lundi, 22 septembre 2008

Hotel-Rating: Urlauber lassen Dampf ab im Web

Schimmelpilz im Bad und unfreundliches Personal: Wieder daheim bewerten User ihre Hotels im Netz.

[10.07.08] Auf deutschsprachigen Websites wie «tripadvisor.de» oder «holidaycheck.ch» können Urlauber Hotels bewerten und damit anderen Reisenden die Wahl der Unterkunft erleichtern. Doch wie verlässlich sind solche Erfahrungsberichte?

Subjektive Berichte
«Das Zimmer war klein und extrem laut», beschwert sich ein Urlauber auf «tripadvisor.de» über ein Hotel in Barcelona. «Grossartiges Essen und ein sehr schönes Zimmer», beschreibt ein anderer Gast das gleiche Hotel. Natürlich sind diese Berichte subjektiv. «Aber wenn sich unter zwanzig Einträgen nur ein positiver findet, wird der Leser dies einzuschätzen wissen», findet Uschi Vogg, PR-Verantwortliche bei «tripadvisor.de». Zudem können User Fotos hochladen und damit ein «realistisches Bild» vermitteln.

Bei «tripadvisor.de» wie auch bei «holidaycheck.ch» reicht es zwar, eine gültige E-Mail-Adresse anzugeben, um Bewertungen schreiben zu können. Um Missbrauch zu verhindern, kontrollieren aber beide Anbieter vor der Veröffentlichung die Qualität der Beiträge, wie Uschi Vogg und Nadja Waldraff, Pressereferentin bei «holidaycheck.ch», versichern.

Mehrheitlich positiv
Als schädlich für die Reisebranche betrachten sich die Anbieter nicht. «Durch die Bewertungen wird gezielter gebucht, nicht weniger», so Waldraff. Zudem sei die Mehrheit der Einträge positiv, sagt Vogg. Auch Mario Lütolf, Direktor des Schweizer Tourismus-Verbandes, zeigt sich gelassen.

Der Entwicklung im Internet könne sich die Reisebranche ohnehin nicht widersetzen und mit Hilfe verlässlicher Bewertungen liesse sich «die Qualität der Beratung in den Reisebüros steigern». Schliesslich werde die Aussicht auf Entlastung und auf umfassende Beratung «den Gang zum Reisebüro nicht überflüssig machen», so Lütolf weiter.

Von Bartosz Wilczek

dimanche, 14 septembre 2008

Une firme bâloise achète le téléréseau d’Avenches

COMMUNICATIONS

La société EBL arrive dans le Nord vaudois. Elle fournira la télévision, l’accès à internet et au téléphone dans quatorze communes.

La coopérative EBL (Elektra Baselland) débarque en pays vaudois: elle vient de racheter Teledistri SA, propriétaire du téléréseau câblé avenchois. Désormais, EBL sera le fournisseur de treize autres villages: Bellerive, Constantine, Cudrefin, Donatyre, Faoug, Oleyres, Missy, Saint-Aubin (FR), Vallamand, Villarepos, Villars-le-Grand, ainsi que Montagny et Cousset (FR).

Teledistri, qui représente 3300 clients, a investi 6 millions de francs dans son réseau depuis 1988. «Nous étions face à un choix, a expliqué hier Philippe Bosset, président de Teledistri. Il faut investir dans le numérique, l’internet et le téléphone. Cela demande des compétences pointues et d’importants moyens financiers. » EBL compte injecter près de 2,5 millions dans les raccordements en fibre optique.

Une autre société était sur les rangs pour le rachat de Teledistri. EBL l’a emporté «grâce à l’expérience et le fait que c’est une coopérative, elle n’est pas uniquement préoccupée par le profit», indique M. Bosset. Basée à Liestal (BS), EBL fournit principalement de l’électricité, mais aussi des télécommunications à 160 000 clients. Dans la guerre de territoire à laquelle se livrent les grands fournisseurs du marché, EBL avait déjà posé un jalon en Romandie, dans le Jura. «Nous allons prochainement reprendre un réseau qui compte 11 communes autour de Grandson», annonce Peter Lanz, directeur de la filiale EBL Telecom, laquelle s’est récemment implantée à Yverdon-les-Bains.

100 chaînes numériques
Les clients broyards devraient tous être raccordés à la fibre optique, pour la fin 2009. Selon EBL, le prix du téléréseau devrait rester inchangé dans un premier temps (26 francs par mois), puis «augmenter légèrement» pour le service de base. Lequel prévoit pas moins de 100 chaînes de télévision numérique. Les autres services seront payants.

