mercredi, 30 janvier 2008

SUPERMARCHÉ - Le premier Aldi romand dope les ventes de ses concurrents

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Le premier Aldi romand dope les ventes de ses concurrents

SUPERMARCHÉ | 00h04 L'arrivée à Collombey, dans le Chablais, du discounter allemand et de ses produits à bas prix, n'a pas vidé les supermarchés des environs. Au contraire, elle stimule les ventes et amène de nouveaux clients. Pour le plus grand bonheur de Coop et Casino.

DR | CONCENTRATION La réunion, dans la zone commerciale de Collombey, d'Aldi, de Coop et de Casino attire une nombreuse clientèle, qui n'hésite pas à passer d'un supermarché à l'autre pour trouver ce qui lui convient au meilleur prix.

ANNE-ISABELLE AEBLI | 28 Janvier 2008 | 00h04

«Ce n'est plus du tout la folie des débuts, il n'y a plus de voitures parquées partout, mais il y a quand même tout le temps du monde!» note une Montheysanne qui vient régulièrement faire des achats chez Aldi à Collombey.

Moins de trois mois après son ouverture à Collombey (VS), la première filiale romande du discounter allemand semble avoir trouvé son rythme de croisière, à la satisfaction du groupe. «Nous sommes très contents! Il y a beaucoup de clients et pas seulement de ceux qui viennent une fois, mais aussi des clients réguliers», note Sven Bradke, porte-parole d'Aldi-Suisse. Des chiffres? Le groupe refuse d'en donner. Mais il suffit de se pencher sur la santé des commerces voisins pour comprendre que ce premier pas en pays francophone est un succès.

Cette réussite ne se mesure pas aux plaintes ou à la grogne des grandes surfaces proches, au contraire! L'arrivée d'Aldi a engendré un afflux de clientèle au centre Coop, situé à un jet de pierre. «Nous notons une augmentation du nombre de clients comme du chiffre d'affaires», se réjouit Daniel Rey, porte-parole de Coop Suisse romande. Pour la troisième semaine de janvier, par exemple, la hausse du chiffre d'affaires était de 6%. «Excellent», souligne Daniel Rey.

La tendance, déjà constatée en Suisse alémanique, est confirmée par le groupe Magro, propriétaire de l'Hypercasino. Signifie-t-elle que le magasin de Collombey attire des clients de toute la Suisse romande? «Je ne peux pas répondre à cette question», s'excuse Sven Bradke. Une petite visite sur place tend à démontrer le contraire. Sur le parking d'Aldi, les plaques d'immatriculations sont avant tout valaisannes. Et, à quelques très rares exceptions près, les autres sont vaudoises.

Beaucoup de retraités

«On croise essentiellement des gens du Chablais, confirme une habituée du magasin. Et, surtout, beaucoup de retraités, comme moi, qui avant faisaient leurs achats chez Denner.» A l'exception d'un couple de Veveysans venu faire, comme chaque mois, ses gros achats, l'essentiel des clients rencontrés ce matin-là habitent la région. «Aldi n'a pas fait augmenter le tourisme, dit avec un sourire amusé notre retraitée. Enfin si, le tourisme commercial, mais le nôtre! Car tout ne vaut pas la peine, ici. Alors, comme d'autres, je viens pour les produits qui m'intéressent et je fais le reste de mes courses ailleurs.»

Dans un proche avenir, les Lausannois pourront se procurer les quelque 800 articles à bas prix de la gamme Aldi sans faire de grand déplacement. «Nous avons de nouvelles filiales en construction à Bussigny, Bulle, Sion et Conthey», explique Sven Bradke. Leur date d'ouverture n'est pas encore fixée car «tout dépendra de l'avancement des travaux, du personnel et de la logistique». Mais elle pourrait bien avoir lieu avant la mise en service du centre logistique d'Aldi, à Domdidier (FR), prévue cet automne.

lundi, 28 janvier 2008

«Mobilfunkpreise werden rund zehn Prozent sinken» |

«Mobilfunkpreise werden rund zehn Prozent sinken»

Der CEO des grössten Schweizer Telekomkonzerns prognostiziert weitere Preissenkungen für Festnetz und Mobilfunk. Zudem kritisiert er die Wettbewerbskommission sowie seine Ex-Kollegen an der Spitze von Sunrise.

Von Nicole Kircher

Sonntag: Herr Schloter, Hand aufs Herz:
Würden Sie die italienische Internetfirma Fastweb heute kaufen?

Carsten Schloter: Ganz klar ja. Fastweb hatte vergangenes Jahr ein Umsatzwachstum von 20 Prozent. Das operative Ergebnis wurde von 300 auf 480 Millionen Euro gesteigert. Das ist zwar leicht unter den Erwartungen, aber dennoch werden Sie kaum einen anderen Telekomanbieter finden in Europa, der solche Wachstumsraten aufweist.

Die Börse sieht Fastweb deutlich
negativer. Der Aktienkurs hat sich gegenüber dem Preis, den die Swisscom gezahlt hat, halbiert.

Die Beteiligung an Fastweb ist Gegenstand unserer jährlichen Werthaltigkeitsprüfung. Es gibt keine Anzeichen, dass wir hier irgendwelche schlechten Nachrichten haben werden.

Also keine Fastweb-Abschreibungen für 2007?

Die Prüfung ist noch nicht abgeschlossen, aber ich erwarte keinen Abschreiber.

Und für 2008?

Wir wollen mit Fastweb weiter deutlich wachsen. Solange wir diese Ziele erreichen, gibt es keinen Handlungsbedarf.

Bei dem tiefen Aktienkurs könnte Swisscom auch günstig die restlichen 18 Prozent am Unternehmen kaufen.

Wir haben bereits heute Zugriff zu 100 Prozent auf die Cashflows von Fastweb und würden somit unseren eigenen Cashflow nicht aufbessern, wenn wir die Position aufstocken würden. Für den Swisscom-Aktionär wäre das kurzfristig gesehen also nicht interessant. Wenn wir das Ganze langfristig anschauen, ist es natürlich eine Frage der Opportunität, solange der Kurs so tief ist. Mittelfristig wären bei steigenden Cashflows keine künftigen Zahlungen an Minderheitsaktionäre mehr nötig, was zusätzliche Wertschöpfung für unsere Aktionäre bedeuten würde. Hier liegt ein klassischer Zielkonflikt vor, zu dem wir noch keine Entscheidung gefällt haben.

