragen geplatzt? Von den «Nudisten-Mullahs» war in einer Zeitung die Rede, die in Cap d'Agde wieder Zucht und Ordnung à la guter, alter FKK herstellen wollten. Aber dieser Zug dürfte abgefahren sein. Die Klubs wurden längst wiederaufgebaut, noch grösser als vorher. Offiziell handelte es sich bei den Bränden um Unfälle. Daran glaubt selbstredend kein Mensch. Aber die Politiker hüten sich, irgendetwas gegen die Libertins zu sagen. Sie bringen viel Geld. Schon der Zutritt ins Quartier kostet.

Hie und da gibt es schon Kopfschütteln unter der Bevölkerung. Der Taxifahrer spricht vom «Zoo», der Hotelier von einer «Fleischauslage». Gelegentlich kommt es im ersten Strandabschnitt, der mehrheitlich von klassischen FKK-lern mit Kindern frequentiert wird, zu Ordnungsappellen, wenn ein Pärchen allzu zärtlich wird. Oft sind es lustigerweise junge Eltern, die ältere Paare zur Räson rufen mit dem Spruch: «Geht doch bitte zum Schweinchenstrand!» Aber im Prinzip herrscht eine friedliche Stimmung. Nicht umsonst heisst ein Klub «Jardin d'Eden»: Man versucht, eine Idylle, ein Utopia der Toleranz und der Freiheit zu leben. Vor dem Sündenfall.

Ausgerechnet Charles de Gaulle war es, der Ende der sechziger Jahre die touristischen Grossbauten initiierte. Er war es leid, dass all die französischen Sonnenanbeter in den Sommerferien ins Ausland pilgerten. Was würde der gestrenge General wohl sagen, sähe er seine «chers compatriotes» heute am Strand mehrschichtig übereinanderliegen wie Crèmeschnitten oder am Abend mit Kettenhemden oder Latexanzügen, die das freilassen, was Kleider normalerweise im Minimum verbergen, durch die Gassen ziehen?

Ganz zu schweigen von den zwei Frauen, die ein Schild vor sich ausgestellt haben des Inhalts: «Auswahl: Kuss auf die Brüste oder den Hintern. Wir beissen nicht.» Oder die etwa Fünfzigjährige mit der Mitteilung: «Hätte heute Abend um 18 Uhr Zeit.» Beide Ausschreibungen stiessen übrigens auf auffällig wenig Interesse. Auch die freie Liebe hat in Cap d'Agde nämlich, entgegen dem ersten Anschein, ihre Regeln.

Das sieht man an den Preisen für die Klubs. Paare haben meist freien Eintritt, dann folgen die Singlefrauen, am teuersten wird es für Singlemänner. Auch Swingen ist ein Markt, ein Tauschgeschäft, selbst Libertins-Pärchen bleiben gerne unter Ihresgleichen. Von Belästigungen, Vergewaltigungen oder unkontrollierten Ausbrüchen hört man in Cap d'Agde selten. Trotz oder gerade wegen der Promiskuität geht es auf gewisse Art gesittet, vorhersehbar zu und her.

Ghettos mit eigenen Gesetzen

Das könnte für die Schweizer Politiker, die sich im Tessin und Appenzell so echauffierten über die «Grüsel», ein Trost sein: Auch die wildesten Sexmaniacs neigen zu Gruppenbildung und formen Ghettos mit eigenen Gesetzen. Andererseits: Was heute in Cap d'Agde als Kopulierdampfwalze daherkommt, begann mit ein paar niederländischen Campern.

Wehrt man nicht den Anfängen, wird der Hohe Kasten in ein paar Jahren vielleicht auch von Tausenden von Erotomanen überrannt, im Sämtisersee wälzen sich überhitzte Fetischisten, am Abend stampft es aus jeder Beiz in Brülisau «I'm a Sex Machine», und eine Armada von mittelalterlichen Österreicherinnen in Lackstiefeln nimmt das «Rössli» und die «Bollenwees» in ihre Schenkelgewalt.

Sobald ein Paar beginnt, intim zu werden,

strömen Schaulustige

zusammen und drängeln wie beim Wühltisch.

Sicher ist Cap d'Agde lustiger als Saudiarabien; aber ohne Grenzen wird das Vergnügen bald einmal schal.

samedi 11 juillet 2009

Jens Alder: «Zeit, dass ich etwas anderes mache»

Jens Alder: «Zeit, dass ich etwas anderes mache»

Jens Alder, ehemaliger Swisscom-Chef, über die Führungsprobleme bei Sunrise, seine neue Karriere als Profi-VR und die Gründe, warum er unter seinem Ruf als Sanierer leidet.

Text: Marc Kowalsky
Bild: Anne Morgenstern

BILANZ: Jens Alder, Sie werden im Herbst Verwaltungsrat bei der Krankenkasse Sanitas und nächstes Jahr deren Präsident. Was reizt Sie an einer Krankenkasse?

Jens Alder:
Erstens das Gesundheitswesen, weil es volkswirtschaftlich eine äusserst wichtige Branche ist. Zweitens eine Krankenkasse, weil sie Vermittler ist zwischen den Leistungserbringern und den Bedürfnisträgern. Drittens die Sanitas, weil sie aus dem privaten Umfeld kommt. Und viertens, weil ich von ihr angefragt wurde.

Zuvor waren Sie Chef des grössten Schweizer Telekomkonzerns mit 17  000 Mitarbeitern, jetzt sind Sie Präsident einer mittelgrossen Krankenkasse mit 700 Mitarbeitern. Ist das Ausdruck der neuen Bescheidenheit, die derzeit so in ist?
Nein. Um vorne zu beginnen: Ich habe die Leitung der Swisscom nie angestrebt, nur schon weil es mathematisch sehr unwahrscheinlich ist, dass es überhaupt so weit kommt. Solche Ziele darf man sich nicht setzen. Es hat sich einfach so ergeben, wofür ich sehr dankbar bin. Was ich hingegen suche, ist das Spannende, das Komplexe, das Interessante einer Aufgabe – das, was noch nicht gelöst ist.

Was für einen Beitrag können Sie bei einer Krankenkasse leisten?
Ich habe Verwaltungsräte gesehen und verschiedene Modelle, wie sie geführt werden. Ich habe eine Meinung, wie man das gut machen kann. Zudem hatte ich schon immer die Neigung, strategisch zu arbeiten. Das ist im Schweizer Aktienrecht ja explizit die Hauptaufgabe des VR. Und im Gesundheitswesen sind ­einige strategische Fragen offen.

Zum Beispiel, wie man die Kosten steigerungen in den Griff bekommt. Was wäre Ihr Ansatz?
Es wäre vermessen zu meinen, der Präsident der Sanitas könnte volkswirtschaftlich Einfluss nehmen.

Sie haben sich den Ruf erarbeitet als jemand, der die Kosten in den Griff bekommt. Ideen haben Sie sicher.
Nicht gross. Die Kostensteigerung ist gegeben, weil die Bevölkerung älter wird und damit mehr Zeit hat, ärztliche Leistungen nachzufragen, und weil medizinischer Fortschritt meist auch mit mehr Kosten verbunden ist. Aber man kann den wirtschaftlichen Mechanismus optimieren.

Konkret?
Ich habe noch keine konkreten Ideen. Ich weiss so viel wie jeder Zeitungsleser. Aber wenn man sich nur die Parameter anschaut: Es ist ja unglaublich, was da für Partikularinteressen gegeneinander ausgespielt werden. Das «Alle gegen alle», wie es seit langem läuft, kann nicht das Optimum sein. Man muss nach vernünftigen Allianzen und Kooperationen suchen. Aber vielleicht ist das Naivität.

Welches Wissen aus der Telekom branche können Sie anwenden?
Ich habe keine Berührungsängste, in einem staatlich regulierten Umfeld zu operieren. Man kann unter jedem Regulierungs regime ein Geschäft machen – man muss nur das Spiel verstehen. Das hilft sicher. Im Übrigen ist das Telekom-Know-how per se nicht relevant.