P. C.

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Wenn Haie in Telefonleitungen beissen

Seekabel schlägt Satellit: Eine Glasfaser überträgt 120 Millionen Telefonate - gleichzeitig

VON MICHAEL SOUKUP

Mein Gott, ist sie hässlich. Potthässlich. Es fehlt ihr die Eleganz eines Passagierdampfers. Sie gleicht eher einem Büchsenöffner, mit ihren vielen merkwürdigen Aufbauten. Dafür kann die Ile de Sein stundenlang auf der Stelle ausharren. Zentimetergenau. Selbst bei Windstärke 9, wenn sich die Wellen bis zu zehn Meter hoch türmen. «Nicht mehr als eine Handbreit weicht sie ab», sagt Frédéric Dubois, Kapitän der CS Ile de Sein, und blickt auf seine Hand.

Der 35-jährige Franzose befehligt eines der mächtigsten Cable Ships der Welt. Mehrere Tausend Pferdestärken Schubkraft - 2000 PS alleine für seitliche Bewegungen - halten mit GPS-Hilfe den Kabelleger auf Kurs. Sonst könnte das Seekabel reissen und in den Tiefen des Ozeans verschwinden. Und damit Hunderte Millionen Telefonleitungen.

Während wir in der gemütlichen Schiffskombüse zu Mittag sitzen, füllt sich der dicke Bauch der Ile de Sein mit einem schier unendlichen Kabel. Bald wird das Schiff nach Island loslegen, um den Inselstaat und Grönland mittels eines 2100 Kilometer langen Telekommunikationskabels zu verbinden. Von da aus geht es nochmals so weit ins kanadische Neufundland. Mit dem 90 Millionen Euro teuren «Greenland Connect» wird eine der letzten Lücken im weltweiten Unterwasserkabelnetz geschlossen.

Mehr als 150 Jahre nachdem das erste Unterwasserkabel im Ärmelkanal gelegt wurde, hat das Seekabel auch im Satellitenzeitalter keineswegs ausgedient. «Im Gegenteil, über 90 Prozent des Sprach- und Internetverkehrs laufen heute über Unterwasserkabel», sagt Frédéric Dubois. Es ist billiger, bietet konkurrenzlos mehr Übertragungskapazität und hat keine lästigen Echos oder Verzögerungen während des Telefongesprächs. Denn das Satellitensignal muss zuerst 36 000 Kilometer hinauf- und wieder heruntergesendet werden.

Das Verstauen des Kabels dauert zwei Wochen

Die 140 Meter lange Ile de Sein liegt bei unserem Besuch im Hafen von Calais. Hier auf der französischen Seite des Ärmelkanals steht auch eine der grössten Kabelfabriken der Welt, die Alcatel Submarine Networks. So können die Kabelschiffe direkt ab Produktion beladen werden. Das Verstauen des mehrere Tausend Tonnen schweren Kabels dauert zwei Wochen - um Schäden beim Abspulen auf hoher See zu vermeiden, muss das Kabel sorgfältig von Hand aufgerollt werden.

Der Standort im äussersten Norden Frankreichs hat nicht nur mit den billigen Arbeitskräften zu tun. Im August 1850 verlegte die Anglo-French Telegraph Company zwischen Calais und Dover das erste Seekabel der Welt. 1891 wurde die heutige Produktionsstätte eröffnet. Sie gehört mittlerweile dem französisch-amerikanischen Telecomausrüster Alcatel-Lucent S.A, einem der weltweit führenden Hersteller und Leger von Seekabel.

Die Mutter aller Kabelschiffe ist die Great Eastern und ironischerweise ein abgetakelter Ozeandampfer. 211 Meter lang und 25 Meter breit war sie während ihrer gesamten Betriebszeit von 1857 bis 1888 das grösste Schiff überhaupt. Das Ungetüm verfügte über Schaufelräder, Schiffsschrauben, Segel und bot 4000 Passagieren Platz. Mangels Nachfrage und wegen mehrerer tödlicher Unfälle fand das schwimmende Monster 1865 seine finale Bestimmung: Als Kabelleger der ersten dauerhaften Transatlantikverbindung. Das Beladen mit dem 5100 Kilometer langen Kabel dauerte fünf Monate. Am 9. September 1866 stand die Telegrafenleitung zwischen Irland und Neufundland. Die Übertragungskapazität hielt sich jedoch in engen Grenzen, sie betrug zehn Wörter pro Stunde.

Erstaunlicherweise war der technische Fortschritt in den nachfolgenden hundert Jahren bescheiden. Als 1956 mit dem TAT-1 das erste transatlantische Telefonkabel seinen Betrieb aufnahm, konnten bloss 36 Telefonate gleichzeitig geführt werden. Vorher war es nur via Langwellenfunk möglich, zwischen dem alten und neuen Kontinent zu telefonieren. Für mehr als 2000 Telefongespräche jährlich reichte die Kapazität aber nicht.