Swisscom gehört mehrheitlich dem Bund. Hatten Sie schon Nachfragen aus der Politik wegen des sinkenden Fastweb-Kurses?

Natürlich gab es diese Nachfragen. Wir haben genau das Gleiche gesagt wie Ihnen eben. Das Unternehmen entwickelt sich im Rahmen unserer ursprünglichen Erwartungen.

In den Medien blasen Ihre Konkurrenten von Sunrise und Orange zum Frontalangriff. Die Swisscom soll
aufgeteilt und eine unabhängige Netzgesellschaft gegründet werden. Die Idee wurde in der Politik vor Jahren bereits diskutiert und verworfen.
Warum kocht das jetzt wieder hoch?

Das ist eine gute Frage, und ich weiss ehrlich gesagt auch nicht, was man damit erreichen will.

Aus der Sicht der Konkurrenz ist das Ganze doch klar: Man will einerseits tiefere Preise, andererseits eine schwächere Swisscom . . .

. . . das mit der schwächeren Swisscom sagt man aber nicht offen. Und auch unsere Preise befinden sich schon jetzt weltweit gesehen im unteren Drittel, und das bei einer hervorragenden Breitbandversorgung.

Das mit den tiefen Preisen ist
umstritten . . .

Nein, das ist kein strittiger Punkt. In solchen Vergleichen, die Orange und Sunrise zum Teil heranziehen, vergleicht man einfach die Schweiz mit Portugal. In den Vergleichen aber, in denen die Preise von Sunrise und Orange mituntersucht werden, verwenden die beiden plötzlich selber auch kaufkraftbereinigte Preise. Das sind auch die richtigen Vergleichswerte, und wenn man die anschaut, sind wir nicht teurer.

Würde eine separate Netzgesellschaft die Preise nicht nochmals senken?

Nein, und auch die Tatsache, dass man sich unter den Anbietern über die Preise nicht einigen kann, würde bleiben.

Wenn Ihre Preise so konkurrenzfähig sind, wie Sie sagen: Warum hat der Regulator denn bereits zwei Mal
rückwirkend gewisse Preise gesenkt?

Nicht darum, weil es von unserer Seite her fehlende Kostentransparenz gäbe. Strittig sind vielmehr gewisse Parameter wie zum Beispiel die Abschreibungsdauer, die vom Regulator immer wieder anders berechnet wird. Man müsste deshalb gescheiter diese Parameter im Vorfeld verbindlich festlegen. Dann könnten wir von Anfang an die «richtigen» Preise bilden. Wir hoffen, dass der Regulator dieses Anliegen aufnimmt.

Akzeptieren Sie denn das jüngste
Verdikt der Wettbewerbskommission, die festgestellt hat, dass Swisscom beim Wiederverkaufen von Breitbandanschlüssen marktbeherrschend ist?

Nein. Das wichtigste Argument der Weko war, dass wir marktbeherrschend seien, weil die Cablecom ihrerseits kein Wiederverkaufsangebot habe. Die Weko hat bereits 2003 einmal festgestellt, dass die Swisscom darum marktbeherrschend sei. Die Oberinstanz der Weko ist aber dieser Argumentation nicht gefolgt und hat den Entscheid aufgehoben. Das neue Gutachten der Weko ist nun aber wieder mehr oder weniger deckungsgleich mit dem Entscheid von 2003. Deswegen ziehen wir das Ganze erneut weiter.

Macht es die Sache schwieriger, dass bei Sunrise inzwischen lauter Ex-Swisscom-Leute an der Spitze sitzen?

Es ist emotional schon schwierig manchmal, Menschen reden zu hören, die vor zwei Jahren noch etwas ganz anderes vertreten haben. Der Sessel macht eben den Menschen.

Aber aus Sicht von Sunrise oder
Orange ist die Situation im Schweizer Telekommarkt schon ziemlich frustrierend: Sie können machen, was sie wollen, die Marktanteile bewegen sich praktisch nicht mehr.

Es kann aber kein Ziel der Politik sein, zu definieren, wie viel Marktanteil Sunrise oder Orange in der Schweiz haben soll. Die Frage ist vielmehr, wie viel investiert wird, wo die Schweiz in Bezug auf die Infrastrukturversorgung steht und wo wir bezüglich der Preise stehen Und hier stehen wir hervorragend da.

Wie gut stehen eigentlich die Fernseh-aktivitäten von Swisscom mit Bluewin TV da? Es ist so verdächtig ruhig dort.

Finden Sie?

Ja, man hat das Gefühl, Sie halten das Ganze noch immer künstlich tief.

Das haben wir tatsächlich getan, aber in den kommenden Wochen werden wir loslegen mit einem erweiterten Angebot. Wir haben die Qualitätsprobleme bei Bluewin TV gelöst. Wir werden das Produkt noch besser vermarkten. Ziel ist es, dass die Kunden sofort sehen, welche zusätzlichen Möglichkeiten ihnen das digitale Fernsehen bietet.

Haben Sie auch die viel zu hohen
Anschlusskosten pro Kunde im Griff?

Wir arbeiten daran. Die Anschlusskosten pro Kunde liegen im Moment bei rund 1000 Franken. Wir werden unser Ziel, diese Kosten auf 700 Franken pro Kunde zu drücken, noch dieses Jahr erreichen.

Die Preise im neu entbündelten
Festnetz sind bereits um 30 Prozent gesunken. Diese Woche haben Sie die Grosshandelspreise für Breitbandangebote gesenkt. Was kommt noch?

Die günstigsten Flatrate-Angebote im Markt liegen heute bei 69 Franken. Wenn Sie das vergleichen mit 25 Franken Kosten für den Teilnehmeranschluss plus den derzeit 49 Franken für einen Breitbandanschluss und den Kosten von vielleicht 40 Franken für die Telefonie, dann haben Sie tatsächlich 30 Prozent gespart. Das ist schon sehr viel.

Also wars das schon?

Nein, ich gehe davon aus, dass die günstigsten Flatrate-Angebote in diesem Jahr unter 69 Franken fallen. Auch die Swisscom wird hier aktiv werden.

Und was passiert im Mobilfunk?

Ich rechne damit, dass die Preise wieder um rund zehn Prozent sinken werden. Da kommen laufend neue Angebote auf den Markt.

Apropos Handy: Können Sie endlich Neuigkeiten zum iPhone von Apple verkünden?