Aber vermutlich Ihre Kontakte zu den Entscheidungsträgern im Parlament.
Ich glaube nicht, dass die einen grossen Wert haben. Als Präsident der Sanitas hat man keine grosse Lobbying-Aufgabe. Ich bin im Gegenteil der Ansicht, dass wir aus dem gegebenen Rahmen ein Optimum für die Versicherten herausholen sollten. Wir sind ja eine Stiftung, keine AG, und da steht der Shareholder Value nicht im Mittelpunkt.

Halten Sie es für richtig, dass das Volk die Alternativmedizin in den Leistungskatalog aufgenommen hat?
Da bin ich ganz Schweizer: Wenn der Souverän sagt, dass er das so wolle, dann ist das per Definition richtig.

Was halten Sie von der Idee einer Praxisgebühr, wie sie Pascal Couchepin vorschwebt?
Keine Meinung. Dafür verstehe ich noch zu wenig von der Materie. Das Einzige, was mich beunruhigt, ist das Niveau, auf dem geredet wird. Das Gesundheitswesen ist ein Zig-Milliarden-Markt. Und wir streiten uns hier um ein Einsparpotenzial in ­Höhe eines kleinen dreistelligen Millionenbetrages.

Streben Sie nun eine Karriere als Profi-VR an?
Ja, das kann man so sagen. Ich habe mich entschieden, keine exekutive Aufgabe mehr zu übernehmen. Als Verwaltungsrat kann ich mehr beitragen. Zweitens hat es seinen Reiz, das Tätigkeitsspektrum auf andere Branchen auszuweiten. Ich bin ein Telekommensch durch und durch, es wird langsam Zeit, dass ich was anderes mache. Und das geht nicht auf der exekutiven Ebene – denn dafür müsste man die Branche inside out kennen. Und drittens besteht so die Möglichkeit, dass ich nicht 100 Prozent arbeiten muss.

Welche VR-Mandate neben Sunrise und Sanitas haben Sie im Auge?
Ich bin bereits im Board der Copenhagen International School – da präsidiere ich das Finanzkomitee. Da kann man relativ viel bewegen, denn für eine Schule sind die Finanzen nicht oberste Priorität – zumindest bisher. Das hat einen riesigen Reiz. Auch wenn ich nichts verdiene und die Spesen selber bezahle. Und wir haben zu viert ein Unternehmen gegründet, das Banken bei der Restrukturierung von Firmen berät. An diesen Firmen beteiligen wir uns dann auch. Dazu bauen wir auf ein Netzwerk von 50 dänischen Persönlichkeiten aus den verschiedensten Branchen. Das ist ein völlig neues Konzept, für das wir ein sehr positives Echo erhalten aus dänischen Bankenkreisen.

Vor drei Jahren hat Bundesrat Christoph Blocher Ihnen den Kauf der irischen Telekomgesellschaft Eircom verboten, was zu Ihrem Rücktritt als Swisscom-Chef führte. Wie sehen Sie diese Entscheidung mit dem heutigen Abstand?
Ich habe und hatte schon damals eine recht entspannte Haltung dazu: Der Eigentümer bestimmt. Punkt. Der Beweis, ob diese Entscheidung gut oder schlecht war, ist nicht geführt worden, und er wird sich auch nicht führen lassen. Zumindest hat es Swisscom, wie ich heute sehe, nicht geschadet – was mich sehr freut.

Wie haben Sie die Abwahl von Christoph Blocher miterlebt?
Ich musste meinen dänischen Freunden erklären, warum die Abwahl eines Ministers in der Schweiz so einen Riesenwirbel verur sacht. Das sieht man als Schweizer ganz anders als von aussen.

Haben Sie sich klammheimlich gefreut?
(lange Pause) Nein, freuen kann man sich über so etwas wohl grundsätzlich nicht. Aber ich habe mich darüber gefreut, dass das Parlament für einmal einen Entscheid getroffen hat, der für Schweizer Verhältnisse geradezu dramatisch war. Das freut mich als Demokrat: Die Demokratie funktioniert!

Hören wir da ein klein bisschen Genugtuung heraus?
Nein, da versuchen Sie das Gras wachsen zu hören. Ich habe mit Christoph Blocher persönlich immer ein sehr gutes Verhältnis gehabt. Er ist ein äusserst interessanter Mensch. Ob aber die Regierung vorher schlecht und nachher gut war oder andersherum, das will ich nicht beurteilen.

Was halten Sie von der heutigen Swisscom?
In diesen Zeiten ist dieser Typus von Unternehmen wohl kein schlechtes Investment.

Wie schätzen Sie die Leistung Ihres Nachfolgers Carsten Schloter ein?
Carsten ist ein Riesentalent. Swisscom ist ein super geführtes Unternehmen. Ich bin beeindruckt. Auch vom Team. Wobei die meisten ja noch aus meiner Zeit sind (lacht).

Sie sind nach Ablauf Ihrer Kündigungsfrist zur direkten Konkurrenz gegangen, der dänischen Sunrise-Mutter TDC. Das ist ungewöhnlich. Hatten Sie kein Konkurrenzverbot?
Nur während der sechsmonatigen Kündigungsfrist. Aber das Wissen über die Konkurrenz hat eine extrem kurze Halbwertszeit. Das nützt eigentlich nichts. Brauchbar ist nur, dass man im gleichen Markt tätig ist und sich nicht gross einarbeiten muss. Und die Hauptaufgabe bei TDC war das dänische Geschäft. Ich habe es sogar als Nachteil empfunden, dass Sunrise eine Tochtergesellschaft ist. Das hat mir Bauchschmerzen verursacht: Man kann nicht acht Jahre lang einen Konkurrenten sehen, gegen ihn ankämpfen und dann einfach den Spiess umdrehen. Das geht nur schon emotional nicht. Wegen dieser Frage hatte ich am meisten gezögert, bevor ich den Job annahm.

War es emotional schwierig für Sie, Ihre 079er-Handynummer einzutauschen gegen eine 076er?
Ich habe keine 076er-Nummer. Ich habe eine +45er.

Heute besteht die halbe Sunrise- Geschäftsleitung aus Ex-Swisscom-Leuten. Hatten Sie kein Verbot, Leute abzuwerben?
Doch, das hatte ich. Und daran habe ich mich auch immer strikt gehalten. Christoph Brand etwa wurde unabhängig von mir von einem Headhunter kontaktiert. Ich habe lediglich eine Referenz für ihn abgegeben, als es um seinen CEO-Job bei Sunrise ging.

Wie haben Sie die Zeit als TDC-Chef erlebt?
Als sehr gute Zeit. Ich konnte sehr viel bewegen. Ich habe dabei auch extrem viel gelernt. Ich dachte zuerst, das sei das Gleiche wie bei Swisscom. Aber es war komplett anders.

Nanu? Von aussen hatte man den Eindruck, Sie hätten wieder dasselbe gemacht wie bei Ihren vorherigen Karrierestationen: Kosten gesenkt, Stellen abgebaut, Firmenteile verkauft.
Das stimmt natürlich – das war auch der Grund, warum ich für diesen Job rekrutiert wurde. TDC war zu wenig fokussiert und operativ zu wenig effizient. Aber das Umfeld war komplett anders: der Markt, die Kultur, die Eigentümer, der Zustand des Unternehmens, die Verfügbarkeit beziehungsweise die Nichtverfügbarkeit der Mittel, die Problemstellungen … Es war ein komplett anderer Job. Es waren die intensivsten Jahre meines Lebens. Ich habe noch nie so viel und so hart gearbeitet und so schwierige Entscheide treffen müssen wie damals.

Haben Sie es genossen, dass Ihnen die Politik nicht dreinreden konnte?
Ja, natürlich.

Welches Korsett ist enger: das der Politiker oder das der Private-Equity-Firmen?
Das kann ich so nicht beantworten. Es sind einfach unterschiedliche Rahmen­bedingungen. Das Korsett der Private Equity ist leichter vorhersehbar. Die Politik ist immer für Überraschungen gut.

Warum sind Sie seit einem halben Jahr nicht mehr CEO bei TDC?
Ich wurde entlassen.

Was haben Sie falsch gemacht?
Der klassische Fall: nichts (lacht). Ich habe heute noch eine sehr gute Beziehung zu meinen ehemaligen Aktionären. Das äussert sich auch darin, dass ich noch immer bei TDC investiert bin, auf beiderseitigen Wunsch hin. Und ich bin noch immer im VR von Sunrise. Weil ich in der Schweiz der Däne bin und in Dänemark der Schweizer – ich bin ein Go-between.