Die Revolution brachte der Wechsel von Kupfer auf Glas. «Bis zu zehn Mal dünner als ein Menschenhaar, kann eine einzige Glasfaser 120 Millionen Telefongespräche gleichzeitig übertragen», sagt George Krebs, Technikchef von Alcatel Submarine Networks. Dabei werden je nach gewünschter Kapazität mehrere Dutzend Fasern in einem Kupferrohr fixiert.

Glasfaser ist offenbar ein Leckerbissen für Haifische

Bei der Installation eines der ersten Glasfaserkabel 1986 stiess die Telefongesellschaft AT&T auf unerwartete Probleme. Kaum war die Optican-I SL zwischen Teneriffa und Gran Canaria versenkt, brach der Kontakt ab. Ein Reparaturschiff zog das Kabel aus mehr als 1000 Meter Tiefe hoch, man fand 50 Haifischzähne, die in der Polymere-Schutzhülle steckten. Die in grossen Tiefen lebenden Krokodils- und Koboldhaie wurden wahrscheinlich vom elektromagnetischen Feld angezogen. Fortan schützte ein spezieller Metallmantel die Faserpaare auch in der Tiefsee.

Im Hollywood-Klassiker «Der weisse Hai 2» stirbt der böse Fisch am Biss in ein Starkstromkabel. «Das ist rein theoretisch denkbar, denn für die Versorgung der digitalen Kommunikationstechnik sind 12 000 Volt nötig», schmunzelt George Krebs. Aber die meiste Gefahr droht in Küstennähe, und zwar vom grössten Meeresraubtier: dem Fischer. Die zunehmende Verbreitung der Schleppnetzfischerei macht den Kabellegern am meisten Sorge. Über die Hälfte aller Kabelschadensfälle gehen auf Schleppnetze zurück. Kleinere Fischerschiffe können zudem von Seekabel in die Tiefe gezogen werden. «In Frankreich sind Fischer verpflichtet, ihr Netz zu kappen und den Vorfall zu melden», so George Krebs. Sie bekommen dann ihr Fischernetz ersetzt. In Vietnam machen Fischer gar gezielt Jagd auf Seekabel, denn ihr Metall bringt mehr Geld als der Fischfang.

Am 21. Juli legte die Ile de Sein Richtung Island ab. Für die Verlegung des ersten Teils nach Grönland waren sechs Wochen vorgesehen. Auf See kann das Kabel mit bis zu 10 Kilometer pro Stunde in die Tiefe gelassen werden. In Küstennähe muss das stärker armierte Kabel verwendet und stellenweise gar im Meeresboden vergraben werden. Deshalb schafft das Kabelschiff pro Stunde höchstens einen Kilometer.

Alcatel-Lucent garantiert eine Lebensdauer von 25 Jahren, die Kabel bleiben aber in der Regel 10 bis 15 Jahre im Gebrauch. Am Ende ihrer Lebenszeit bleiben sie in der Regel im Meer - als Backup. So ist das globale Unterwasserkabelgewirr mittlerweile auf mehrere Milliarden Kilometer angewachsen.

Publiziert am 14.09.2008

«Standards für interaktives TV lassen sich nicht übers Knie brechen» (Medien, NZZ Online)

«Standards für interaktives TV lassen sich nicht übers Knie brechen»

Rudolf Fischer, Managing Director von Cablecom, im Gespräch


Interview: S. B.

Wer liefert die Cablecom-Set-Top-Boxen? Wer bestimmt den Funktionsumfang?

Rudolf Fischer: Im nächsten Jahr werden wir eine neue Boxen-Generation auf den Markt bringen mit einem deutlich reduzierten Stromverbrauch von weniger als einem Watt. Wir schreiben alle paar Jahre eine neue technische Spezifikation aus und laden Lieferanten ein, eine entsprechende Box zu bauen. Die ältesten Boxen im Markt sind sieben Jahre alt. Das Geschäft mit diesen Boxen ist ein herausforderndes Geschäft. Es wäre für uns einfacher, wenn wir uns um diese Boxen nicht kümmern müssten, wie es bei der Mobilfunkbranche ist, wo nicht jeder Netzbetreiber selber Handys entwickeln muss.

In der Mobiltelefonie haben die Europäer davon profitiert, dass die GSM-Standards von der Politik gesetzt wurden. Die Amerikaner wollten die Standardisierung dem Markt überlassen und haben den Anschluss verpasst. Wäre es für die Kabelnetzbetreiber nicht besser, die Politik würde das Heft in die Hand nehmen?

Bei der Erarbeitung solcher Standards kann die Schweiz keinen Alleingang wagen. Die Schweiz ist ein zu kleiner Markt. Es gibt auf europäischer Ebene bei Euro-Cable-Labs Bestrebungen, solche Standards zu entwickeln.

Warum braucht es neue Standards? Im Rahmen des DVB-Projekts wurden mit der Multimedia Home Platform (MHP) ja doch Techniken für das interaktive Fernsehen (ITV) bereits standardisiert?

