mercredi, 30 avril 2008

Le conflit à la RSR tourne mal sur le Net

Le conflit à la RSR tourne mal sur le Net







SUISSE ROMANDE. La direction de la radio fait une cuisante expérience avec un agent de communication qui devait l'aider à gérer la crise.

François Modoux
Samedi 26 avril 2008


On avait bien compris que la crise des fichiers pédophiles à la Radio suisse romande (RSR) était le résultat d'un rare cafouillage. On croyait avoir tout vu, on se trompait! Alors que le climat est «à la reconstruction» d'un climat de confiance, un épisode calamiteux a de nouveau secoué la Maison de la radio cette semaine. Le conseiller en communication que la direction de la RSR a engagé le 10 avril pour surmonter la crise a commis un impair peu en rapport avec la réputation de son employeur, l'agence Rochat & Partenaires. Comme l'a annoncé 20 minutes, la direction de la RSR a dû rompre le contrat pour couper court aux interprétations malveillantes sur son éventuelle complicité.

Sous le pseudonyme de Goldorak, l'employé de Rochat & Partenaires s'est infiltré sur le site de Jorge Resende, l'informaticien licencié par la RSR et en croisade pour sa réintégration Deux jours durant, l'agent de communication a inondé de ses commentaires le livre de visite du site tenu par la famille Resende. S'intercalant entre les messages de soutien à l'informaticien, il a interpellé anonymement Resende et a critiqué les moyens de son combat, poliment mais en donneur de leçons.

«Monsieur Resende joue le bon rôle. Celui de Robin des Bois qui lutte contre le méchant shériff de Nottingham ou celui du pauvre David qui lutte contre le méchant Goliath. Apparemment son image est parfaite mais pas aussi lisse qu'il veut bien le dire. A lire son site, Jorge devrait plutôt s'appeler Jésus...» a par exemple posté Goldorak. Ou encore ce genre de conseil: «Ne devenez pas un Don Quichotte qui cherche à combattre des ennemis qui n'existent pas.»

«L'avocat du diable»

Se qualifiant d'«avocat du diable» et d'«internaute qui n'aime pas les partis pris monolithiques», Goldorak a répliqué à tous les internautes postant des messages pour Resende, cherchant à les discréditer. Il semble aussi avoir cherché à pousser l'informaticien à le censurer. Mais Resende s'est montré le plus futé et il a démasqué son contradicteur.

Relire Goldorak écrire que «la RSR semble communiquer dorénavant de façon plus transparente» finit de disqualifier le sous-marin de Rochat & Partenaires.

François Huguenet, associé de l'agence à Lausanne, est gêné. Son employé a mené cette action sur le Net «en solitaire, sans en référer à ses supérieurs ni à son mandant», assure-t-il. Une éventuelle sanction contre l'employé, connu comme un blogueur patenté, sera décidée plus tard, à froid. A la radio, on ne veut pas gloser davantage sur «cette démarche stupide». La confiance avec le consultant rompue, le contrat a été dénoncé.

dimanche, 27 avril 2008

«An der Regulierung kann es nicht liegen» - Wirtschaft - Tages-Anzeiger

«An der Regulierung kann es nicht liegen» - Wirtschaft - Tages-Anzeiger

22. April 2008, 19:17

«An der Regulierung kann es nicht liegen»

Der Swisscom-Chef Carsten Schloter erklärt, wieso die Swisscom im Mobilfunk immer dominanter wird, wann sich das iPhone lohnt und warum Bluewin TV in Gefahr ist.

Carsten Schloter: «An der Regulierung kann es nicht liegen»
Keystone Carsten Schloter: «An der Regulierung kann es nicht liegen»

Mit Carsten Schloter sprach Angela Barandun

Herr Schloter, die Swisscom gilt als Favoritin für die Einführung des iPhone in der Schweiz. Wenn Sie den Zuschlag bekommen, müssen Sie Apple am Umsatz beteiligen. Kann das überhaupt rentieren?