Wie lange noch?
Bis höchstens Ende nächsten Jahres. Danach braucht es diese Rolle nicht mehr. Wenn ich schon vorher keinen Wert mehr beisteuern kann, dann gehe ich früher.

Noch einmal: Warum wurden Sie entlassen?
Die Geschichte, die man mir erzählt hat: «Wir haben dich eingestellt als Restrukturierungsprofi, und das hast du gut gemacht.» Das zeigt auch der Jahresabschluss: Der Turnaround war dramatisch. Bis hierhin kann ich das gut nachvollziehen. Dann wurde mir gesagt: «Jetzt kommt eine neue Phase. Jetzt geht es eher darum, dass wir uns von der Kostenreduktion auf das Wachstum und das Marketing konzentrieren, und da haben wir einen noch Besseren gefunden als dich.» Und da bin ich nicht einverstanden.

Sie sind nicht einverstanden, dass Ihr Nachfolger Henrik Poulsen besser sein soll als Sie?
Der ist fast so gut wie ich (lacht). Nein, mein Nachfolger ist ohne Zweifel ein sehr grosses Talent. Was aber typisch ist für diese Art von Aktionären: null Geduld, permanent auf der Suche nach dem Optimum, keinen Wert auf irgendeine Form der Kontinuität legend. Aber das wusste ich von Anfang an. Wir haben über diesen Fall sogar bei meiner Einstellung geredet. Wenn ich zurückschaue und mir überlege, was ich anders gemacht hätte, komme ich zum Schluss: im Wesentlichen nichts.

Leiden Sie unter dem Ruf, ein Sanierer zu sein, dem man Wachstum offensichtlich nicht zutraut?
Ja, natürlich. Aber daran bin ich ja selbst schuld, wenn ich mir meine Karriere anschaue.

Sunrise hat in zehn Jahren auf dem liberalisierten Telekommarkt gerade einmal 20 Prozent Marktanteil erreicht. Was hat die Firma falsch gemacht?
Als ich das Unternehmen zum ersten Mal von innen gesehen hatte, war ich erstaunt, wie schlecht geführt es war. Ich kann nicht beurteilen, warum. Es ist mit Sicherheit kein effizientes und angesichts der Grösse erstaunlicherweise auch kein besonders agiles Unternehmen. Insofern glaube ich schon, dass Führungsmängel ein wesentlicher Teil des Problems sind.

Und der Rest?
Der Rest hängt mit der Geschichte des Telekommarktes Schweiz zusammen. Die Liberalisierung hat hier viel später begonnen als in anderen Ländern, und das hat natürlich dazu geführt, dass die Marktanteile vom Start an anders verteilt waren als anderswo.

Die Liberalisierung hat nicht nur spät begonnen, Sie haben damals als Swisscom-Chef ja auch alles dafür getan, dass sie erfolgreich verzögert wurde. Bedauern Sie das heute?
Nein, überhaupt nicht. Der Chef von Swisscom hat die vornehme Aufgabe, dafür zu sorgen, dass es dem Unternehmen Swisscom gut geht. Und wenn politisches Lobbying dazu gehört, dann muss man das gut und intensiv tun.

Und heute denken Sie sich: Hätte ichs doch bloss nicht so weit getrieben?
Nein, überhaupt nicht. Es gibt ein Leben A und ein Leben B.

Sunrise hat in zehn Jahren acht CEO verbraten. Was ist da schiefgelaufen?
Das hängt damit zusammen, dass das Unternehmen wie gesagt nicht besonders gut geführt war. Und die Führung beginnt beim Verwaltungsrat. Denn acht Chefs in zehn Jahren, so etwas kann ja nicht sein. Das kann nun wirklich nicht sein!

Das heisst, die Eigentümer TDC haben den VR schlecht besetzt.
So sehe ich das.

Sunrise steckt seit Jahren in einer strategischen Sackgasse. Wie wollen Sie die Firma da wieder herausholen?
Strategische Sackgasse ist etwas hart formuliert. Denn erstens hat das Unternehmen ja einen stabilen Marktanteil von rund 20 Prozent. Zweitens verdient es gutes Geld – es gibt einige Firmen, die hätten gerne solche Margen. Das Einzige, was fehlt, ist eine Perspektive für Wachstum: Wir können nicht erwarten, dass wir grosse Sprünge machen beim Marktanteil. Insofern müssen wir eher von einem stabilen Geschäft ausgehen. Das ist zwar nicht besonders aufregend, aber ökonomisch auch nicht unattraktiv.

Das Markenbild von Sunrise ist diffus, steht ein bisschen für billig und sonst für nichts richtig. Wie wollen Sie das ändern?
Wir haben ja Sunrise neu positioniert mit einem neuen Branding, in einem neuen Preissegment und mit neuen Produktangeboten: Die Dienstleistung muss einfach, günstig und verlässlich sein. Das Problem: Wenn man das viele Jahre lang nicht gemacht hat, muss man sich das Vertrauen erst aufbauen. Ich beobachte aber selber, dass Sunrise nun eine schärfere Positionierung hat. Mit dem Weg bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir ihn noch einige Zeit gehen müssen. Es muss ja eine Alternative zur Swisscom geben. Das nennt sich Wettbewerb.

Damit Sie eine glaubwürdige Alternative zur Swisscom wären, bräuchten Sie eine eigene letzte Meile. Sie hätten nun die historisch einmalige Chance, ein eigenes Glasfasernetz zu legen und sich so von der Swisscom zu emanzipieren. Sie machen es trotzdem nicht.
Die Wette ist zu gross. Mit privatem Risikokapital rechnet sich das nicht. Punkt. Wenn Sie sich die Wettbewerber auf diesem Markt anschauen: Die sind ja alle mehrheitlich oder ganz staatlich kontrolliert. Das spricht Bände.

Der Eigentümer TDC schiebt noch immer einen Goodwill von 3,4 Milliarden Franken auf Sunrise in seinen Büchern vor sich her. Diesen Wert wird Sunrise kaum je erarbeiten können.
Vermutlich nicht.

Wie sollen die Hauptaktionäre jemals wieder zu ihrem Geld kommen?
Sunrise ist eine Finanzbeteiligung. Die Synergien über die Länder hinweg sind irgendwo zwischen null und vernachlässig bar. Von der Logik her steht Sunrise also irgendwann einmal zum Verkauf.

Wer wären potenzielle Käufer?
Das können reine Finanzinvestoren sein oder irgendein anderer Telekomanbieter, vielleicht mit Ausnahme der lokalen Konkurrenz. Auch ein Börsengang wäre eine Option.

Womit rechnen Sie?
Keine Präferenz. Als Finanzinvestor ist man total opportunistisch. Wenn der Preis stimmt, ist alles möglich. Momentan hat Sunrise aber noch Wertsteigerungspotenzial. Das soll zuerst realisiert werden – zumal die wirtschaftliche Grosswetterlage derzeit ja nicht auf Verkauf steht. Und erst beim Verkauf wird sich herausstellen, wie gut das Geschäft für TDC war. Die Wahrscheinlichkeit, dass es ein gutes Geschäft war, ist äusserst gering, da gehe ich mit Ihnen einig.


Jens Alder (51) wurde in der Schweiz bekannt als CEO von Swisscom, deren Leitung er im Dezember 1999 übernommen hatte. Als der Bundesrat ihm die geplante Auslandexpansion untersagte, schmiss Alder im April 2006 den Bettel hin und wurde kurze Zeit später CEO der dänischen TDC, zu der auch der grösste Swisscom-Konkurrent, Sunrise, gehört. Bei TDC wurde Alder letzten November nach erfolgreichem Turnaround entlassen, er bleibt aber im Verwaltungsrat von Sunrise. Alder, halb Däne, halb Schweizer, begann seine Karriere bei Alcatel und machte sich einen Namen als Sanierer bei Motor- Columbus. Er ist Vater eines Sohnes im Teenager-­Alter und passionierter Mountainbiker.

dimanche 5 juillet 2009

Lidl trifft uns an einem heiklen Punkt

Migros-Chef Herbert Bolliger über Konkurrenz, Stagnation und die Rolle einzelner Migros-Firmen

Von Armin Müller und Benita Vogel

Herr Bolliger, Ihre Uhr ist stehen geblieben, sie zeigt sechs an, es ist aber schon acht. Ist das eine Migros-Uhr?