Vor einigen Jahren haben wir mit der SRG diskutiert, auf der Basis von MHP gemeinsam ITV zu entwickeln. Zum Glück haben wir das nicht gemacht, wir hätten viel Geld in den Sand gesetzt, da heute niemand mehr von MHP spricht. Jene Kabelnetzbetreiber, die wie z. B. Telenet in Belgien auf MHP gesetzt haben, hatten grosse Schwierigkeiten zu überwinden. MHP ist nicht leistungsfähig genug, ein neuer Standard namens Tru2way geht da einen grossen Schritt weiter.

Panasonic, Samsung, Sony und andere wollen noch in diesem Jahr Tru2way-Geräte ausliefern. Werden die Besitzer eines solchen Geräts Cablecom-ITV ohne Cablecom-Set-Top-Box geniessen können?

Man kann Tru2way nicht einfach 1:1 aus den USA übernehmen, man wird es an europäische Gegebenheiten anpassen müssen. Das dürfte noch ein paar Jahre dauern.

Während die Mobilbranche bereits über die vierte Standardgeneration diskutiert, sind die Kabelnetzbetreiber noch nicht einmal bei der ersten am Ziel. Warum so langsam?

Die Kabelindustrie ist durch viele Turbulenzen hindurchgegangen. Schauen Sie sich an, was mit der Cablecom in den vergangenen Jahren alles passiert ist: Refinanzierung, drei verschiedene Eigentümer. Es gab gewaltige Umwälzungen, wir machen heute 60 Prozent des Umsatzes mit Produkten, die es 1999 noch gar nicht gegeben hat. All diese Ereignisse haben Ressourcen gebunden.

Sie haben offensichtlich Kunden, die zwar digitales Fernsehen wollen, aber keine Set-Top-Box. Warum offerieren Sie nicht ein einfacheres Produkt?

In der Schweiz ist die Swisscom unser grösster Mitbewerber. Die Swisscom hat eine Set-Box bei jedem Kunden. Deshalb müssen auch wir eine Set-Top-Box haben. Nächstes Jahr passiert etwas Entscheidendes: Unser digitales Standardprodukt wird interaktiv. Wir werden TV auf Abruf bringen, damit können Sie einzelne Sendungen der vergangenen Woche abrufen, ohne diese vorher aufzuzeichnen. Erfahrungen aus anderen Ländern, wo dieser Dienst schon erhältlich ist, zeigen, dass das ein riesiger Erfolg sein wird. Wenn es Kunden gibt, deren Boxen interaktives TV nicht unterstützen, die also ein zentrales Element unseres Grundangebots nicht nutzen können, hätten wir einen strategischen Nachteil gegenüber der Swisscom.

Aber warum können Sie nicht für verschiedene Kundenwünsche verschiedene Produkte haben?

Weil ich dann den einzelnen Kunden nicht mehr individuell adressieren kann, was eine Voraussetzung für die interaktiven Dienste ist. Die Swisscom kann über die Box mit ihren Kunden kommunizieren und kann ihr interaktives Angebot flexibel auf die Nutzungsgewohnheiten der Kunden anpassen. Wenn die vorgeschlagene Regulierung die Swisscom einschliessen würde, so hätte ich mehr Verständnis. Dann hätten wir gleich lange Spiesse.

Aber Kunden, die nun einfach nur Digital-TV wollen, kein ITV?

Wir haben nicht Hunderte von Millionen Franken in den Ausbau unserer Netze investiert, eine interaktive Plattform aufgebaut, um dann den Kunden analoges Fernsehen in neuem Kleid anzubieten. Wir haben diese Plattform aufgebaut, um im Wettbewerb zu bestehen. Wir sind gefordert im Wettbewerb mit der Swisscom. Wenn man uns jetzt verbieten will, dass wir unsere Box bei den Kunden haben, dann müssten wir zum Schluss kommen, dass sich Investitionen ins digitale TV nicht lohnen. Wir verdoppeln jedes Jahr die Bandbreite unseres Netzes. Das kostet Jahr für Jahr Hunderte von Millionen Franken. Wir brauchen beim Kunden unsere Box und unser User-Interface und unsere Applikationen. Es werden Erwartungen an uns gestellt, als wären wir ein Staatsbetrieb. Das digitale TV ist ein interaktives TV, und die Interaktivität ist nicht standardisiert. Deshalb brauchen wir während einer Übergangszeit unsere eigene Box. Und weil ich eine Box brauche, brauche ich eine Grundverschlüsselung, um sicherzustellen, dass unsere Box beim Kunden präsent ist. Wenn es in ein paar Jahren entsprechende Standards geben sollte, könnte man auf eine netzspezifische Box verzichten. Es gibt heute keinen Standard, man kann das nicht übers Knie brechen.