Es ist völlig unklar, wie viel die Anbieter in Deutschland, Frankreich und Grossbritannien an Apple überweisen müssen.

Gehen wir von den 30 Prozent des Umsatzes aus, die kursieren. Rentiert es dann?

Die Frage ist, ob das iPhone bei einem Vertragsabschluss verbilligt wird wie alle anderen Geräte oder nicht. Ob es sich lohnt, hängt aber auch vom Markt ab. Aber es kann aufgehen.

Ist die Umsatzbeteiligung an und für sich keine gefährliche Tendenz für Anbieter?

Ich glaube, dass nur ein einziger Anbieter in der Lage ist, eine Umsatzbeteiligung durchzusetzen. Das ist Apple. Warum? Weil die meisten Apple-Kunden leidenschaftliche Kunden sind. Sie entscheiden sich in erster Linie für das iPhone, und nicht für den Telekommunikations-Anbieter. Kein anderer Gerätehersteller verfügt über Kunden, die so religiös an der Marke hängen. Das ist die Stärke des Unternehmens. Apple macht das einfach wirklich gut und hat das verdient. Das ist einfach ein brillantes Unternehmen.

Das iPhone könnte Ihnen neue Kunden bringen. Die Swisscom gewinnt aber schon jetzt im Mobilfunk Marktanteile, die Konkurrenz kommt nicht vom Fleck. Ist die Swisscom zu gut? Die Konkurrenz zu schlecht? Oder die Regulierung Schuld?

Es wäre unanständig zu behaupten, dass die anderen Anbieter einen schlechten Job machen. Aber an der Regulierung kann es auch nicht liegen. Kein europäisches Land kennt im Mobilfunk Gesetze, die zum Ziel haben, die Marktverhältnisse zwischen den Anbietern zu beeinflussen.

Trotzdem wird die Swisscom immer dominanter.

Es wäre anmassend zu behaupten, dass unsere Strategie die Ursache dafür ist. Eines stellen wir allerdings klar fest: Der Kündigungswillen unserer Kunden ist im Vergleich zu jenen von Sunrise und Orange deutlich niedriger.

Die Swisscom hatte einen Startvorteil, den die Konkurrenz nie aufholen konnte. Sie hatte bereits ein Mobilfunknetz, als die anderen noch nicht mal eine Lizenz hatten.

Das mag in den ersten Jahren sicherlich der Fall gewesen sein. Genau deshalb haben wir Orange in der Anfangsphase Zugang zu unserem Netz gewährt. Ausserdem haben wir in den ersten drei Jahren der Liberalisierung ein Drittel unserer Kunden verloren. Das war heftig.

Was war der Auslöser für die Kehrtwende?

Dafür ist unter anderem unser Liberty-Tarif verantwortlich. Er hat den Kunden wirklich etwas gebracht: Sie haben ihr Gesprächsverhalten komplett verändert und telefonieren heute deutlich länger.

Liberty war sicher ein Erfolg. Aber wohl kaum Matchentscheidend.

Doch. Auch, weil der Liberty-Tarif die Kunden immun gegenüber Mitbewerbern macht, die auf Minutenbasis abrechnen. Bei einem Wechsel müssten unsere Kunden ihre Verhaltensänderung wieder rückgängig machen  und würden eine frisch gewonnene Freiheit wieder verlieren. Zentral war auch die Einführung unseres Billigangebots M-Budget Mobile. Es kam genau zum richtigen Zeitpunkt.

Je mehr Erfolg Sie im Mobilfunk haben, desto grösser wird der Druck aus der Politik. Der Telecom-Regulator kann nicht zulassen, dass die Swisscom ihren Marktanteil auf 70 Prozent ausbaut.

Solange die Preise für die Kunden sinken und wir Mitbewerber nicht mit Dumping-Preisen aus dem Markt drängen, frage ich Sie: Wo liegt das Problem? Vor allem, wenn auch unsere Mitbewerber Geld verdienen.

Das tönt zwar gut. Politisch hat diese Argumentation allerdings keine Chance.