Ich habe am Bruce-Springsteen-Konzert derart geklatscht, dass das Band meiner Uhr kaputt ging. Das hier ist eine Reserveuhr, die ich im Internet gekauft habe.

Apropos kaufen: Die neuen Zahlen zum Detailhandel sind da. Sie zeigen, dass die Branche stagniert. Die Migros auch?

Der Umsatz der Migros-Gruppe ist auf Vorjahresniveau. Die Unterschiede sind aber gross: Le Shop wächst immer noch im zweistelligen Prozentbereich. Migrolino und SportXX laufen ebenfalls sehr gut. Weil die Kunden preissensibler sind, legen auch Denner und M-Budget weiter zu.

Globus leidet also?

Leiden ist übertrieben. Die Kunden kommen in die Läden, aber kaufen für weniger Geld ein. Der Umsatz ist deshalb etwas unter Vorjahr. Auch bei den Möbeln - Micasa und Interio - und im Bekleidungsbereich spüren wir die Rezession.

Was erwarten Sie für die zweite Jahreshälfte?

Wir werden leicht zulegen, auch wenn das Umfeld schwieriger wird und die Preise weiter sinken. Früchte und Gemüse sind im Schnitt 6 Prozent, Fleisch 2 Prozent günstiger geworden. Dieser Trend hält rohstoffbedingt an.

Erreichen Sie das Umsatzziel von 2 Prozent?

Nein, 2 Prozent Wachstum werden wir nicht erreichen. Es wird eher bei einem Prozent liegen.

Das heisst, Migros verliert gegenüber Coop. Der legte im ersten Halbjahr 1,5 Prozent zu.

Nein, wir haben an Marktanteil zugelegt. Das Plus des Hauptkonkurrenten ist expansionsbedingt: Er hat Carrefour-Filialen integriert.

Bauen Sie nun Stellen ab?

Geplant ist nichts. Aber wir werden Ende Jahr sicher weniger Personal haben, wie viel, kann ich nicht sagen. Jeder Filialleiter, der den Umsatz nicht erreicht, muss Stunden abbauen. Zudem werden gewisse Abgänge nicht ersetzt.

Mit Ihren Industrie-Töchtern Mibelle, Midor oder Chocolat Frey beliefern Sie auch ausländische Firmen. Wie stark spürt die Migros die Exportkrise?

Stark, vor allem in England. Das war ein guter Markt insbesondere für Chocolat Frey und Mifa. Wir waren bei Tesco mit Putzmitteln im Sortiment. Wegen der Wechselkursrückgänge von 30 bis
40 Prozent konnten wir aber unsere Kalkulationen nicht mehr halten. Preiserhöhungen waren nicht möglich. Deshalb mussten wir das Geschäft stoppen.

An Ihrem Ziel, den Umsatz bis 2013 zu verdoppeln, halten Sie trotzdem fest?

Ja. Der Markt mit Eigenmarken hat grosses Potenzial. Alle internationalen Händler wollen Eigenmarken ausbauen, niemand hat mehr Erfahrung darin als die Migros.

Lidl ist 100 Tage hier. Ihr Fazit?

Seine Positionierung überrascht mich. Lidl ist hier kein Discounter, sondern ein Supermarkt. Er fokussiert auf Frischprodukte und Swissness. Ich hätte erwartet, dass er sich mit billigeren Markenprodukten positioniert.

Sind Sie erleichtert, dass die Preise nicht tiefer sind?

Nein. Lidl trifft uns an einem heiklen Punkt: Die aggressiven Preise bei den Frischprodukten schmerzen stärker, als wenn er bei den Markenartikeln die Preise heruntergerissen hätte.

Sind das für Sie Dumpingpreise?

Ja. Lidl verkaufte jüngst Bananen für 88 Rappen pro Kilo. Unser billigster Einstandspreis für M-Budget-Bananen liegt bei 1.39 Franken - der Unterschied ist enorm. Gurken und Cherry-Tomaten bezieht Lidl im Ausland, dort ist das Kilo einen Franken günstiger. Wir setzen hingegen auf Schweizer Ware.

Wie reagieren Sie auf Billigpreise?

Mit aggressiveren Aktionen. Anstatt 30 gewähren wir 40 bis 50 Prozent. Wir werden aber nie unter Einstandspreis verkaufen. Das kann sich Lidl, wenn er grösser wird, auch nicht mehr leisten. Das ist nur ein Lockvogel zum Markteintritt.

Wo senken Sie die Preise noch?

Der Butterpreis sinkt auf den 6. Juli um 80 Rappen pro Kilo. Wir können es nicht mehr verantworten, dass der Preisnachlass von Anfang Jahr bei der Milch den Konsumenten nicht weitergegeben wird und der Butterberg immer grösser wird. Die Folge davon ist, dass man die Butter im Ausland verhökern muss und am Schluss der Schweizer Konsument zu viel für die Butter und auch noch die Subvention für den Export zahlen muss.

Wann schreiben Sie die Preise nicht mehr auf das Produkt?

2010 stellen wir in jeder Genossenschaft eine Filiale zum Test um. In der ersten Phase sind die Preise auf Produkt und Regalen angeschrieben. Zudem installieren wir Lesegeräte, damit die Kunden die Preise prüfen können. Wir müssen sicher sein, dass alles reibungslos funktioniert. In der zweiten Hälfte 2010 sollte das Projekt abgeschlossen sein.

Sie haben 2008 die Strategie «Täglich besser leben» für die ganze Gruppe lanciert. Und dabei alle Firmen - Migros, Globus, Migrol, Interio und so weiter - unter die Lupe genommen. Was sind die Folgen?

Wir haben die Rolle aller Firmen überprüft und einigen eine offene Rolle zugewiesen. Firmen wie Le Shop und Migrolino sind Wachstumsträger, in die wir überdurchschnittlich investieren. Daneben müssen wir aber auch Unternehmen haben, die Cash liefern.

Der Öl- und Benzinhändler Migrol ist kein Preisbrecher mehr und unterscheidet sich nicht von der Konkurrenz. Warum haben Sie ihn nicht verkauft?

Das war nie ein Thema. Ich sehe die künftige Rolle von Migrol zum Beispiel als Verkäuferin von alternativen Energien, als Tankstellen für Elektrofahrzeuge oder als Stromlieferantin in einem liberalisierten Markt. So würde die Firma auch zu unserer Nachhaltigkeitsstrategie passen. Die Analyse läuft jetzt.

Hotelplan ist ein Sorgenkind. Passt das Reisegeschäft noch zur Migros?

Ja, das ist stark bei uns verankert. Das Umsatzminus von 20 Prozent in England oder Italien ist für Detailhändler zwar ungewohnt, in der Reisebranche sind Schwankungen in dieser Grössenordnung aber möglich. In der Schweiz liegen wir nur einstellig im Minus. Wir bieten hier aggressive Preise an und können so den Marktanteil ausbauen. Das kostet aber Marge. Die Gesamtgruppe wird 2009 rote Zahlen schreiben.

Haben die Probleme nicht auch mit Managementfehlern zu tun? Hotelplan-intern wird die Kritik laut, dass die Chefs nicht Migros-Qualität haben.

Ist der Druck gross, kommt schnell solche Kritik auf. Wir mussten wegen des Kostendrucks Hotelplan und Travelhouse schneller zusammenführen als geplant und Stellen abbauen. Das ist einer guten Stimmung nicht förderlich. Wir haben aber auf den Schlüsselpositionen sehr gute Leute. Diese haben frischen Wind hineingebracht.

Weshalb beteiligt sich die Migros bei Kuoni, wenn sie selbst Probleme im Reisegeschäft hat?

Kuoni ist als finanzielles Engagement langfristig sehr interessant.

Jetzt könnten Sie Thomas Cook kaufen. Ist das ein Thema?

Nein, das ist ein zu grosser Brocken.