Ich würde ja gern, aber es gibt nichts Neues. Wir wissen nicht, ob und wann Apple das iPhone in der Schweiz lancieren will. Das Einzige, was ich sagen kann, ist, dass es nicht an uns liegt, wie zu lesen war. Dass die Verhandlungen mit Apple daran scheitern sollen, weil wir unser Logo auf dem Gerät nicht anbringen dürfen, ist blanker Unsinn.
(mz/owa)

dimanche, 27 janvier 2008

L'iPhone bientôt en Suisse

L'iPhone bientôt en Suisse

21 janvier 2008 - NADIA ESPOSITO

PHÉNOMÈNEApple n'a pas encore officialisé la date de l'arrivée de l'iPhone en Suisse, ni l'opérateur qui en aura l'exclusivité. Les rumeurs avancent pourtant que Swisscom pourrait le commercialiser dès le 29 février prochain...

Simon Jacquier de Nextway: «Les Suisses qui ont déjà l'iPhone sont une minorité prête à mettre le prix et à bidouiller l'appareil pour avoir un téléphone dernier cri.» le nouvelliste

C'est la révolution technologique du millénaire. Design, élégant, performant, pratique, innovant, l'iPhone est loin, très loin de n'être qu'un simple téléphone. Il associe trois produits extraordinaires: un téléphone mobile révolutionnaire, un iPod tactile à écran panoramique et un terminal internet précurseur doté d'une messagerie électronique et enrichi d'un outil complet de navigation web, de fonctions de recherche et de cartographie.

Après les Etats-Unis en juin et le Royaume-Uni, l'Allemagne et la France en novembre 2007, l'iPhone pourrait faire son arrivée en Suisse dans les semaines à venir.

Pour l'heure, ni Apple ni aucun opérateur n'a encore officiellement annoncé sa sortie, mais les rumeurs de plus en plus persistantes laissent à penser que Swisscom, qui détient 63% des parts de marché et la plus grande couverture mobile du pays, sera l'heureux élu et qu'il pourrait le commercialiser dès le 29 février. Son tarif serait de 599 francs avec un abonnement de deux ans aux conditions encore inconnues. «Tout cela n'est que spéculations», affirme Carsten Roetz, porte-parole de Swisscom. «Nous sommes effectivement en contact avec Apple et nous espérons vendre l'iPhone cette année, mais rien n'est encore confirmé.»

Le porte-parole estime cependant que parmi les trois opérateurs suisses, Swisscom a les meilleures chances d'être choisi par le géant à la pomme.

Encore une révolution Apple

Depuis trente ans, Apple n'a cessé de révolutionner le domaine des nouvelles technologies. Dans les années septante, elle abouleversé l'informatique personnelle. Aujourd'hui, la société de Steve Jobs continue de mener la révolution multimédia numérique avec ses lecteurs portables iPod et le service de musique en ligne iTunes. L'an dernier, avec l'iPhone, Apple a fait son entrée sur le marché de la téléphonie mobile. Une entrée saluée par une couverture médiatique jamais égalée pour le lancement d'un téléphone portable.

Lors de sa sortie aux Etats-Unis en juin 2007, l'iPhone a donc, logiquement, tout bousculé sur son passage. Désiré, imaginé, attendu, il s'en est vendu 1,4 million d'exemplaires en trois mois. Certains «applemaniaques» sont même restés pendant près de cinq jours devant les Apple Stores, attendant l'ouverture des portes, afin d'être les premiers à pouvoir l'acquérir. De bon augure pour Steve Jobs qui avait déclaré, lors de son discours d'ouverture à Macworld le 9 janvier 2007, viser 1% de parts de marché pour 2008, soit environ dix millions d'appareils au niveau mondial.

Les «applemaniaques» suisses

En Europe, avant même sa commercialisation en novembre 2007 au Royaume-Uni, en Allemagne puis en France, des milliers de personnes l'utilisaient déjà, grâce aux hackers du monde entier qui ont réussi à pirater et débloquer l'appareil. Les Suisses ne font pas exception. Ils sont déjà plusieurs milliers d'adeptes à téléphoner avec leur nouveau joujou. Près de 10 000 selon certaines estimations. «Ils sont plus de 5000 en Suisse à utiliser l'iPhone avec le réseau Swisscom», affirme Carsten Roetz. Selon Simon Jacquier de la société valaisanne Nextway qui vend du matériel informatique Apple en ligne, «c'est une minorité qui est prête à mettre le prix et à bidouiller son appareil pour avoir un téléphone dernier cri». Cette société qui compte quatre employés a vendu près de 900 iPhones en deux mois l'an dernier. «Au mois de septembre, quand les premières solutions de déblocage sont sorties sur le marché, nous avons proposé l'iPhone à moins de 700 francs dans notre gamme de produits. Nous avions des bons contacts aux Etats-Unis qui pouvaient nous le fournir en nombre, mais nous n'arrivions pas pour autant à suivre la demande.» Aujourd'hui, la société basée à Chermignon n'en vend plus. Elle attend la sortie de l'iPhone 2 qui devrait faire son apparition dans les prochaines semaines. Peut-être est-ce même ce modèle qui sera vendu en Suisse. Les restrictions d'Apple ne permettent plus à Nextway d'obtenir des iPhones en grande quantité. «Aux Etats-Unis, les gens ne peuvent acheter que deux modèles par personne et doivent les payer par carte de crédit pour qu'Apple puisse contrôler.» En outre, les téléphones doivent être activés via iTunes dans les trente jours après l'achat avec un forfait AT & T valable. Faute de quoi 1400 $ sont débités de la carte de crédit (ce qui correspond au montant du forfait minimum AT & T pour vingt-quatre mois).

Les accessoires se vendent par contre comme des petits pains. «Il n'est pas encore sorti en Suisse et pourtant nous avons déjà vendu des centaines de housses et d'écouteurs à des clients suisses.»

Si l'iPhone aujourd'hui sur le marché américain, anglais, allemand et français n'est pas parfait (lire ses défauts ci-contre), le marketing réalisé par la société de Steve Jobs est lui des plus remarquables!

Iphone. MAMIN

mercredi, 23 janvier 2008

Starbucks eröffnet eine Filiale nach der anderen

Starbucks eröffnet eine Filiale nach der anderen

Mitte Dezember hat Starbucks seine 14. und 15. Filiale in der Stadt Zürich eröffnet. Doch nicht nur die amerikanische Kaffeehauskette expandiert hierzulande kräftig: Auch McDonald's wird nächstes Jahr zum Kaffeebrauer.