Zweck der Liberalisierung ist ja nicht per se, den Marktanteil der Swisscom zu senken. Die Idee ist, dass die Preise für die Konsumenten sinken. Dass Investitionen getätigt werden. Dass ein Infrastrukturwettbewerb stattfindet. Solange das passiert, ist doch alles in Ordnung.

Aber können Sunrise und Orange noch Geld verdienen, wenn Ihr Marktanteil bei 70 Prozent liegt?

Ich habe überhaupt keinen Grund zu befürchten  oder zu hoffen! , dass unser Marktanteil so stark steigen könnte. Unsere Mitbewerber beschweren sich ja nicht nur, sie bringen auch neue Angebote. Sie werden auch wieder Marktanteile gewinnen. Und das zwingt uns wiederum dazu zu handeln.

Der Erfolg der Swisscom hat dazu geführt, dass auch der Druck in der Öffentlichkeit zugenommen hat.

Diesen Eindruck kann man gewinnen. Wir bemühen uns deshalb  speziell auch auf der regulatorischen Seite  sehr viel mehr Kooperationsbereitschaft zu zeigen.

Auch intern versuchen Sie das Klima zu verbessern. Sie haben in einem Schreiben an alle Mitarbeitenden offiziell die Du-Kultur eingeführt. Eine Reaktion auf Reibereien bei der kürzlichen Umstrukturierung?

Nein. 98 Prozent der Menschen im Unternehmen haben sich bereits bisher geduzt.

Dann gibt es ja auch keinen Grund, das Du von oben herab zu verordnen.

Doch, weil es Hemmungen gab gegenüber der Führung. Die Mitarbeitenden haben sich gefragt: Können wir Carsten Schloter auch duzen?

Aber lässt sich so etwas nicht besser zwischenmenschlich lösen?

Mit über 15 000 Menschen? Das ist etwas schwierig.

Die Empfangsdame wird Sie ja auch heute nicht duzen, oder?

Doch, natürlich.

In diesem Fall widersetzt sich Ihr Pressesprecher den geltenden Regeln. Er hat die Dame gesiezt.

Das ist, weil er Deutscher ist. Nein, Scherz beiseite: Das Duzen ist ja keine Anordnung, sondern eine Möglichkeit.

Wieso haben Sie dann keinen Brief verschickt àla: Carsten Schloter bietet Ihnen das Du an?

Weil es nicht nur um mich geht, sondern um das ganze obere Management. Ich glaube, die Öffentlichkeit ist davon ausgegangen, dass bei uns immer noch eine Sie-Kultur vorherrscht.

Nein. Ich finde es lediglich eigenartig, dass man so eine informelle Sache wie das Duzen so formal einführt.

Es kann durchaus sein, dass unsere Kommunikation dazu nicht geschickt war.

Ich weiss auch nicht, ob ich mich als Empfangsdame wohl dabei fühlen würde, Sie auf einmal zu duzen.

Ich wurde praktisch an jedem Mitarbeiteranlass gefragt, warum wir nicht offiziell die Du-Kultur einführen. Auf allen Ebenen duzt man sich, nur mit dem Topmanagement war das Verhalten bisher unklar. Es gibt auch heute noch Menschen, die mich siezen. Aber das sind ganz wenige. In französischen Unternehmen duzt man sich systematisch. Man spricht sich mit dem Vornamen an und siezt sich.

Im Markt aber ist der Umgangston viel rauer geworden. Warum?

Wollen unsere Mitbewerber auf politischer Ebene etwas bewirken, müssen sie zwangsläufig versuchen, die Swisscom an den Pranger zu stellen. Wenn ein alternativer Anbieter es schafft, die Regulierung zu seinen Gunsten zu beeinflussen, ist sein Unternehmen auf einen Schlag viel mehr Wert. Ich verurteile das nicht.

Sind wir uns den Ton bloss nicht gewohnt, weil bisher keiner der Swisscom Gegenwehr geboten hat?