Bei Kleidern wollen Sie mit Vögele in Indien und Fernost einkaufen. Wann ist es so weit?

Das Projekt haben wir abgebrochen. Den Ansatz hatten wir, als Daniel Reinhart noch CEO von Vögele war.

Noch etwas Persönliches: War es für Sie ein Affront, dass Ihr Vorgänger Anton Scherrer Coop-Chef Hansueli Loosli in den Swisscom-VR geholt hat?

Es zeichnet sich ab, dass Herr Loosli beide Präsidien führen wird. Das ist sehr problematisch, weil wir mit Swisscom viele Geschäftsbeziehungen haben. Ein Präsident kann überall Einsicht haben, wenn er will.


Publiziert am 05.07.2009

lundi 15 juin 2009

Sonntag läuft die ganze Woche

Der «Sonntag» wünscht Herrn Sonntag einen schönen Sonntag. Der 83-jährige Stuttgarter Werner Sonntag hat in der Nacht auf Samstag zum 34. Mal am legendären 100-Kilometer-Lauf in Biel teilgenommen und braucht nun Erholung.

VON FELIX BINGESSER

«Wenn ich jeweils trainiere», sagt Werner Sonntag und räuspert sich, als wäre ihm dies gar nicht so recht, «begegne ich vielen in meinem Alter, die bereits mit dem Gehwägelchen unterwegs sind». Werner Sonntag braucht kein Wägelchen. Er ist ein Urgestein des Laufsports, eine Ikone des Marathons, ein «Apologet des Erlebnis- und Ultralangstreckenlaufs», wie es in seinem ausführlichen Wikipedia-Eintrag heisst.

Und Werner Sonntag ist nicht nur gelaufen, er hat dem Laufsport auch unzählige Fachartikel gewidmet. Und über den legendären 100-Kilometer-Lauf in Biel hat er schon vor vielen Jahren ein Buch geschrieben. Der Titel «Irgendwann musst Du nach Biel» ist in Laufkreisen längst zum geflügelten Wort geworden. Und zum letztjährigen 50-Jahr-Jubiläum hat er das Werk «Bieler Juni-Nächte» verfasst.

Der mittlerweile 83-jährige Werner Sonntag hat ein bewegtes Leben hinter sich. Nicht nur, weil er immer in Bewegung war. Denn in seiner Jugendzeit war er ein Sportmuffel. «Ich bin in der Nazizeit aufgewachsen. Damals galt die sportliche Leistung mehr als die intellektuelle Leistung. Das hat mir gar nicht gepasst», sagt Sonntag.

Er musste trotzdem Kriegsdienst tun und geriet in sowjetische Gefangenschaft. 1952 kündigte Werner Sonntag seine Stelle bei der Zeitung «Junge Welt» in Berlin und zügelte von Ost-Berlin in die Region Stuttgart. Der Schritt von der damaligen DDR in die Bundesrepublik war ein Kulturschock. Sonntag blieb Journalist. Er arbeitete 17 Jahre für die Stuttgarter Zeitung.

in diese Zeit fiel, dass Herr Sonntag auch Sonntagsdienste auf der Redaktion erledigen musste, ihn dieser Stress aber ziemlich belastete. Mit 40 Jahren litt er unter Migräne und sein Arzt verordnete ihm Medikamente und «viel Bewegung». Werner Sonntag befolgte diesen Rat.

Wenn er heute gefragt wird, wie viele Kilometer er denn seither gelaufen sei, dann räuspert er sich wieder kurz. «Schätzungsweise 150 000», sagt er dann. Das Laufen wurde zum Lebenselixier des Mannes, der seit 54 Jahren verheiratet ist. Leben ist Laufen. Oder umgekehrt.

Der 100-Kilometer-Lauf in Biel ist seine grosse Liebe und seine Passion geworden. Am letzten Freitag ist er mit gemischten Gefühlen in Ostfildern bei Stuttgart in sein Auto gestiegen und alleine nach Biel gefahren. So, wie er das seit 1972 jedes Jahr tut. Gemischte Gefühle, «weil ich zwei operative Eingriffe hatte und zehn Tage im Krankenhaus war.

Ich konnte nicht richtig trainieren und dieser Trainingsrückstand wird sich bemerkbar machen. Da muss man realistisch sein», sagt Sonntag, der auf Vollwertkost schwört und nur Wasser und Tee trinkt. Kein Doping? «Wo denken Sie hin. Ich trinke nicht einmal diese teuren istotonischen Sportlergetränke».

Die Nacht von Freitag auf Samstag ist Sonntag bei kühlen Temperaturen durchgelaufen, bei Sonnenaufgang wurde Herr Sonntag dann reich belohnt: «So wunderbar war das Panorama noch nie!». Doch es wurde heiss und in Kirchberg, bei Kilometer 56, ist er ausgestiegen. Vor zwei Jahren hat er nach einer Bypass-Operation die 100 Kilometer geschafft. «Aber jetzt muss ich realistisch sein. Ich kann mein Alter nicht übertölpeln.» Er hat ein kurzes Mittagsschläfchen gehalten und hat sich gestern Abend ein feines Nachtessen im Hotel Krone in Aarberg gegönnt. «Orale Tröstung», nennt er dies.

dimanche 24 mai 2009

La Liberté ¦ Quotidien romand édité à Fribourg

LES DOUANIERS SE TRANSFORMENT PEU À PEU EN «POLICIER FÉDÉRAUX»
SCHENGEN • Mais que faisaient ces douaniers dans l'Intercity Fribourg-Berne? Le 19 mars dernier, un journaliste de «La Liberté» se fait contrôler alors que le train vient de quitter Fribourg. En l'absence de convention signée avec le canton, cette intervention est illégale. Mais s'agit-il vraiment d'un contrôle de routine? «Je pense que la douane est en train de se transformer en police fédérale, pourtant refusée par le peuple suisse», réagit le conseiller d'Etat fribourgeois Erwin Jutzet. Pour le Corps des gardes-frontières, «si on signe la convention, on ne fait pas que des contrôles douaniers, mais aussi de police».
SID AHMED HAMMOUCHE
(photo Keystone)

Dans «Le Temps» du 11 mai, Michaela Rickenbacher, cheffe d'état-major au commandement du corps des gardes-frontières, affirme qu'aucun contrôle douanier n'a jamais été effectué dans le canton de Fribourg. Faux. La douane suisse prend ses aises avec la vérité et la géographie. «La Liberté» a vécu le 19 mars dernier un contrôle sur territoire fribourgeois. Il a eu lieu dans l'Intercity à 23 h 09, soit cinq minutes après le départ du train de la gare de Fribourg. Récit.Je suis seul dans le compartiment. A peine le train a-t-il démarré, voilà des agents en tenue bleue qui s'approchent de moi. «Contrôle douanier», dit le plus jeune des deux. Il parle français avec un fort accent alémanique. «Nous faisons, moi et mon collègue, un contrôle de douane.» Il me demande de montrer mes papiers. Il y a de quoi tomber des nues! Dans son édition du 10 janvier, «La Liberté» avait publié un premier article indiquant que de tels contrôles sont illégaux. Je le leur explique. «Vos responsables vous ont-ils correctement informé que vous n'avez pas le droit d'opérer sur ce tronçon tant qu'un accord n'a pas été signé avec les autorités fribourgeoises?»Les deux douaniers semblent surpris. «Non», répond le plus jeune. «On nous a dit de ne pas remettre les personnes appréhendées au canton de Fribourg. De ne pas communiquer de signalements ou de dénonciations à la Police cantonale fribourgeoise.»En clair, ils doivent éviter tout contact avec les autorités fribourgeoises. Et s'ils tombent sur une personne recherchée? «On doit la signaler à la police de Berne.» Cela dit, les deux hommes affirment qu'ils peuvent contrôler n'importe qui et n'importe où en Suisse.

