vendredi, 8 août 2008

Cablecom verschleiert Preiserhöhungen

Cablecom verschleiert Preiserhöhungen

Von Angela Barandun;


Telefonieren mit der Cablecom kostet ab September ein Drittel mehr pro Minute. Wie dieser Preisanstieg kommuniziert wurde, stösst auf breite Kritik.



Der Flyer flatterte zusammen mit der Rechnung ins Haus: «Die neuen Cablecom Tarife sind die günstigsten der Schweiz (...).» Das stimmt, wie der Preisvergleich für Festnetztelefonie zeigt. Trotzdem geht die wahre Botschaft in der Charmeoffensive unter. Was tönt wie eine Preissenkung ist eigentlich das Gegenteil.

Per 1. September erhöht die Cablecom die Preise für ihr Festnetz-Angebot teils deutlich. Der Preis für den Verbindungsaufbau steigt um ein Viertel, von 8 auf 10 Rappen. Bei Anrufen aufs Schweizer Festnetz liegt der Preis pro Minute neu bei 4 Rappen – das ist sogar ein Drittel mehr als bisher. Vom teureren Verbindungsaufbau sind alle 309'000 Telefonie-Kunden betroffen; vom Preisanstieg bei Inlandgesprächen laut Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer nur eine Minderheit. Die meisten würden dank einer Zusatzoption nicht mehr für die einzelnen Anrufe ins Schweizer Festnetz bezahlen.

Billiger als Konkurrenz

Auf die Telefonrechnung einer Familie hochgerechnet sind die Aufschläge zwar nicht dramatisch, wie ein von Comparis erstellter Preisvergleich zeigt. Zudem bleibt die Cablecom beim Telefon wie versprochen billiger als die Konkurrenz.

Trotzdem irritiert der Vorgang – nicht zuletzt deshalb, weil mit der Cablecom zum ersten Mal seit Jahren ein Unternehmen die Festnetz-Preise wieder erhöht. Seit der Liberalisierung sind sie praktisch nur noch gesunken. Hier muss die Schweiz für einmal auch den Vergleich mit dem Ausland nicht scheuen.

Auch die Art, wie die Cablecom die Preiserhöhung kommuniziert hat, stösst auf breite Kritik. Ralf Beyeler vom Internetvergleichsdienst Comparis etwa findet es «frech», dass die Preiserhöhung im Flyer «mit keinem Wort erwähnt» wird. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, spricht gar von Bauernfängerei. «Das Vorgehen der Cablecom ist immer dasselbe: Sie lockt die Kunden mit einem fantastischen Preis an und korrigiert ihn dann irgendwann möglichst unauffällig wieder nach oben.» Die Formulierung des Flyers lasse die Konsumenten glauben, die Preise würden sinken, so Stalder. Preisüberwacher Rudolf Strahm äussert sich nicht zur Preiserhöhung an sich, sondern nur zum Flyer. «Diese Art von Kommunikation vergrössert das Reputationsproblem der Firma», so Strahm.

Höhere Aufwände

Die Cablecom gibt sich wenig selbstkritisch: «Wir haben die neuen Preise frühzeitig angekündigt und transparent gemacht», so Nehmer. Allerdings gibt er zu, auf die Preiserhöhung «nicht explizit» hingewiesen zu haben. Zum Preisanstieg geführt haben laut Nehmer «höhere Aufwände für die Verrechnung der einzelnen Gespräche im neuen Verwaltungssystem», das die Cablecom derzeit einführt. Darum kam es in den letzten Wochen auch immer wieder zu Verzögerungen – etwa beim Aufschalten von Telefonanschlüssen. Was genau diese höheren Aufwände verursacht, wie hoch sie sind und wieso sie nur auf Inlandgesprächen zu Aufschlägen führen, konnte Nehmer nicht erklären.

Erste Mahnung wieder gratis

Immerhin hat das neue Verwaltungssystem nicht nur Nachteile für die Kunden. Mit dem Wechsel macht die Cablecom auch eine frühere Änderung im Mahnsystem wieder rückgängig. Seit letztem November kostet eine vergessene Rechnung die Abonnenten von Digitalfernsehen bereits bei der ersten Zahlungserinnerung 10 Franken Strafgebühr. Neu ist die erste Mahnung wieder gratis. Teuer wird es damit erst etwa 40 Tage nach dem offiziellen Zahlungstermin.

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