Spätestens nächsten Sommer wird im McDonald's-Restaurant im Niederdorf ein so genanntes McCafé entstehen. Wie Starbucks setzt auch das Fastfood-Unternehmen darauf, den Kunden zusammen mit dem Kaffee ein Lebensgefühl zu vermitteln. Wie dies möglich ist, zeigt Starbucks Tag für Tag.

In den 37 Filialen, die seit 2001 in der Schweiz entstanden sind, wird zwar vorab Kaffee und Kuchen verkauft. Das sonst in der Schweiz übliche Kaffeeangebot von Café crème, Schale und Espresso hat Starbucks mit Produkten wie Frappuccino oder Iced Shaken Espresso jedoch stark ausgeweitet.

Doch die Kaffeegetränke alleine erklären den Erfolg der Cafékette noch nicht. Starbucks versteht es ausgezeichnet, seine Filialen weniger wie ein Café, dafür mehr wie eine Wohnstube aussehen zu lassen. Wichtigste Elemente dazu sind neben den Sofas das Rauchverbot, der kostenlose Internetzugang sowie der locker gehandhabte Konsumzwang.

Der «Third Place» stösst auf hohe Resonanz

Auch für Reto Zangerl, Mediensprecher von Starbucks Schweiz, gründet der Erfolg von Starbucks unter anderem in der Ambiance der Lokale. «Wir wollen den Kunden neben Wohnort und Arbeitsplatz einen Third Place zum Verweilen anbieten», sagte er. «Offensichtlich kommt dies bei den Schweizern gut an.» Das Potenzial von Starbucks hierzulande bezeichnet er als «riesig».

Allerdings, so schnell wie Starbucks gerne wachsen würde, kann dies die Kaffeekette gar nicht. Die Expansion in der Schweiz gestalte sich schwierig, weil kaum Liegenschaften an geeigneten Standorten zur Verfügung stehen, erklärte Zangerl. «Sobald sich aber eine Gelegenheit bietet, nutzen wir diese.»

Diese Schritt-für-Schritt-Expansion führe dazu, dass es beispielsweise in Rapperswil und in Aarau eine Starbucks-Filiale gibt, nicht aber im ungleich grösseren Winterthur. Die sechstgrösste Schweizer Stadt sei ein gutes Beispiel, wie schwierig die Suche nach guten Standorten sei, sagt Zangerl. «Wir finden dort derzeit einfach keine geeignete Liegenschaft.»

Kaffeelounges im Fastfood-Restaurant

Von den Schweizerinnen und Schweizer, die fleissige Kaffeetrinker sind und dies auch gerne ausser Haus tun, will auch McDonald's profitieren. Anfang nächsten Jahres wird in Vevey das ersten McCafé der Schweiz eröffnet, bis im Sommer soll ein solches auch im McDonald's-Restaurant im Zürcher Niederdorf dazukommen, wie Pressesprecherin Nicole Schöwel sagte.

Langfristig sieht das Unternehmen in der Schweiz Potenzial für rund 15 McCafés, die alle in ein bestehendes Restaurant integriert werden, aber über über eine eigene Verkaufstheke und speziell ausgebildetes Personal verfügen. Mit lounge-ähnlichen Sitzecken wolle man den Gästen einen Platz zum Verweilen anbieten, so Schöwel.

Doch nicht nur Starbucks und McCafé buhlen um die Gunst der Kaffeetrinker, auch der Valora-Konzern ist mit den Spettacolo-Cafébars am Expandieren. Derzeit gibt es in der Stadt Zürich sechs und schweizweit rund 30 der italienischen Bars nachempfundenen Lokalen. Gemäss Medienberichten soll die Zahl in den nächsten Jahren auf bis zu 50 anwachsen.

Finanzkraft ermöglicht Erfolg

Für Johanna Bartholdi, Geschäftsführerin des Schweizerischen Cafetier-Verbands, gibt es verschiedene Erklärungen für die wachsende Zahl von Cafébarketten. Insbesondere Starbucks profitiere vom starken Namen und vom Wiedererkennungseffekt.

Viel zum Erfolg trage auch die Finanzkraft der Ketten bei, welche es ermögliche, ganz anders zu kalkulieren als unabhängige Cafés. Erst dadurch sei es überhaupt möglich, Cafés an den guten und teuren Standorte zu betreiben.

An die neue Konkurrenz angepasst haben sich laut Bartholdi aber auch die konventionellen Cafés. «In den letzten Jahren ist bei diesen betreffend Qualität und Angebotsvielfalt viel Bewegung zu spüren.»

Weil die Cafés - wie alle Gastronomiebetriebe - in einem gesättigten Markt tätig seien, mache grundsätzlich jedes neue Lokal den bestehenden den Marktanteil streitig, so Bartholdi. Bezüglich Starbucks und McCafé sei dies aber weniger der Fall, da die beiden eine andere Zielgruppe ansprechen und auch neue Kundschaft zu Cafégängern mache.

Quelle: SDA/ATS

dimanche, 13 janvier 2008

Cablecom feilt am Image (International, NZZ Online)

Cablecom feilt am Image (International, NZZ Online)

Cablecom feilt am Image

Inseratekampagne soll erboste Fernsehkunden beruhigen



Die Kabelnetzbetreiberin Cablecom will verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. In ganzseitigen Zeitungsinseraten hat sie ihren Fernsehkunden versprochen, noch «auf Jahre hinaus» könnten sie ein breites Angebot an analogen Sendern empfangen. Hintergrund der teuren Imagekampagne: Wütende Kunden, die abgeschaltete Sender vermissen, und die Konkurrenz von Bluewin TV.

Von Christoph Stricker

Gute Vorsätze gehören zum Jahreswechsel wie Champagner und Feuerwerk. Wenn aber Firmen Vorsätze fassen und diese erst noch lautstark verkünden, hat das Seltenheitswert. Vorgemacht hat beides unmittelbar vor dem Jahreswechsel die Cablecom in ganzseitigen Zeitungsinseraten. In allen grösseren Deutschschweizer Tageszeitungen sowie in den Sonntagsmedien erschienen Inserate, in denen sich Konzern-Chef Rudolf Fischer an die «Geschätzten Fernsehzuschauer» wandte.