Nein, es liegt eher am Zeitpunkt. Bei der Umsetzung der Entbündelung geht es für alle Anbieter um sehr viel Geld. Das führt dazu, dass die Diskussion durch eine hohe Emotionalität gekennzeichnet ist. Das wird sich auch wieder ändern.

Wäre das Klima ein anderes, wenn die Liberalisierung strenger gewesen wäre?

Die Vorwürfe wären genau dieselben. Es ist ja nicht so, dass das Geschäft unserer Mitbewerber nicht rentiert. Unter dem Strich nehmen sie Geld ein.

Sunrise argumentiert, dass sie auf Grund Ihrer überhöhten Wiederverkaufspreise bei den Breitbandanschlüssen Verlust macht.

Die absolute Marge in Franken liegt bei diesem Angebot bei über 10 Franken pro Monat. Sie werden kaum ein anderes Land in Europa finden, in dem ein alternativer Anbieter eine so hohe Marge für ein reines Wiederverkaufsangebot vorweisen kann.

Also übertreibt Sunrise?

Fragen Sie Sunrise doch mal, wie viel ihr Mutterkonzern TDC den alternativen Anbietern in Dänemark an absoluter Marge lässt. Ob Sunrise Geld verdient oder nicht, kann ich nicht beurteilen. Aber die Marge ist deutlich höher als in Resteuropa.

Telecom-Regulator Marc Furrer schlägt vor, dass Sunrise und Orange ihre Mobilfunknetze zusammenlegen, um Kosten zu sparen. Was halten Sie davon?

Der Vorschlag ist nicht überraschend. Mittlerweile ist klar, dass Sunrise zum Verkauf steht. Falls sich kein Ausländer in die Schweiz wagt, kommen als Käufer nur Cablecom und Orange in Frage. Da muss sich der Regulator doch überlegen, ob er zu einem solchen Zusammenschluss Hand bieten würde oder nicht.

Und mit dieser Aussage tut er das?

Ja, er öffnet eine Tür. Angesichts der Marktsituation ist das verständlich.

Herr Furrer schlägt auch vor, dass die Anbieter beim Bau von Glasfasernetzen zusammenarbeiten.

Es macht keinen Sinn, unkoordiniert mehrere Glasfasernetze zu ziehen. Die Ausgaben für den Bau, die 80 Prozent der Gesamtkosten ausmachen, dürfen nicht mehrmals getätigt werden.

Konkret: Es soll nur einmal gegraben werden.

Genau.Wenn die Swisscom einen Strassenzug erschliesst, fragt sie die Mitbewerber an, ob sie auch an Leitungen interessiert sind. Wenn ja, verlegt sie für diese eigene Leitungen.

Das machen Sie heute schon?

Wir sind im Gespräch mit verschiedenen Elektrizitätswerken und mit der Cablecom, um Pilotversuche zu starten.

Warum braucht denn jeder seine eigene Glasfaser? Ist das nicht unsinnig?

Das Netz wird zwar ein bisschen teurer, allerdings machen die Glasfaser und die Elektronik dahinter nur 20 Prozent der Gesamtkosten aus. Dafür entsteht Wettbewerb beim Bau und Betrieb und die Kosten sinken. Davon profitieren am Ende die Konsumenten und jene Betreiber, die kein eigenes Glasfasernetz bauen.

Wie das?

Wenn das Elektrizitätswerk Zürich sein Glasfasernetz anderen Anbietern zur Verfügung stellt, bleibt der Swisscom gar nichts anderes übrig, als das auch zu tun. Und zwar zu marktüblichen Bedingungen.

Können Sie das erklären?

Ein Beispiel: Heute spielt der Wettbewerb zwischen der Cablecom und der Swisscom. Das hat auch Auswirkungen auf Wiederverkäufer wie Sunrise. Wenn die Endkundenpreise sinken oder die Leistung steigt, müssen wir auch die Wiederverkaufsbedingungen anpassen. Ansonsten hätten unsere Wiederverkäufer keinen Stich mehr gegen die Cablecom. Und das ist nicht in unserem Interesse.