Montrer son sac


«On fait un contrôle de douane, pas de police», poursuit le jeune douanier. «On cherche les marchandises et on vérifie les papiers. Je vous demande votre carte d'identité, ensuite je vous demande de montrer votre sac parce que les contrôles douaniers sont possibles dans toute la Suisse depuis l'entrée en vigueur des accords de Schengen, le 12 décembre 2008.» Convention entre les cantons et les douaniers ou pas.Pour leur défense, les deux douaniers affirment qu'ils ne peuvent pas savoir s'ils se trouvent sur le territoire fribourgeois ou non. «Moi, je ne vois pas si on est encore dans le canton de Fribourg ou de Berne», lâche le jeune douanier. Son collègue, proche de la retraite, sourit, gêné par cette situation saugrenue.
La Suisse est petite. Elle se traverse très rapidementMichaela Rickenbacher
Un argument que développait aussi Michaela Rickenbacher dans «Le Temps», en affirmant que la Suisse est petite et qu'elle se traverse très rapidement. Alors que dire d'un direct Fribourg-Berne... Bref: on nage en plein flou artistique et le jeune douanier, pris d'un doute profond, finit par laisser tomber son contrôle.Mais avant de me quitter, l'agent tente une dernière justification. «Entre Fribourg et Berne, le train ne s'arrête pas dans une autre station», plaide-t-il. «Le temps pour le contrôle est très court.» Puis il lâche, presque menaçant: «Nous avons une autre possibilité, qui est d'attendre avec une équipe de 5 ou 6 personnes à la gare de Berne et de contrôler ainsi tout le monde à leur descente du train. Cette méthode est encore plus embêtante.»

A lire encore dans notre édition complète:
> INTERVIEW (Erwin Jutzet, conseiller d'Etat): «La douane fixe les règles»
> CORPS DES GARDES-FRONTIERES: «Des contrôles douaniers, mais aussi de police»

La Liberté ¦ Quotidien romand édité à Fribourg

BEURRE AVEC SON LAIT, RIEN DE TEL QU'UNE COMMUNAUTÉ
PAYSANS • Couler du lait, ça eut payé... et ça peut encore payer! Réagissant à la pression sur les prix du lait, certains paysans regroupent leurs forces au sein de communautés d'exploitation. L'avantage n'est pas seulement économique. Au sein d'une telle structure, chaque paysan peut désormais avoir des vacances, se spécialiser dans certaines tâches ou obtenir de l'appui en cas de maladie ou d'accident. Revers de la médaille: une certaine perte d'autonomie et la nécessité de partager le pouvoir de décision avec ses partenaires. Renoncer à être seul maître à bord, c'est parfois assurer sa survie.
GéRARD TINGUELY
(photo Keystone)

«Si on devait repartir à zéro, je recommencerais», assure Josef Häfliger, à Alberswil. Lui et ses quatre collègues paysans ont créé il y a dix mois la plus grande exploitation laitière du canton de Lucerne. La nouvelle écurie a coûté 2,4 millions et 6000 heures de leur temps. Alors que le producteur moyen détient 23 vaches, 120 bêtes se prélassent ici, produisant un milllion de kilos de lait par an. Et ça pourrait aller jusqu'à 200 vaches: la place est prête pour un troisième robot de traite.L'avantage d'une telle communauté d'exploitation (l'équivalent de 31?2 pleins-temps contre 5 avant le regroupement) n'est pas seulement économique. Chacun part désormais en vacances, s'est spécialisé (bétail, fourrages et cultures, machines, administration et comptabilité, travail à l'extérieur) et a de l'appui en cas de maladie ou d'accident.

Un choix contraint


Mais pour renoncer à être seul maître à bord de «son» exploitation, il faut y être un peu contraint. A Alberswil, deux des fermes campaient au centre du village et deux autres jouxtaient un quartier d'habitation. Pas des conditions assurant à chacune un bon développement.La réunion des forces peut sauver des exploitations. Avec un prix du lait qui ne sera pas de sitôt celui espéré par Uniterre (1 franc/kg), la communauté part avec une longueur d'avance pour réduire les coûts de production. Et ceux-ci ne sont de loin pas uniformes.L'ingénieur Franz Sutter a examiné la comptabilité de 385 fermes de plaine, colline et montagne. Même s'ils ne sont pas totalement représentatifs, ces chiffres ne peuvent qu'interroger chaque producteur: «Qu'est-ce que mon collègue fait mieux que moi? Dans quel domaine puis-je m'améliorer?»

Un gros écart de revenu


L'étude révèle que les dix exploitations les plus performantes réalisent un profit de 14,9 centimes par kilo de lait quand celles du dernier quart perdent 32,5 centimes. Le revenu horaire généré par la production laitière va de 36,20 francs pour les premières à 5,30 francs pour les dernières!Chacune ayant des bases différentes, l'exploitation parfaite n'existe pas. Il y a donc au moins cinq voies pour dégager un revenu agricole suffisant, pour «s'améliorer avant de vouloir s'agrandir», selon l'ingénieur d'Agridea-Lindau (lire ci-dessous).

Chacun ne peut plus faire ce qu'il veut

Reste sa conclusion abrupte: le producteur n'influençant pas vraiment le prix du lait, la recette «magique» pour assurer sa compétitivité, c'est de réduire les coûts. Mais encore faudrait-il que chacun les connaisse, ce qui n'est pas toujours le cas. Pour y voir clair, les services cantonaux de vulgarisation agricole sont là .

Le courage de s'y mettre


Dans une communauté d'exploitation, chacun ne fait plus ce qu'il veut. Ainsi, tous les lundis, les Lucernois s'organisent et discutent des problèmes. «Nous avons dû apprendre à parler entre nous, à nous connaître», dit Josef. En 2000, les cinq paysans avaient déjà lancé une société d'ensilage et acheté des machines ensemble. Ce qui les a aidés pour la suite.

A Fribourg également


A Fribourg, on compte 164 communautés totales d'exploitation (tendance en hausse) et une bonne centaine de communautés partielles. Ce qui représente près d'un dixième des 3000 exploitations du canton.Selon Pascal Krayenbuhl, chef du Service de l'agriculture, «il faut le courage de se mettre ensemble. Ce sens du collectif est une particularité et une force du monde paysan. C'est bien moins présent chez les médecins ou les artisans».

jeudi 16 avril 2009

La LOI masculine

On entend toujours parler de la “LOI FÉMININE". Voici ce qu’est la LOI MASCULINE.
Voici notre loi et tous ses articles:
Veuillez noter... que si tous les articles portent le N° "1" c’est parce que c’est FAIT EXPRÈS!
1.
Les seins des femmes sont fait pour être regardés et c’est pour cela qu’on les mate.
N’essayez pas de changer cela
1.
Apprenez à utiliser la lunette des W.C.. Vous êtes des grandes filles. Si la lunette est relevée, abaissez-la. Nous, on a besoin de la relever, vous, vous avez besoin de la baisser. Et vous ne nous entendez pas nous plaindre de devoir la relever, non?
1.
Samedi = sports. C’est comme la pleine lune ou les marées: un phénomène naturel sur lequel aucun être humain ne peut avoir de prise.
1.
Le Shopping n’est PAS un sport. Et non, il n’est pas question que l’on change un jour d’opinion là dessus.
1.
Pleurer, c’est du chantage.
1.
Demandez ce que vous voulez directement et clairement. Pour être sûr que vous compreniez bien:
Les allusions subtiles, on ne comprend pas!
Les allusions claires, on ne comprend pas!
Les allusions évidentes, on ne comprend pas!
DITES LE, UN POINT C’EST TOUT!
1.
‘OUI’ et ‘NON’ sont des réponses parfaitement acceptables pour n’importe quelle question
1.
Venez nous parler d’un problème uniquement si vous désirez qu’on le résolve. C’est ce qu’on fait. La sympathie, c’est ce que vous obtiendrez de vos amies. Elles sont faites pour ça.
1.
Un mal de tête qui dure 17 mois, c’est une maladie. Consultez un médecin.
1.
N’importe quelle chose que nous avons pu dire il y à de ça 6 mois n’est pas acceptable comme argument lors d’une dispute.
En fait, tous nos commentaires sont nuls et inutilisables après 7 jours.
1.
Si vous vous trouvez trop grosse, c’est que vous l’êtes probablement. Inutile de nous le demander
1.
Si une chose que nous avons dite peut être interprêtée ou comprise de plusieurs manières, et que l’une de ces manières vous rend triste ou en colère, alors, considérez que nous voulions donner un autre sens à ce que nous avons dit .
1.
Vous pouvez nous demander de faire quelque chose ou bien nous dire comment vous aimeriez que cette chose soit faite
Pas les deux
Si vous connaissez déjà la meilleure manière de faire cette chose, faite la vous-même
1.
Autant que possible, si vous avez quelque chose à dire, dites le pendant les pubs à la télé
1.
Christophe Colomb ne s’est pas arrêté pour demander sa route… eh bien nous non plus
1.
TOUS les hommes voient en 16 couleurs, pas plus. Inutile de vouloir nous en faire dénombrer plus.
Pêche, par exemple, c’est un fruit pas une couleur.
La différence entre mauve, rose et fuschia, connaît pas.
1.
Si ça démange, il faut se gratter. C’est naturel, et c’est ce qu’on fait.
1.
Si on demande “Qu’est-ce qui ne va pas” et que la seule réponse qu’on obtient, c’est “rien”, on agira comme si tout était OK. On sait que vous mentez dans ces cas-là, mais on a aucune envie de chercher à en savoir plus
1.
Si vous posez une question pour laquelle vous ne voulez pas entendre de réponse, alors attendez-vous à une réponse que vous n’aimerez pas
1.
Quand on doit sortir ensemble quelque part, quelque soit votre tenue, elle vous ira formidablement, vraiment .
1.
Ne nous demandez pas à quoi on pense, à moins que vous ne souhaitiez parler de:
Sexe,
Sport,
Voitures
1.
Vous avez suffisamment de vêtements
1.
Vous avez trop de chaussures
1.
Je suis en forme. Rond, c’est une forme.
1.
Merci d’avoir lu ceci jusqu’au bout; Oui, je sais, je vais devoir coucher sur le canapé ce soir, mais saviez-vous que les hommes ne détestent pas ça et considèrent cela comme du camping.
Transmettez ceci à tous les mecs que vous connaissez pour qu’ils rient un bon coup.
Transmettez ceci à toutes les nanas que vous connaissez pour les éduquer un peu!