Cablecom krebst zurück

Unter dem Titel «Wir haben verstanden und lassen ihnen die Wahl» nahm Fischer Bezug auf die Abschaltung analoger TV-Sender, die zu massiven Protesten und Kündigungen von Verträgen bei Cablecom geführt hatten. «Wir haben aus ihren Reaktionen gelernt», schreibt Fischer selbstkritisch. Und das Unternehmen verspricht, es werde «weiterhin auf Jahre hinaus das gewohnte analoge Angebot ins Haus liefern».

Empörung bis ins Bundeshaus

Auf Anfrage von NZZ Online gestand Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer ein, die Kabelnetzbetreiberin sei nach den Abschaltungen von den heftigen Reaktionen ihrer Kunden überrascht worden. Das Unternehmen hatte nicht mit so starken Protesten gerechnet. Nicht nur die Kunden zeigten sich empört; der Verlust etlicher analoger TV-Sender wurde sogar zur Staatsaffäre: Medienminister Moritz Leuenberger schaltete sich ein und pfiff die Cablecom zurück. Das Unternehmen begründet die Abschaltungen damit, dass im Netz mehr Platz für das digitale Fernsehen der Zukunft geschaffen werden müsse.

Derzeit verbreitet Cablecom laut Nehmer in allen Regionen durchschnittlich rund 40 analoge TV-Sender. Was die Kabelnetzbetreiberin in ihren Inseraten unter «gewohntem Angebot» versteht, wollte der Firmensprecher nicht quantifizieren. Weniger dürfen es zumindest bis 2009 nicht sein, denn solange besteht eine Abmachung mit dem Preisüberwacher. Zudem legt die Verordnung zum Radio- und Fernsehgesetz eine Mindestzahl von je 25 analogen TV- und Radio-Sendern fest.

Kunden springen ab

Mit der Ankündigung, analoge Sender aus dem Programm zu kippen, hatte Cablecom der Swisscom-Konkurrentin Bluewin-TV kurz nach deren Start im November 2006 einen willkommenen Steilpass zugespielt. Tatsächlich wurde Bluewin TV damals von Anmeldungen überschwemmt, was zu langen Wartezeiten für Neukunden führte. Gleichzeitig verlor Cablecom Kunden. Das lasse sich aber nicht nur auf den Ärger wegen der Abschaltungen zurückführen, redet Nehmer die Kundenverluste schön. Mit Bluewin TV sei ja auch ein neues Angebot entstanden.

Allein im dritten Quartal 2007 kehrten 2100 TV-Kunden mit Analoganschluss Cablecom den Rücken, wie der Firmensprecher sagt. Zwischen von April bis Juni waren es 900 gewesen. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Im Frühjahr hatte Cablecom zahlreiche Sender vom Netz genommen. Gemessen an den 1,55 Mio. TV-Kunden von Cablecom ist die Kündigungsrate allerdings tief. Fürs digitale TV von Cablecom entschieden haben sich bisher gut 215'000 Kunden, wie Nehmer erklärt.

Bluewin TV hat Kosten unterschätzt

An Bluewin TV von Swisscom angeschlossen waren Ende September über 60'000 Haushalte. Die Wartezeit für eine Installation betrage derzeit zwei bis drei Wochen, sagt eine Firmen-Sprecherin. Die Swisscom kämpft beim digitalen Fernsehen via Telefonleitung noch immer mit zu hohen Kosten: Pro neuem Kunden gibt das Unternehmen rund 1300 Franken für Akquisition und Installation aus. Diesen Betrag will Swisscom halbieren und damit den Gewinn verbessern.


«Als Regulator machen wir den Wettbewerb erst möglich» (Startseite, NZZ Online)

«Als Regulator machen wir den Wettbewerb erst möglich» (Startseite, NZZ Online)

«Als Regulator machen wir den Wettbewerb erst möglich»

ComCom-Präsident Marc Furrer zur Lage des Schweizer Telekommarktes zehn Jahre nach der Liberalisierung


Am 1. Januar 1998 wurde der Schweizer Telekommarkt liberalisiert. Im Gespräch äussert sich der Präsident der Telekom-Regulierungsbehörde, der Eidgenössischen Kommunikationskommission (ComCom), zu den Erfolgen und Misserfolgen der Liberalisierung und zu künftigen Herausforderungen. Die Fragen stellten Matthias Benz und Giorgio V. Müller.

Herr Furrer, was war der grösste Fortschritt der vor zehn Jahren begonnenen Liberalisierung des schweizerischen Telekommarktes?

Marc Furrer: Wir gaben uns 1998 drei Ziele: Die Qualität der Telekomdienste sollte gut bleiben oder noch besser werden, die Preise sollten erheblich sinken – und das nicht nur für die Grosskunden, sondern auch für die Konsumenten –, und schliesslich sollte dies in der ganzen Schweiz geschehen, die Grundversorgung war also zu garantieren. Heute können wir feststellen, dass die Preise im Schnitt um mindestens 50% gefallen sind und die Schweiz eine der modernsten Telekom-Infrastrukturen hat. Unsere Grundversorgung verlangt einen breitbandigen Internetzugang, was sonst nirgendwo auf der Welt garantiert ist. Wir haben also die Ziele der Marktöffnung erreicht. Und insgesamt hat auch die Anzahl Arbeitsplätze in der Telekombranche leicht zugenommen. Die Angst, dass mit der Liberalisierung viele Stellen verloren gehen würden, war unbegründet.

Was war die grösste Enttäuschung?

Rückschläge gab es immer wieder. Ein ungelöstes Problem ist, dass nicht ein oder zwei andere grosse Telekomunternehmen neben der Swisscom entstanden sind. Die Marktanteile der Ex-Monopolistin sind nach wie vor hoch, je nach Gebiet zwischen 40% und 90%. Das kann man der Swisscom aber nicht anlasten, sie leistet gute Arbeit.

Ist nicht das langsame Tempo der Liberalisierung etwas ernüchternd? Die Swisscom steht im Ruf, möglichst viele Steine auf dem Weg der Marktöffnung zu placieren, damit diese verzögert wird.