Kopflos vor der Kopfstation (Medien, NZZ Online)

Kopflos vor der Kopfstation

Niemand liebt die Cablecom-Set-Top-Box – gibt es Alternativen?


In Schweizer Kabelnetzen sollen proprietäre Verschlüsselungsverfahren verboten werden. Dies verlangt eine Motion, mit der sich in der Herbstsession der Nationalrat beschäftigen wird.

S. B. Niemand liebt sie: Diese Box wird Set-Top-Box genannt, obwohl es bei der heute üblichen flachen Bauweise von TV-Geräten schwierig sein dürfte, auf der Oberseite eine Box zu placieren. So liegt sie neben, vor oder hinter dem Fernseher und decodiert die digitalen TV-Signale, die übers Cablecom-Kabelnetz verbreitet werden. Das Digital-TV-Angebot von Cablecom ist mit der Gebühr für den Kabelanschluss bereits abgegolten. Allerdings: Um dieses Angebot auch nutzen zu können, braucht es sie, die Box, und dafür sind pro Monat mindestens sechs Franken zu bezahlen. Gegen die Box und gegen den «Boxenzwang» formiert sich Widerstand.


Vor einem Jahr hat Ständerätin Simonetta Sommaruga, Präsidentin der Stiftung Konsumentenschutz (SKS), im Ständerat eine Motion eingebracht, mit der der Bundesrat beauftragt werden soll, bei der Verbreitung von Digital-TV im Kabelnetz proprietäre Verschlüsselungsverfahren zu verbieten. Diese Grundverschlüsselung wird als Ursache für den «Boxenzwang» vermutet. Der Ständerat hat die Motion gutgeheissen, in der Herbstsession wird sich nun der Nationalrat mit dem Thema beschäftigen müssen. Die Motion Sommaruga wird seit kurzem auch von dem Verband der Schweizer TV-Fachhändler, dem Schweizer Hotelierverband und dem Branchenverband Gastrosuisse unterstützt.

Catch-22-TV

Was ist schlecht an dieser Box? Der Stromverbrauch im Stand-by-Modus ist hoch, die Rechenleistung bescheiden, die Aufbereitung von Teletext-Informationen langsam, bei gewissen Formaten kommt es zu Bildverzerrungen. Die zentrale Aufgabe der Box – das Decodieren von Digital-TV-Signalen – könnten neuere TV-Geräte auch ohne fremde Hilfe selber erledigen. Doch im Cablecom-Kabelnetz darf nur die Cablecom-Box diese Funktionen übernehmen, denn die TV-Signale sind verschlüsselt.

Es braucht die Cablecom-Box, so heisst es bei Cablecom, weil die Cablecom-Digital-TV-Signale verschlüsselt sind, und es braucht die Verschlüsselung, damit sichergestellt werden kann, dass Cablecom-Digital-TV nicht ohne Cablecom-Set-Top-Box konsumiert werden kann. Wenn die Verschlüsselung nur dazu eingesetzt würde, um die illegale Nutzung der Signale zu verhindern, um Schwarzseher auszusperren, dann könnten standardisierte Verschlüsselungsverfahren genutzt werden, die nicht an eine bestimmte Box gebunden sind. Verschlüsseltes Digital-TV gibt es auch ohne proprietäre Box, aber für Cablecom ist Digital-TV interaktives Fernsehen (ITV), und dafür gibt es laut Rudolf Fischer, Managing Director von Cablecom, keine Standards (vgl. untenstehendes Interview).

Von Anfang an auf Digitaltechnik beruhend, entwickelte sich eine europäische Initiative für Digital Video Broadcasting (DVB) in den 1990er Jahren rasch zu einer international respektierten Drehscheibe für die Weiterentwicklung von elektronischen Medien aller Art, sei es Satelliten-TV (DVB-S) oder TV fürs Handy (DVB-H). Als Vater des sehr erfolgreichen DVB-Projekts gilt Ulrich Reimers, Professor an der Technischen Universität Braunschweig. Im Rahmen des DVB-Projekts wurde mit der Multimedia Home Platform (MHP) auch ein Standard für interaktives Fernsehen auf Basis der Programmiersprache Java definiert. Bereits während der Entwicklung von MHP, so berichtet Reimers im persönlichen Gespräch, habe es seitens amerikanischer Softwarefirmen Druckversuche gegeben.