Trotzdem: Wieso kann man sich beim Bau der Glasfasernetze nicht wenigstens auf einen gemeinsamen Standard einigen? Heute sind das Glasfasernetz der Swisscom und das des EWZ nicht kompatibel.

Ja, das ist so. Das Problem ist, dass wir heute nicht wissen, welche Netzwerkarchitektur sich in den nächsten 15 Jahren als die richtige erweisen wird. Und diese hat einen erheblichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit des Netzes. Fällen wir einen Entscheid, der sich in 4 Jahren als falsch erweist, müssen wir nachinvestieren. Allerdings nur, wenn es einen Infrastrukturwettbewerb gibt. Haben alle das gleiche Netz, fehlen die Anreize.

Also läuft es auf einen Formatkrieg hinaus?

Im Netz ja. Bei der Verkabelung innerhalb des Hauses versuchen wir das zu verhindern. Dort ist es extrem wichtig, dass der Hauseigentümer die Gewissheit hat, dass seine Verkabelung anbieterunabhängig funktioniert. Darum wollen wir mit der Cablecom und den Elektrizitätswerken einen gemeinsamen Standard definieren.

Anstelle des Telefonsteckers und der TV-Buchse werden wir also bald Computerstecker sehen?

Ja. So genannte Ethernet-Stecker.

Aber es gibt gar keine Endgeräte, die man dort einstöpseln könnte.

Der Fernseher etwa hat noch keinen solchen Stecker. Aber handelsübliche Modems und Settop-Boxen zum Empfang von Digital-TV haben einen.

Eine Box, wie man sie etwa für das Fernsehangebot der Swisscom braucht. Bislang war Bluewin TV allerdings kein Erfolg.

Ja, wir hatten uns weniger Kosten erhofft, und mehr Kunden.

Insgesamt ist Bluewin TV kein Ruhmesblatt.

Im internationalen Vergleich gibt es zwei Kategorien von Ländern: Solche mit Kabelnetzen und solche ohne. Wo es keine Kabelnetze gibt, ist Fernsehen übers Internet teilweise erfolgreicher als in der Schweiz, etwa in Italien und Frankreich. Wenn sie sich aber die Qualität anschauen, ist sie weitaus geringer als in der Schweiz.

Die italienische Swisscom-Tochter Fastweb ist also schlechter als Bluewin TV?

Lassen Sie es mich so formulieren: Fastweb ist hinsichtlich Programmbreite und Funktionalität besser. Beim Video on Demand (jederzeit abrufbare Filme im Stil einer Videothek, Anm. der Red.) und beim Sportangebot ist Bluewin TV im Vorteil.

Und bei der Bildqualität?

Bei der Bildqualität und -stabilität sind wir heute etwas besser als Fastweb.

Und daran ist die Cablecom Schuld?

Bei uns setzt das Kabel einfach einen Recht hohen Standard. Das war von Anfang an unsere grosse Herausforderung.

Im Parlament wird im Sommer darüber diskutiert, ob digitales Fernsehen reguliert werden soll. Im Fokus steht vor allem die Cablecom. Allerdings wäre auch Bluewin TV betroffen, oder?

Ja, wenn die Motion so durchkommt, und die Settop-Boxen reguliert werden, wäre das wohl der Todesstoss für Bluewin TV.

vendredi, 25 avril 2008

Migros va augmenter le prix du riz...

La Migros augmente le prix du riz

En raison de la flambée des cours et des difficultés d'approvisionnement, la Migros envisage d'augmenter de 10 à 20 centimes le prix du kilo de riz. Coop et Denner attendent.
«A compter de mai, Migros va adapter en permanence le prix du riz, dans une fourchette de 10 à 20 centimes selon les variétés», explique Monika Weibel,porte-parole du numéro un du commerce de détail en Suisse. De fait, les cours mondiaux du riz flambent, en raison, d'une part, d'une production insuffisante et, d'autre part, de la spéculation. Victime des inondations, l'Inde, l'un des plus gros pays producteurs, n'exporte quasiment plus de riz, pour protéger ses circuits d'approvisionnement intérieurs.