Das machen alle Ex-Monopolisten. Natürlich ist dies frustrierend. Es war deshalb falsch, die Entbündelung der «letzten Meile», der Hausanschlüsse der Swisscom, nicht schon 1998 einzuführen. Wir hätten heute günstigere Breitbandangebote, auch von der Swisscom-Konkurrenz, wenn dies geschehen wäre. Ein anderer Grund für die Verzögerungen liegt im Schweizer Unikum der Ex-post-Regulierung: Der Regulator kann Netzzugangstarife erst im Nachhinein festlegen, oft nach jahrelangen Rechtsverfahren. Dabei sind heute alle Beteiligten der Überzeugung, dass eine Ex-ante-Regulierung die bessere Lösung wäre, weil sie eine grössere Rechtssicherheit brächte.

Ist eine Ex-post-Regulierung für eine schnelllebige und sich stark verändernde Branche nicht die geeignetere Form?

Vom Grundsatz her ist es richtig, dass man den Telekomanbietern den Primat des Verhandelns lässt. Doch es hat sich einfach nicht bewährt. Schlichtungen haben gar keine Chance, weil es um sehr viel Geld geht. Wir bemühen uns deshalb innerhalb unserer derzeitigen Entscheidpraxis, eine gewisse Rechtssicherheit zu schaffen. Dennoch fehlen den Unternehmen, die Geschäftspläne aufstellen müssen, verlässliche Angaben.

Ist es tatsächlich der Fall, dass alle Anbieter eine Ex-ante-Regulierung wünschen?

Diesen Eindruck habe ich mittlerweile, denn es wäre allen besser gedient. Doch das Gesetz sieht es anders, und so müssen wir damit leben.

Wäre es nicht an der Zeit, den Telekommarkt zehn Jahre nach der Liberalisierung wie einen «normalen» Markt zu behandeln und die Sektor-Regulierungsbehörde abzuschaffen?

Das Fernziel ist sicher, keine Sektor-Regulierung mehr zu haben. Ein Bundesamt für Kommunikation oder eine ComCom wird es allerdings immer brauchen, allein um die Grundversorgungskonzession zu überwachen oder die knappen Frequenzen zu verwalten. Leider sind wir vom Fernziel noch weit entfernt, denn heute bestehen mehr Zugangsprobleme als 1998. Die Preisfrage bei der Entbündelung der «letzten Meile» ist etwa noch nicht geregelt, auch viele technische Fragen sind noch offen. Als Regulierungsbehörde machen wir den Wettbewerb erst möglich, weil sonst der Ex-Monopolist den Konkurrenten kaum Zugang zum Markt gewährt oder nur zu schlechten Bedingungen.

Die Telekombranche entwickelt sich rasant in neue Gebiete. Können Sie sich vorstellen, dass Ihre Regulierungskompetenz in Zukunft auf Glasfasernetze ausgedehnt wird?

Fiber-to-the-home, also der Anschluss der Haushalte an Glasfasernetze, wird tatsächlich zum Thema, weil die Anbieter hier aller Voraussicht nach ebenfalls den Zugang teilen müssen. Daher wäre es wichtig, dass man im Voraus den Grosshandelspreis für diese Angebote festlegen könnte. Interessant ist, dass die Unternehmen selbst zu uns kommen und nach einer Regelung fragen, denn es entstehen neue technische Monopole. Die bestehende Entbündelungs-Gesetzgebung reicht dazu nicht aus, denn sie betrifft nur die Kupferkabel der Swisscom.

Im Bereich Glasfaser mischt der Staat bereits wieder mit, zum Beispiel beim Bau von Stadtnetzen, und Sie stellen nun eine staatliche Regulierung in Aussicht. Ist es nicht zu früh, um in diesem jungen Bereich schon regulierend einzugreifen?

Derzeit können und wollen wir nicht eingreifen. Das Bedürfnis nach einer Regulierung kommt von den Anbietern selbst. Ich bin aber nicht der Meinung, dass es überall eine Regulierung braucht. Im Vergleich mit den EU-Ländern kennt die Schweiz eher eine liberale Regulierung, die den Marktkräften zuerst eine Chance gibt. Aber wenn wieder Monopole entstehen – das können auch lokale sein –, müssen wir den anderen Anbietern Zugang verschaffen.

In welcher Form hat sich denn die liberalere Regulierung in der Schweiz ausgezahlt?

Bei den Breitband-Anschlüssen half sicher der Infrastrukturwettbewerb, vor allem die Konkurrenz zwischen der Swisscom und den Kabelfernseh-Anbietern. Die Schweiz hat eine gute Breitband-Erschliessung, doch zu einem relativ hohen Preis. Mit einer früheren Entbündelung hätte man auch Serviceanbietern ohne eigene Infrastruktur die Möglichkeit geben können, in diesen Wettbewerb einzusteigen. Es ist schade, dass dies nicht schon 1998 umgesetzt wurde.

Hätte nicht eine frühere Entbündelung viele Investitionen verhindert? Die Cablecom wäre vielleicht gar nicht in den Telekommarkt eingestiegen, und der Infrastrukturwettbewerb hätte sich nicht in diesem Ausmass entwickelt.

Ich teile diese Ansicht nicht. Die Cablecom musste davon ausgehen, dass sie in ihrem Kernbereich der Fernsehverbreitung einmal angegriffen wird. Sie musste ihr Infrastrukturangebot so oder so erweitern. Das Gleiche gilt für die Swisscom, wollte sie die wachsenden Bedürfnisse ihrer Kunden befriedigen. Aber ich stimme zu, dass man bei einer zukünftigen Regulierung der Glasfasernetze aufpassen muss, dass man Investoren nicht abschreckt.

Was 1998 verpasst wurde, war eine vollständige Privatisierung der Swisscom. Könnte man noch mehr Dynamik in den Telekommarkt bringen, indem diese Privatisierung bald nachgeholt würde?

Grundsätzlich hat sich die ComCom für eine Privatisierung der Swisscom ausgesprochen. Aber es wäre falsch zu glauben, dass sich für die Konsumenten viel ändern würde, wenn die Swisscom zu 100% Privaten gehören würde. Das Verhalten eines Unternehmens hängt eher mit seiner Marktposition zusammen, mit der Struktur des Marktes insgesamt, und weniger mit dem Eigentümer. Für die Konsumenten war die Öffnung des Telekommarktes viel entscheidender. Ich glaube zudem, dass eine Privatisierung in einer Volksabstimmung momentan keine Chance hätte, selbst wenn das Parlament ihr zustimmen würde.

In der Politik und der Bevölkerung herrscht die Angst, dass nur eine staatliche Swisscom den Service public gewährleisten kann. Man telefoniert heute aber beispielsweise mit mehreren Anbietern problemlos in der ganzen Schweiz mit dem Handy. Halten Sie das Grundversorgungs-Argument noch für stichhaltig?