Gerangel um Standards

Der MHP-Standard aus dem Jahr 2000 wurde einst auch von der European Broadcasting Union empfohlen, allerdings verzögerte ein Gerangel um überhöhte Lizenzgebühren die Implementation. Diese Probleme sind aber laut Reimers inzwischen gelöst. MHP habe sich in der Praxis beispielsweise als Bestandteil der interaktiven Blue-Ray-Disc bewährt. Vereinzelt hätten auch Kabelnetzbetreiber mit diesem Standard positive Erfahrung gemacht, sagt Reimers, und verweist auf die belgische Telenet. Telenet ist wie Cablecom im Besitz der amerikanischen Liberty Global Inc. In ihrem jüngsten Geschäftsbericht beschreibt sich Telenet stolz als MHP-Pionier. Dort wird als Argument für MHP auch erwähnt, dass der Standard unter dem Namen OpenCable Application Platform (Ocap) auch in den USA Anhänger gefunden habe.

«Kolonialisierung Europas»

Wenn nicht die Cablecom-Box, was sonst? Gibt es Alternativen? Gibt es Standards, die es ermöglichen, dass Decoder verschiedener Hersteller sich mit der Kopfstation des Cablecom-Netzwerks verständigen können? Die angefragten Experten widersprechen sich, Aussage steht gegen Aussage.

Zu Beginn des laufenden Jahres wurde Ocap in Tru2way umgetauft und gilt nun plötzlich als Zukunftshoffnung der europäischen Kabelnetzbetreiber, die auf einen Standard für ITV warten. Für Reimers dagegen ist Tru2way ein Hinweis darauf, dass eine «Kolonialisierung der europäischen Kabelnetze durch amerikanische Unternehmen» stattfindet. Er beobachtet besorgt, wie sich immer mehr europäische Kabelnetzbetreiber – und auch die Euro-Cable-Labs – unter dem Einfluss der Amerikaner, wie Reimers glaubt, vom DVB-Projekt abwenden.

Im Vergleich mit dem raschen Innovationsrhythmus der Mobiltelefonie wirkt der Fortschritt im Bereich der Kabelnetze sehr behäbig. Die Set-Top-Boxen sind veraltet, grosse Firmen der Unterhaltungselektronik – Philips beispielsweise – haben sich aus diesem Geschäft, das Verluste brachte, verabschiedet. Voraussetzung für Innovation ist Wettbewerbsdruck, Voraussetzung für Wettbewerb sind stabile technische Standards. Diese Standards aber, so ist zu befürchten, lassen sich nicht politisch verordnen.


samedi, 13 septembre 2008

«De Genève à Zurich, Swisscom aura raccordé 100?000 ménages en fibre optique à fin 2009»

«De Genève à Zurich, Swisscom aura raccordé 100?000 ménages en fibre optique à fin 2009»





L'interview de la semaine. Carsten Schloter, directeur de Swisscom.


Anouch Seydtaghia
Samedi 13 septembre 2008



«Le plus grand plan d'investissement jamais lancé par Swisscom.» Voilà ce qu'annonce son directeur, Carsten Schloter. L'opérateur se lance dans l'équipement du pays en fibre optique. Le réseau de cuivre a vécu. Place à un réseau ultrarapide en fibre, permettant d'accéder à Internet à plus de 100 mbit/s. Carsten Schloter détaille ses plans et évoque la concurrence qu'offrent déjà d'autres opérateurs sur ce nouveau marché.

Le Temps: Quelles sont vos ambitions en fibre optique?

Carsten Schloter:De Genève à Zurich, Swisscom comptera 100000 ménages raccordés en fibre optique fin 2009. Nous avons déjà eu des permis de construire dans ces deux villes et sommes en processus avancé à Bâle. Nous posons plusieurs fibres par ménage, et nous discutons partout avec des partenaires potentiels. Les accords qui pourraient être noués avec eux sont envisageables tant dans les villes où nous avons déjà un début de propre réseau que dans les villes où nous ne sommes pas encore présents. D'ici à fin 2009, nous proposerons aussi de la fibre à Berne, Saint-Gall, Fribourg, Lausanne, plus une ville au Tessin et une autre en Suisse romande.

- Les ménages ainsi raccordés bénéficieront-ils immédiatement d'offres concrètes?

- Oui. D'ici à la fin de l'année, nous allons d'abord mener un test pilote dans une ville. Ensuite, nous proposerons des services sur fibre dès qu'un quartier sera équipé. Nous voulons avancer ainsi rapidement de manière très locale. Car il est exclu d'attendre huit ans, lorsque nous espérons avoir couvert la grande majorité des ménages suisses en fibre, pour lancer des services.

- Concrètement, comment cela se passe-t-il à Genève et à Zurich?

- Début septembre, les travaux de génie civil ont débuté. D'abord, nous négocions avec les propriétaires des immeubles pour qu'ils soient d'accord que nous équipions leur bâtiment. Le taux d'acceptation est de 100% à Genève, 99% à Zurich. En général, ce sont eux qui financent l'installation locale.

- Tirez-vous la fibre directement depuis vos centraux?