lundi 13 avril 2009

Jamba-Bschiss-Alarm: Telefongesellschaften helfen beim Abzocken - Schweiz - News - Blick.ch

Jamba-Bschiss-Alarm: Telefongesellschaften helfen beim Abzocken - Schweiz - News - Blick.ch


Von Silvana Guanziroli 15:43 12.04.2009
Jamba ist der grösste Klingeltonanbieter der Welt. Er operiert am Rande der Legalität und ­verdient Millionen mit Abzocker-SMS. Sunrise, Swisscom und Orange helfen sogar dabei.

Andreas Bernauer (37) hat nichts mit Klingeltönen am Hut. «Im Gegenteil, wenn ich die Werbespots von Jamba im Fernsehen sehe, stell ich sofort um. Die Töne nerven mich nur.»

Aber der Basler Treuhänder steht auf der Kundenliste von Jamba – völlig unfreiwillig und lange Zeit auch unwissentlich. «Im Januar hab ich meine Handyrechnung mal genauer angeschaut und fest­gestellt: Mir werden wöchentlich Fr. 9.90 abgebucht. Für sogenannte Premium SMS.» Was das sein sollte, wusste Bernauer nicht. Sofort kontrollierte er die Telefonrechnungen der letzten Monate. «Seit August wurden mir diese SMS belastet. Insgesamt kostete mich das fast 300 Franken.»

Wütend wendet er sich an seinen Handy-Vertragspartner Sunrise. «Dort hiess es, ich sei mit Jamba ­einen Vertrag eingegangen und habe ein Abonnement gelöst, mit dem ich Klingeltöne abrufen könne.» Bernauer kündigt das Abo sofort: per eingeschriebenen Brief. Zugleich fordert er eine Erklärung von Jamba und Sunrise. «Die Antwortbriefe waren eine Frechheit. Es wurde behauptet, ich hätte den Dienst auf der Jamba-Homepage selbst bestellt. Alles sei völlig richtig. Dabei bin ich noch nie in meinem Leben auf dieser Homepage gewesen.»

Bernauer ist kein Einzelfall. Bei SonntagsBlick meldeten sich weitere Betroffene. Und auch bei der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) kennt man das US-Unternehmen Jamba gut. «Wöchentlich gehen bei uns mehrere Beschwerden ein», so Oriana Gubinelli, SKS-Beraterin. Nun aber scheint Jamba eine neue Masche zu haben. Gubinelli: «Bisher war es so, dass dem Kunden mit dem Herunterladen eines Bildes versteckt ein Abo aufgeschaltet wurde. Dass ein solches Abo jetzt auch ohne diesen Vorgang aktiviert wird, ist neu.»

SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder: «Das ist Betrug, Irreführung und Täuschung. Wir setzen alles daran, dass es eine Gesetzesänderung gibt, damit Anbietern wie Jamba das Handwerk gelegt werden kann.»

Bei Jamba in Berlin will man von all dem nichts wissen. «Als weltweit agierendes Unternehmen halten wir uns an die jeweils gültigen gesetzlichen Regelungen und Ver­haltenskodizes», rechtfertigt sich ­Sprecherin Juliane Walther gegenüber SonntagsBlick.

Trotz Abzocker-SMS steht Jamba mit den Schweizer Telekomfirmen in einer direkten Vertragsverbindung. «Wir transportieren die bestellten Inhalte und übernehmen zudem das Inkasso», heisst es bei Sunrise, Swisscom und Orange sinngemäss. Für die Inhalte und Vertragsabschlüsse sei man aber nicht zuständig. Sicher ist: Die Telekomfirmen verdienen an den SMS kräftig mit. In der Branche heisst es, dass rund 30 bis 60 Prozent des Rechnungsbetrags an sie gehen.

Darüber kann Andreas Bernauer nur den Kopf schütteln. Er sieht sich von Jamba und Sunrise gleichermassen ausgetrickst. «Wer klagt schon wegen 300 Franken? Und genau darauf spekulieren doch die Anbieter.» Immerhin: Aufgrund der SonntagsBlick-Recherchen bekommt er jetzt sein Geld von Jamba zurück. 

Verunsicherte KundenAndreas Bernauer hatte sich bei seinem Handyprovider Sunrise ­beschwert, dass ihm ein Jamba-Abo verrechnet wurde, welches er nie gelöst hatte. Die Antwort: «Die von Ihnen beanstandete Rechnung haben wir einer eingehenden Überprüfung unterzogen, konnten jedoch keine Unstimmigkeiten feststellen. Die uns vorliegenden Aufzeichnungen und Daten belegen einwandfrei, dass sämtliche Premium SMS korrekt erfasst und belastet wurden.»

Der Brief verunsicherte Bernauer völlig: «Ich empfand ihn als Schuldzuweisung.» Wie es überhaupt zum Abo-Abschluss gekommen sein soll, vermag Sunrise nicht zu beantworten. Gegen­über SonntagsBlick räumt Mediensprecherin Sevgi Gezici ein: «Das können wir gar nicht nachprüfen. Wir haben ­keinen Zugriff auf diese Daten.» Immerhin sperrte Sunrise Bernauers Jamba-Dienst umgehend.

samedi 28 mars 2009

PETROLE/Perte de 2 dollars, frappé par un regain du billet vert

Londres (awp/afp) - Les cours du pétrole lâchaient 2 dollars vendredi en fin d'échanges européens, frappés par un renchérissement du dollar et par la crainte que l'envolée récente des cours n'ait été exagérée, sachant que la demande reste faible et les stocks surabondants.

Vers 17H00 GMT (18H00 HEC), sur l'InterContinental Exchange de Londres, le Brent de la mer du Nord pour livraison en mai cédait 1,69 dollar à 51,80 dollars le baril.

A New York, le baril de "light sweet crude" pour livraison en mai perdait 2,10 dollars à 52,21 dollars.

Au lendemain d'une nouvelle séance de gains, les cours du pétrole reculaient nettement, victimes de prises de bénéfices et d'un raffermissement du billet vert.

L'affaiblissement du dollar a nettement contribué à renforcer les prix de l'or noir ces deux dernières semaines. Or, ce facteur de soutien s'estompait nettement vendredi. Le billet vert qui avait débuté la semaine autour de 1,37 dollar pour un euro en début de semaine, l'achevait en nette hausse, aux alentours de 1,32 dollar.