Die Grundversorgung ist eine sehr wichtige Errungenschaft, die in der Schweiz zu Recht hochgehalten wird. Wir garantieren die beste Grundversorgung der Welt. Aber die Swisscom ist dazu per Konzession verpflichtet, ganz unabhängig davon, ob sie dem Bund oder einem privaten Eigentümer gehört. Die Grundversorgung ist deshalb das falsche Argument, um den Staatsbesitz der Swisscom zu rechtfertigen. Die Ängste der Bevölkerung diesbezüglich sind unbegründet.

Im Mobilfunk sind die Preise in den vergangenen zehn Jahren markant gesunken. Herrscht trotzdem zu wenig Wettbewerb im Mobilfunkmarkt?

Im Mobilfunk gibt es systembedingt wenige Anbieter, weil der Aufbau eines Mobilfunknetzes in der Schweiz sehr teuer ist. Das liegt auch daran, dass wir im Vergleich mit dem Ausland zehnmal höhere umweltrechtliche Vorschriften haben. Zudem gibt es in den Gemeinden sehr viele Einsprachen gegen den Bau von Mobilfunkantennen, was den Aufbau eines Netzes erschwert und verteuert.

Wäre die Vergabe einer weiteren Mobilfunkkonzession also keine Lösung, um den Wettbewerb zu verschärfen?

Wenn sich ein Unternehmen interessiert, stehen wir niemandem vor dem Glück. Wir hätten sogar die nötigen Frequenzen für eine weitere Konzession. Das Problem liegt einfach darin, dass der Schweizer Markt zwar ein guter Markt ist – die Leute sind bereit, etwas zu bezahlen, sie telefonieren viel –, aber es ist eben kein grosser Markt. Und die hohen Infrastrukturkosten für ein eigenes Netz schrecken neue Anbieter ab.

Was muss sichergestellt werden, damit die Schweiz auch in zehn Jahren noch einen innovativen und wettbewerbsfähigen Telekommarkt hat?

Das Wichtigste ist, dass man allen Anbietern den Marktzugang zu fairen Bedingungen ermöglicht und dass dank dem Wettbewerb Anreize für Innovationen und Investitionen bestehen. Dies sicherzustellen, ist unsere Kernaufgabe als Regulator. Der Grundsatz gilt für alle Technologien, sowohl für die Fest- und Mobilfunknetze als künftig auch für die Glasfasernetze.

samedi, 12 janvier 2008

24 Heures - Detail Vaud - TÉLÉPHONIE MOBILE - Tele2 met le paquet sur le canton de Vaud

24 Heures - Detail Vaud - TÉLÉPHONIE MOBILE - Tele2 met le paquet sur le canton de Vaud

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Tele2 met le paquet sur le canton de Vaud

TÉLÉPHONIE MOBILE

00h10 L'opérateur low cost veut construire plus de 60 antennes, dont une majorité hors de Lausanne.

JEAN-MARC CORSET 12 Janvier 2008 00h10

La téléphonie mobile vit une nouvelle poussée de fièvre. Les compagnies low cost, qui bataillent sur l'offre de base à l'exemple de Migros, Coop ou dernièrement Aldi , sont toujours plus agressives face aux trois opérateurs «historiques», dont la stratégie est d'offrir des prestations de plus en plus sophistiquées, comme la TV. Parmi ces concurrents, Tele2 ne se contente pas d'offrir des services. Elle est en train d'étendre rapidement son propre réseau, en construisant de nombreuses antennes. Contrairement à ce que la société suédoise laissait entendre, elles ne seront pas seulement implantées dans les agglomérations. Tele2 planche sur plus de 60 projets d'antennes GSM dans le canton, dont les deux tiers situés hors de Lausanne. L'une d'elles, actuellement mise à l'enquête, devrait se nicher à l'intérieur de la cheminée de l'entreprise Cornaz, à Allaman, à côté du nouvel outlet Ikea. Suivant la même procédure, une autre est prévue à Orbe. Justifiant la discrétion de son entreprise au nom de la concurrence, Christian Bärlocher, directeur marketing de Tele2, ne veut pas dévoiler le nombre ni les sites prévus pour les futures installations.

Tele2 affirme couvrir déjà «plus de 99% de la population suisse» avec son réseau mobile. Hors des villes alémaniques, où la société possède déjà son infrastructure, ses clients profitent des antennes de Sunrise, selon un accord de roaming. Selon la même pratique qu'à l'étranger avec les compagnies du pays visité, les utilisateurs ne s'aperçoivent de rien lors de leurs communications téléphoniques.

L'opérateur, qui doit investir dans son réseau suisse en contrepartie de la concession obtenue de Berne, y trouve des avantages. Grâce à ses antennes, il peut adapter l'offre en fonction des coûts des équipements et de ses prévisions de croissance. Un spécialiste interprète ainsi sa volonté de s'implanter dans certaines régions de l'arrière pays comme à Orbe par une volonté de cibler une clientèle plus intéressée à un abaissement des tarifs du service téléphonique de base que par les gadgets high-tech.
La société suédoise ne compte toutefois pas couvrir tout le territoire: «cela n'aurait pas de sens», remarque Christian Bärlocher. Rien que pour l'autoroute Lausanne-Genève, il faut une quinzaine d'antennes. Encore marginal dans le mobile, Tele2 compte cependant secouer ce marché, comme est secoué celui de la téléphonie fixe.

jeudi, 10 janvier 2008

TF1, son univers pitoyable

TF1, son univers pitoyable
Livre.
Cinq journalistes maison racontent anonymement les dessous de la Une.

RAPHAËL GARRIGOS et ISABELLE ROBERTS

QUOTIDIEN : mercredi 9 janvier 2008


Le titre - Madame, monsieur, bonsoir - est bateau ; le pseudo - Patrick Le Bel - balourd ; la déclaration d’intention - «Il ne s’agit pas de mettre le feu à la maison, juste de provoquer un bon électrochoc» - un peu maladroite, mais on ne s’arrêtera pas à ça. Ce livre sur les coulisses de la rédaction de TF1 écrit anonymement par cinq de ses journalistes (1) est brutal. De la brutalité du monde du travail, même quand le travail est surpayé. L’observateur des médias n’y trouvera pas de scoops, mais le quotidien des journalistes de la chaîne en béton : bassesses, hypocrisie, terreur sourde.