Migros cherche ainsi d'autres filières d'approvisionnement que l'Asie, comme l'Amérique latine et plus particulièrement l'Uruguay. Le grand distributeur achète également du riz européen, notamment espagnol et italien. Ses stocks sont pleins encore jusqu'à l'automne. «Il n'y a aucune rupture d'approvisionnement pour aucune variété de riz», selon Monika Weibel.

La situation de la Suisse n'est aucunement comparable à celle des Etats-Unis, où les achats de riz et de pâtes ont été plafonnés, les consommateurs effectuant des provisions par crainte de la pénurie. Que ce soit Migros, Coop ou Denner, les grands distributeurs ne signalent aucun achat massif de la part de la clientèle.

Pour sa part, Coop ne veut pas encore répercuter la flambée des cours du riz sur les consommateurs. «Nous essayons, comme toujours, de supporter nous-mêmes aussi longtemps que possible les hausses de prix des matières premières», a déclaré à l'AP le porte-parole du distributeur, Takashi Sugimoto. Denner n'envisage pas non plus d'augmenter les prix.

Source: AP

dimanche, 6 avril 2008

Christoph Brand: «Ein Knopfdruck – und wir sind weg»

Christoph Brand: «Ein Knopfdruck – und wir sind weg»

Der Sunrise-Chef klagt über das De-facto-Monopol der Swisscom und die Sünden der Politiker. Diese fordert er zum sofortigen Handeln auf, sonst werde es in der Schweiz bald keinen Wettbewerb mehr geben. Verzögerungstricks seien völlig fehl am Platz.



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Interview: Michael Kuhn
Handelszeitung 01.04.2008


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Wie ist Ihr Verhältnis zu Swisscom-Chef Carsten Schloter?

Carsten Schloter: Emotionslos, sachlich.

Ach ja?

Brand: Ja, wirklich. Ich unterscheide immer zwischen dem Menschen und der Rolle, mindestens im Geschäftsleben.

Und von Seiten von Swisscom?

Brand: Es gibt eine inhaltliche Debatte, und hier können Carsten Schloter und ich nicht der gleichen Meinung sein. Ich würde nie auf eine persönliche Ebene gehen.

Sie weichen der Frage aus.

Brand: Der Schlagabtausch zwischen uns und Swisscom wurde hochstilisiert. Und wie Swisscom kommuniziert, dazu möchte ich mich nicht äussern.

Genau hier liegt das Problem der Branche.

Brand: Was meinen Sie?

Sie streiten über die Politik und die Medien, diskutieren aber nicht in Ihren Verbänden. Es herrscht nur in einem Punkt Konsens: Dass es keinen gibt.

Brand: So falsch ist das nicht. Es stimmt, dass wir zu wenig hart in unseren Branchenverbänden Dinge zur Sprache bringen. Wir können in gewissen Punkten aber auch gar nicht einer Meinung sein. Auf der anderen Seite haben wir mit Swisscom, Orange oder Cablecom auch viele gemeinsame Interessen.

Aber in der wesentlichen Frage haben Sie keinen gemeinsamen Nenner: Ob es eine weitere Liberalisierung braucht oder nicht.

Brand: Bis auf Swisscom sind wir uns schon einig, dass etwas passieren muss. Nur beim «was» bestehen Differenzen.

Für Swisscom ist klar, dass jetzt erstmals das neue Fernmeldegesetz von Ende letzten Jahres umgesetzt werden sollte, bevor neue Baustellen eröffnet werden.

Brand: Finden es unsere Kunden erfreulich oder nicht, dass sie bei uns jetzt gratis ADSL haben können? Sollen wir unseren Kunden sagen, wir senken die Preise nicht mehr und machen auch keine neuen Angebote mehr, bis wir alle unsere alten Hausaufgaben erledigt haben?

Ihre Antwort bitte.