S'ajoutant à cela, des doutes s'élevaient sur la justification de l'envolée récente des prix qui ont gagné quelque 10 dollars en deux semaines. Jeudi, les cours ont terminé au-dessus de 54 dollars à New York (54,34 dollars), leur cours de clôture le plus élevé en quatre mois.

"Le tableau toujours médiocre de la demande pourrait bien devenir le thème dominant, si une rechute des marchés actions tempérait les espoirs" de redémarrage de l'économie et, par là, de la consommation mondiale, notait ainsi Brenda Sullivan, de la maison de courtage Sucden.

Pour Jeffrey Currie, analyste de la banque Goldman Sachs, les prix sont exposés à un mouvement de recul, car "c'est l'idée que le marché allait se resserrer à l'avenir qui a été à l'origine du bond des prix de 50 à 54 dollars, et non pas l'équilibre actuel entre l'offre et la demande."

"Notre inquiétude est qu'une demande (de produits pétroliers) ayant été vigoureuse pour des raisons climatiques (un hiver rigoureux, ndlr) ait occulté le fait que le marché restait fondamentalement faible", comme la montée récente de stocks à des niveaux extrêmes l'a montré, a-t-il précisé.

Les stocks américains de brut se situent à leur niveau le plus élevé depuis 1993 et la consommation mondiale d'or noir n'a pas donné signe de redémarrage.

Toutefois, pour d'autres experts, les prix ne devraient plus dorénavant descendre sous les 50 dollars.

"Nous sommes de plus en plus confiants dans le fait que les prix du brut ont établi un plancher grâce aux réductions sévères de la production de l'Opep, à la croissance décevante de la production non-Opep et aux signes montrant que la demande d'essence se rétablit", ont ainsi estimé les analystes du cabinet viennois JBC Energy.

L'Opep a réduit de 4,2 millions de barils par jour (mbj) sa production fin 2008 et s'est engagée lors de sa dernière réunion (le 15 mars) à respecter strictement son nouveau plafond de production, ce qui équivaut dans les faits à retirer encore du marché 900'000 barils par jour.

Le cabinet britannique Oil Movements, qui surveille l'activité dans les ports des pays producteurs de l'Opep, estime que les exportations de pétrole vont encore baisser de 700'000 barils par jour d'ici le 11 avril, pour atteindre 22,23 mbj.

"L'Opep semble tenir sa promesse de réduire le surplus de production, qui était encore de 800'000 barils par jour mi mars", estime ainsi Eugen Weinberg, analyste chez Dresdner.

Malgré le fléchissement des prix vendredi, les cours ont gagné sur la semaine plus de 7 dollars à Londres et à New York.

ds

(AWP/27 mars 2009 18h12)

vendredi 20 février 2009

Mateschitz: Die Teams als Formel-1-Gesellschafter

Mateschitz: Die Teams als Formel-1-Gesellschafter


Salzburg - Der Glaube an die Weltmeister-Qualitäten von Sebastian Vettel im Red Bull und Gedanken über eine Übernahme der Formel 1 durch die Teams: Red-Bull- und Toro-Rosso-Besitzer Dietrich Mateschitz hat in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur dpa Stellung bezogen.

Was versprechen Sie sich speziell von Sebastian Vettel und was erwarten Sie vom Team?


Mateschitz: "Sebastian ist sicherlich eines der größten Talente, die wir in unserem Driver Search Programm in den letzten 10 Jahren begleitet haben. Von ihm erwarten wir 100-prozentigen Einsatz, mit all seiner - für sein Alter unglaublichen - Cleverness, Smartheit und Willensstärke. Die Erwartungen ans Team sind die, dass es imstande ist, ihm ein Auto zur Verfügung zu stellen, mit dem er gewinnen kann - man könnte sagen, ein Pendant zu seinem fahrerischen Können."

Glauben Sie, dass Vettel im Red Bull mittelfristig um die Weltmeisterschaft mitfahren kann?

Mateschitz: "Ja. Er hat sicherlich das Potenzial dazu. Und wir werden versuchen, ihm das dazu erforderliche Auto zur Verfügung zu stellen."

Bernie Ecclestone wünscht sich Vettel in einem der Top Teams. Wie lange können sie ihn halten?

Mateschitz: "Wir haben mit Sebastian einen 2-Jahres-Vertrag. Sollten wir nicht imstande sein, ihm ebenfalls ein Top-Auto zur Verfügung zu stellen, werden wir ihm auf seinem Weg zum Weltmeistertitel sicherlich nicht im Wege stehen wollen."

Was fehlt Red Bull und Toro Rosso noch, um die "Großen" zu ärgern?

Mateschitz: "Nicht mehr viel. Für mich ist unser Fahrerduo bei Red Bull eines der stärksten, Adrian Newey hat für diese Saison vielleicht das innovativste und außerordentlichste Auto designed, mit großem Potenzial. Etwas Ungewissheit gibt es noch bezüglich des Motors bzw. der Motorleistung, vor allem im Zusammenhang mit dem KERS-System."

Ihnen gehören zwei Formel-1-Rennställe - wie gehen Sie damit um, dass die Königsklasse außerordentlich von ihrem Engagement abhängig ist?

Mateschitz: "Die F1 ist derzeit insgesamt in einer kritischen Phase: eine Private Equity Company als Besitzer, die weder Expertise noch Passion gegenüber Motorsport hat, sondern ihr Engagement - das liegt in der Natur der Sache - als rein finanzielles und Gewinn maximierendes betrachtet; Automobilhersteller, die in einer globalen Wirtschaftskrise stecken; Sponsoren wie Banken und andere, die nicht minder davon betroffen sind, oder auch Zigarettenfirmen, die immer mehr unter dem Werbeverbot leiden. Jeder dieser Punkte trägt das Seine zur Instabilität bei.

Was schlagen Sie vor?

Mateschitz: "Mein Standpunkt diesbezüglich ist völlig klar: Die Teams sind es, die die gesamte F1 und auch das finanzielle Risiko tragen. Sie sind es, die nicht nur die dafür erforderliche Kompetenz, sondern auch die entsprechende Passion für den Motorsport haben. Es gibt für mich daher nur einen logischen und auch moralisch vertretbaren Gesellschafter für die F1 - und das sind die Teams. Nur dadurch wäre auch langfristig das Bestehen der F1 gesichert, wenn die Teams nicht nur ihren Marketingvalue lukrieren, sondern auch die Assets daran besitzen. Ein von den Teams gemeinsam erarbeitetes Übernahmeangebot wäre ein logischer nächster Schritt."

Rechnet sich die Formel 1 für Sie noch?

Mateschitz: "An sich ja. Je größer der Erfolg, desto eher."

Muss Red Bull in der Formel 1 auch sparen und wenn ja, wie?

Mateschitz: "Alle Teams gemeinsam bemühen sich im Konsens mit der FIA seit Monaten die Kosten signifikant zu senken. Dies ist schon in großem Maße gelungen. Unsere Einsparungsmaßnahmen bewegen sich innerhalb dieser Gesamtmaßnahmen, wie limitierte Anzahl der Testtage, längere Haltbarkeit der Motoren, Restriktionen beim Windkanal etc."

Sind Ihnen angesichts der Kosten Zweifel an ihrem Engagement gekommen?

Mateschitz: "Wenn, dann eher in der Vergangenheit. Die zukünftige Entwicklung wird jedoch diesen teilweise sinnlosen und für das Publikum nicht nachvollziehbaren Overspendings entgegensteuern. Also nein, keine Zweifel an der grundsätzlichen Sinnhaftigkeit unseres Engagements."

War ein Ausstieg wie beim japanischen Automobilhersteller Honda für Sie nie ein Thema?

Mateschitz: "Es gab wahrscheinlich nicht viele Teams, bei denen dies kein Thema gewesen wäre bzw. nach wie vor ist, so auch bei uns."

Hat die Formel 1 durch die beschlossenen Sparmaßnahmen noch rechtzeitig die Kurve bekommen?

Mateschitz: "Momentan sieht es danach aus, wobei es derzeit nur wenig bedarf, um die scheinbare Stabilität wieder ins Wanken zu bringen."

Interview: Jens Marx, dpa