- Soit depuis les centraux, soit depuis des installations avancées. Puis nous allons d'abord dans la cave avec nos quatre fibres, et effectuons ensuite le câblage vertical de l'immeuble. Nous venons ainsi à la porte de chaque appartement, mais n'effectuons pas le câblage intérieur. Car nous voulons d'abord qu'un standard émerge pour les raccordements intérieurs et qu'il soit le même pour toutes les firmes qui posent de la fibre.

- Combien coûtera au total l'édification de ce réseau de fibre?

- Nous allons investir environ 8 milliards de francs sur six ans sur notre réseau et dans l'informatique, dont la majorité pour la fibre optique. Nous poursuivons des investissements ponctuels en VDSL, mais uniquement là où la demande actuelle est forte, ou dans des endroits où la fibre ne sera pas déployée avant longtemps.

- Combien vous coûte le raccordement d'un ménage en fibre?

- Entre 2000 et 5000 francs, selon que l'on est en ville ou dans un environnement moins dense. Nous prenons un certain risque en équipant des immeubles entiers, car nous ne savons pas quels ménages vont, au final, s'abonner à nos offres. Et nous ne savons pas quels seront les prix des services dans vingt à trente ans, soit le temps qu'il faudra pour rentabiliser ces investissements... C'est l'investissement le plus risqué que nous ayons jamais fait.

- La fracture entre villes et campagne risque de s'accroître en Suisse...

- Oui, c'est un risque qu'on ne peut pas exclure, car nous sommes financièrement et stratégiquement obligés de commencer à équiper les villes. Ce déploiement prend du temps. Par ailleurs, nous ferons face à une forte concurrence dans les villes, et la pression sur les prix sera forte. Or actuellement ce sont, par un principe de redistribution, les lignes de cuivre des villes qui financent celles des campagnes, bien plus coûteuses. Il est possible que le régulateur doive intervenir pour veiller à ce que les investissements se fassent partout.

- Qu'attendez-vous alors du régulateur? Qu'il impose un prix minimal?

- Ce serait l'idéal (rires). Sérieusement, il est trop tôt pour le dire. Si on constate que les prix dans les centres urbains descendent trop bas, il faudra, peut-être, recréer un système de redistribution assurant le financement en dehors des centres urbains. La politique, au vu de la loi actuelle, a les moyens d'agir. Peut-être avec la création d'un fonds commun.

- Le régulateur pourrait aussi intervenir contre Swisscom, en vous forçant à louer votre réseau de fibre selon certaines modalités, si des concurrents estiment que vos prix sont trop élevés...

- Soit nous proposons aux autres acteurs de partager les coûts de construction, en étant transparents et en ne faisant aucune marge. Et cela dans les deux sens. Soit nous proposons de louer notre fibre, comme le font les services industriels de Zurich. Le prix de location inclura une prime de risque sur les investissements effectués. Un acteur qui n'a pas l'intention d'investir en fibre se plaindra toujours que ce prix est trop élevé... du moment qu'il est supérieur à zéro.

- Dans le premier scénario, celui du partage des coûts d'équipement, qui est propriétaire de la fibre?

- Nous posons toujours quatre fibres. Chaque opérateur est propriétaire de sa fibre. Nous ferons bientôt des annonces de partenariat.

- Dans le second scénario, des opérateurs estimeront certainement que vos prix sont trop élevés.

- Peut-être. Certains le feront quel que soit le prix. Ils pourront comparer notre offre avec celle des services industriels locaux.

- Collaborez-vous avec les services industriels de Zurich?

- Non. Un réseau de fibre optique se décompose en trois couches. La première est le câble physique. La deuxième est l'électronique à chaque bout, qui permet de gérer la bande passante. La troisième, ce sont les services, comme la télévision. Pour que le consommateur ait le choix et que la concurrence joue, il est indispensable pour un opérateur de maîtriser les couches deux et trois. Or ces services industriels ne louent que la troisième couche.

- Pourriez-vous louer de la fibre, ou voulez-vous en être propriétaire?

- Si nous pouvons louer de la fibre de couche une, nous le ferons.

- Le Conseil national débattra bientôt d'une motion demandant qu'un seul réseau de fibre soit installé en Suisse. Qu'en pensez-vous?

- C'est notre modèle: pour un immeuble, sur la couche une, il n'y aura qu'un câble de posé. C'est pour cela que nous tendons la main à tous nos partenaires potentiels pour construire ensemble et poser plusieurs fibres dans le même câble. Mais il serait faux que les couches deux et/ou trois soient opérées par un seul acteur. A ces niveaux, la concurrence doit jouer pour que le consommateur ait le choix entre plusieurs offres.

- Comment cela se passe-t-il lorsque Swisscom et des services industriels veulent équiper le même bâtiment?

- Pour l'instant, le propriétaire laisse entrer le premier qui arrive. Pour lui, il est exclu de faire des travaux deux fois. Pour celui qui arrive après, c'est trop tard, à moins que le premier opérateur ait d'office posé plusieurs fibres. Et c'est notre démarche.