Brand: Natürlich nicht. Gerade weil die Schweiz in Sachen Liberalisierung gegen sieben Jahre allen EU-Ländern hinterherhinkt, haben wir den Auftrag, doppelt und dreimal so schnell vorwärts zu machen.

Weshalb? Sie können die Politikerinnen und Politiker doch auch ein paar Monate nicht mehr nerven und zuerst die Entbündelung der Letzten Meile vorantreiben.

Brand: Letzteres tun wir sowieso. Aber die Realität ist, dass Swisscom auf höchstem Niveau Marktanteile gewinnt, was im internationalen Vergleich einmalig ist. Das ist kein Rezept für mehr Wettbewerb. Und Sie kennen das politische Tempo in der Schweiz. Wir müssen jetzt handeln.

Und wer ist schuld an der Verzögerung? Ihr ehemaliger Arbeitgeber?

Brand: Swisscom verteidigt zu Recht die Interessen ihrer Aktionäre und Mitarbeiter. Es gab in der Revision des Fernmeldegesetzes die irrige Annahme, dass der Infrastrukturwettbewerb zwischen den Kabelnetzbetreibern und den Telekomanbietern genügend Dynamik in den Markt bringen würde.

Das hat er doch.

Brand: Wie bitte? Swisscom hat einen Marktanteil bei Breitbandanschlüssen von 70%, Tendenz klar steigend, und die Preise liegen immer noch das Zwei- bis Dreifache über dem europäischen Durchschnitt. Und der Gewinn ist immer noch um den Faktor 10 grösser als bei der Nummer zwei im Markt. Bei den Hausanschlüssen ist die Swisscom wieder bei über 92%, Tendenz ebenfalls wachsend. Kurz: Es gibt heute keinen Wettbewerb im Festnetzumfeld.

Sie malen den Monopol-Teufel an die Wand.

Brand: Wenn sich die Marktanteile so weiterentwickeln, beherrscht Swisscom in einigen Jahren wieder in allen Bereichen 80 bis 90% des Marktes. Und was ist das anderes als eine De-facto-Monopolsituation?

Weshalb diese Jammerei? Sie könnten doch einfach mehr Geld in die Hand nehmen und in die Infrastruktur investieren.

Brand: Erstens: Sunrise hat bereits 4 Mrd Fr. in ihre Infrastruktur investiert. Zweitens: Allein in den Jahren 2002 bis 2007 haben wir Swisscom insgesamt 2 Mrd Fr. für die Benutzung ihrer Festnetzinfrastruktur bezahlt. Drittens: Wir haben unseren Investoren seit der Gründung von Sunrise kumuliert weniger als 200 Mio Fr. Dividenden gezahlt. Sorry, aber da sieht wirklich jeder, dass hier etwas krumm ist.

Ja, tatsächlich: Weshalb haben Sie die 2 Mrd Fr. nicht einfach in den Aufbau einer eigenen Festnetzinfrastruktur gesteckt?

Brand: Es wäre wirklich völlig blödsinnig ? und abgesehen davon auch viel zu teuer ?, die ganze Schweiz umzugraben und nochmals eine komplette Infrastruktur zu jedem Haus zu legen. Das kann ja niemand im Ernst wollen. Wir hätten das Geld tatsächlich lieber in eine eigene Infrastruktur gesteckt, und zwar bei der Entbündelung der Letzten Meile. Aber das durften wir nicht.

Sie investieren jedes Jahr hunderte von Mio Fr. und verlieren trotzdem Marktanteile. Macht Sunrise nicht einfach einen schlechteren Job als Swisscom?

Brand: Es geht nicht allen toll und nur Sunrise schlecht. Alle verlieren laufend Marktanteile, Tele2 ist aus dem Festnetzgeschäft sogar faktisch ausgestiegen. Es ist ein Marktthema, nicht ein Sunrise-Thema. Wenn wir Swisscom für ein Grosshandels-produkt 85 Fr. pro Monat bezahlen müssen, welches Swisscom den Kunden für 69 Fr. verkauft ? und zwar in einem Bereich, in dem sie 100% des Grosshandels beherrscht ?, kann niemand langfristig überleben. Solche Tricks sind aber üblich.

Sunrise kommt aber auch da nicht vom Fleck, wo sie über eine eigene Infrastruktur verfügt und von Swisscom völlig unabhängig ist: Im Mobilfunk.

Brand: Moment mal: Im Mobilfunk haben wir und Orange immerhin je rund 20% Marktanteil. Das ist deutlich mehr als im Festnetzgeschäft.

In welchem Land mit drei unabhängigen Mobilfunknetzen hat der ehemalige Monopolist einen Marktanteil von über 60%? In keinem.

Brand: Stimmt.

Also macht Sunrise ihren Job schlecht.

Brand: Das hat damit nichts zu tun. Auch im Mobilfunk wurde der Markt viel zu spät geöffnet. Deshalb konnte Swisscom tausende Antennen mehr als alle anderen bauen und sich die besten Standorte sichern. Aber es ist natürlich auch so, dass wir einige Dinge hätten besser machen können.

In der Schweiz ist es doch so: Die Kunden springen nicht sehr rasch auf die günstigsten Preise auf. Die Zauberformel der Marktanteile im Mobilfunk von 60:20:20 für Swisscom, Sunrise und Orange gilt schon seit Jahren. Ändert sich daran je etwas?

Brand: Das ist eine gute Frage. Ich weiss es nicht. Es ist in der Schweiz wirklich so, dass Privat- und KMU-Kunden freiwillig viel zu hohe Preise zahlen. Das ist bei den Krankenversicherungen so, und so ist es auch im Telekomsektor. So könnten 80 bis 90% aller Handykunden sofort ihren Anbieter wechseln und substanziell Geld sparen ? und zwar ohne Qualitätseinbussen.

Wenn die Kunden gar nicht weg wollen von Swisscom, wie wollen Sie hier dann bitte Marktanteile gewinnen?

Brand: Erstens: Transparenz. Vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Geld sie einfach für nichts bezahlen. Zweitens: Noch innovativer werden, immer etwas Neues bringen. Drittens: Weiter investieren, wo wir können, das legt die Grundlage der neuen Angebote. Wir sind auf einem guten Weg, die Signale aus dem Markt sind positiv.

Auch wenn das so ist: Swisscom muss nur auf den Knopf drücken, und Sunrise ist weg vom Markt.

Brand: Falsch. Swisscom muss nur auf den Knopf drücken ? und es gibt überhaupt keine Konkurrenz mehr.

Sie rufen nach mehr Staat?

Brand: Ich bin a priori gegen Staatseingriffe. Aber die eigentliche Sünde wurde früher begangen, als man ein Monopol im Telekomsektor überhaupt zuliess. Jetzt muss die Politik dieses Problem lösen, und zwar richtig ? mit einer Liberalisierung, die den Namen verdient. Die Politik muss nun handeln und den gesetzlichen Rahmen sofort umsetzen. Verzögerungstricks mag es nicht leiden. Wir müssen jetzt handeln, damit wir in fünf Jahren noch Swisscom-Konkurrenten in der Schweiz haben.

Was ist ihr Worst-Case-Szenario?

Brand: Der Grad der Liberalisierung bleibt so tief wie bisher, und Swisscom unternimmt auf dem Rechtsweg weiterhin alles, um diese zu verzögern. Die Swisscom-Preise und die Wechselbereitschaft bleiben, wo sie sind. Dann werden alle Investoren wie TDC, France Télécom, Tele2 oder Liberty Global ihre Investitionen auf das absolute Minimum zurückfahren, um noch eine Rendite zu erzielen. Die Marktanteile von Swisscom werden weiter wachsen, die Innovationen werden zurückgehen und die Preise hoch bleiben.

Werden alle in der Schweiz bleiben?

Brand: Kaum. Der eine oder andere Investor wird sich zurückziehen. Oder es findet eine Konsolidierung statt.

Wie lange gibt es Sunrise noch?

Brand: So lange es eine Nachfrage nach Telekomdiensten in der Schweiz gibt.