- Quels nouveaux services envisagez-vous sur fibre optique?

- Il sera possible de diffuser davantage de chaînes de télévision en haute définition. Ensuite, je pense au stockage des données à distance, qui sera facilité, notamment grâce à un réseau de débit symétrique. Enfin les services, de type YouTube, s'adaptent à la largeur de bande. Peut-être que YouTube, dans dix ans, sera disponible en haute définition.

- Récemment, la Commission de la concurrence, celle de la communication et Monsieur Prix ont demandé un changement de loi: que les prix régulés soient fixés immédiatement, et non plus après une longue phase de discussion entre Swisscom et ses concurrents. Qu'en pensez-vous?

- Cela crée le risque de changer toute la loi. Vu la durée du processus démocratique, nous aurons une incertitude totale sur l'étendue des modifications pendant deux ans. Prendre ce risque alors que la Suisse est le seul pays européen où autant d'acteurs ont décidé d'investir dans la fibre revient à plonger toutes ces entreprises dans une trop grande incertitude. Et regardons ce qui s'est passé sur le réseau fixe: après dix ans de régulation, nous avons les prix parmi les plus bas d'Europe.

- Mais les trois autorités parlent du dernier kilomètre, et du prix final qui n'a toujours pas été fixé, alors que la loi est entrée en vigueur le 1er avril 2007...

- Oui mais, si l'on révise la loi, cela va prendre deux ans. D'ici là, le prix aura été fixé. De plus, les opérateurs alternatifs demandent quatre francs de moins que le prix que nous proposons... Cela ne peut pas les empêcher de lancer de nouvelles offres. Regardez ce que fait Sunrise: il offre gratuitement l'accès à Internet. Or ses parts de marché ne progressent pas. Donc le prix n'a pas autant d'importance.









«Les grands problèmes de Bluewin TV ont été réglés»

L'offre de télévision sera désormais étoffée.

Anouch Seydtaghia

Le Temps: En un an, Bluewin TV a gagné 40000 clients, pour en compter au total 80 000 à mi-2008. En face, Cablecom a gagné 21000 clients pour sa seule offre numérique ces trois derniers mois. Vos chiffres ne sont pas très bons...

Carsten Schloter: Si, car au deuxième trimestre, Bluewin TV a réussi à obtenir entre 40 et 50% des nouveaux abonnés. De plus, notre service est désormais exempt de bugs. Nous avons arrêté l'an passé de promouvoir notre service pour régler ces problèmes, ce qui a freiné l'acquisition de nouveaux clients. Depuis Pâques, nous avons relancé toutes les activités. Les résultats sont très satisfaisants.

- Il reste encore tout de même des soucis techniques, comme ce léger décalage entre le son et l'image.

- Les grands problèmes ont été réglés. Nous faisons des interventions chez des clients isolés pour résoudre des soucis spécifiques.

- De nombreux clients Swisscom ne peuvent pas recevoir votre service...

- Nous améliorons progressivement la bande passante.

- Vous êtes satisfait du nombre de matches vendus à l'unité, mais en même temps vous ne proposez toujours pas Eurosport en français.

- Certes, mais nous avons passé nos douze derniers mois à régler les problèmes techniques. Nous allons élargir notre offre des chaînes de base. Eurosport sera disponible durant ce mois.

- Vous avez signé avec Zattoo pour permettre à vos clients internet d'accéder à ses programmes TV avec une bonne qualité. N'y a-t-il pas un risque de cannibaliser votre propre offre?

- Je ne crois pas, car les utilisateurs de Zattoo regardent ce service plutôt via leur ordinateur. Je pense d'ailleurs que nous devrions signer davantage d'accords de ce type avec des fournisseurs de services via Internet. De toute façon, la concurrence va s'étoffer dans ce domaine. Apple, qui a lancé son service de téléchargement de films aux Etats-Unis, va forcément le proposer en Europe. Cette concurrence est saine.

- Verra-t-on un jour l'ombre d'une fesse dans des films érotiques diffusés sur Bluewin TV?

- Je suis personnellement un peu réservé. Aucune décision n'a été prise dans ce sens.






De Mercedes à Swisscom

Anouch Seydtaghia

Carsten Schloter a succédé à Jens Alder en janvier 2006 à la tête de Swisscom. Auparavant, il était responsable de l'unité Mobile. Avant d'entrer au service de Swisscom en 2000, Carsten Schloter a travaillé pour Mercedes et l'opérateur Debitel en France et en Allemagne. Véritable «homotechnologicus» - il a été l'un des premiers Suisses à exhiber fièrement son iPhone dès 2007 -, il avait auparavant étudié l'économie d'entreprise et l'informatique.

Il est Allemand et parle parfaitement le français.