Hier, à TF1, pas de commentaire. Mais en interne, on s’agite, même si quasiment personne n’a lu le livre. La blague du jour dans la rédaction : lancer à son collègue «Tu ne m’as pas dédicacé ton bouquin». La direction est bien décidée à retrouver les coupables. Pour protéger les auteurs qui refusent même de s’exprimer par téléphone, l’éditeur a réécrit, gommé les tics de langage. Mais le témoignage, dont le Parisien a publié hier des extraits et que Libération s’est procuré, est précieux : «C’est nous qui faisons la soupe, tous les jours, à 13 heures et à 20 heures», écrivent les journalistes.

Travailler pour TF1

L’info à la chaîne, les sujets montés à la six-quatre-deux, les reportages orientés… C’est le quotidien des journalistes de TF1. Après une manif étudiante, il faut aller vite : «Monte-moi 25 minutes de bordel, commande un journaliste à son monteur, on mettra ensuite deux témoins.» Et la manie du micro-trottoir : «Trois pour, trois contre, ça suffira merci.» En 2002, après la présidentielle où TF1 a été accusée d’avoir emmené Jean-Marie Le Pen au second tour, Robert Namias, directeur de l’information, organise un séminaire de la rédaction. Un cahier de doléances a été ouvert : «Souffrance, colère, lassitude : "infantilisation, caporalisme, cadences infernales, pertes de sens", tout y passe… Peu à peu, les journalistes se lèvent […], donnent chair aux accusations.» Les témoignages fusent : «On passe d’un reportage en banlieue à un autre sur la sécheresse dans les Deux-Sèvres», «Je ne reconnais plus la rédaction. Lorsque j’entre dans le parking, j’ai mal au ventre», «J’ai un peu honte en ce moment de dire que je travaille à TF1». Seule conséquence du séminaire: l’adjoint de Namias est remplacé.

PPDA

C’est le principal accusé : dilettante, paresseux comme une couleuvre, autoritaire, jaloux du bel Harry Roselmack, le voilà habillé pour quelques hivers. «Irascible. Chacun dans la rédaction s’attache à prévenir ses colères ; on les craint. Destructrices, blessantes.» A un jeune journaliste qui estime que son sujet mérite mieux que quelques images commentées en voix off, PPDA assène: «Considère qu’un off dans mon journal est déjà un immense privilège.» Un PPDA doté d’un baobab dans la main : «Il n’écrit que très peu son journal et se contente souvent de corriger ceux qui l’ont fait pour lui.»

Jean-Pierre Pernaut

A côté, le présentateur du 13 heures s’en tire bien : «Un beauf de droite décomplexé.» Qui «essaiera toujours d’arranger nos affaires avec la direction». Du moment qu’on ne lui enlève pas ses dadas : «Les fonctionnaires sont payés à ne rien foutre.» Parfois, ça se voit. Comme lors des grèves de novembre 2007, où il est déchaîné. Au point que le nouveau patron de TF1, Nonce Paolini, le convoque pour un remontage de bretelles. Le lendemain, Pernaut reproche à ses journalistes de ne pas l’avoir soutenu: «Personne ne me défend. Je vous pisse tous à la raie.»

Claire Chazal

Cruel, le portrait de Claire Chazal : «Une Marie-Antoinette : la vraie simplicité des gens bien nés, qui, malgré eux, vous renvoie à votre piètre condition.» Et passionnée par son métier avec ça : «Tandis que les chefs d’info lui transmettent le menu de son journal, Claire est ailleurs, dans la contemplation de ses mains, dont le soin est une obsession.»

Robert Namias

C’est l’architecte de l’info sur la Une. Lui qui, dans l’émission 7 à 8, coupe une interview du frère de Rachida Dati : «Vous n’allez pas me gâcher ma rentrée», explique Namias. «Sacré Bob.» Et sa sacrée maxime: «Ce qui ne passe pas sur TF1 n’existe pas.» Commentaire des auteurs : «Il fait ce qu’on lui demande de faire, comme nous, c’est le secret de sa longévité.»

Télé Sarko

Au soir du 6 mai 2007, l’ambiance au siège de TF1 est à l’euphorie. Si Namias a donné le mot d’ordre («Aucune mine réjouie ou défaite avant 20 heures»), «dans les salons réservés aux VIP, le champagne coule à flots […] On fête bien l’élection de Nicolas. Sans ambiguïté ni gêne aucune.» Seul couac, une coupe apparaît fugacement à l’antenne. Au côté d’Etienne Mougeotte, trottine un jeune stagiaire : le fils de Bernard Arnault. Ce soir-là, Sarkozy n’est pas là; mais à TF1, il est chez lui. Les auteurs rectifient: «Chez son meilleur ami. Martin [Bouygues, ndlr], rarement là, lui laisse les clés en toute confiance.» Ainsi, en août 2006, Sarkozy passe un savon au journaliste qui a laissé passer un reportage sur les sans-papiers de Cachan peu à son goût: «C’est une honte d’avoir laissé passer ce sujet, s’emporte le futur Président. Vous ne savez pas faire votre boulot.» Plus tard, reçu à la fin d’un JT de 20 heures, Nicolas Sarkozy se verra gratifier d’un mot gentil par l’épouse de Patrick Le Lay: «On est tous avec vous!»

(1) Editions du Panama, 15 euros. En vente jeudi.

mercredi, 9 janvier 2008

Sunrise will die Swisscom aufsplitten

Sunrise will die Swisscom aufsplitten

Netze und Dienste müssten bei der Swisscom getrennt werden. Das fordert Sunrise-Chef Christoph Brand. Bereits wollen Politiker Sunrise Schützenhilfe leisten. Auch die Bundesräte Doris Leuthard und Moritz Leuenberger sollen eingespannt werden. Die Swisscom wehrt sich.
Michael Kuhn


Handelszeitung

08.01.2008

Aus dem Sunrise-Tower in Zürich-Oerlikon wird scharf geschossen. Verbal. Ziel ist der helvetische Branchenprimus Swisscom. Der vom Milliardenkonzern «immer wieder beschworene Infrastrukturwettbewerb zwischen Telefon- und Kabelnetz ist eine Illusion», sagt Christoph Brand. «Die Marktdominanz und das sehr hohe Preisniveau besonders im Festnetzumfeld sollten Schweizer Politikern zu denken geben.» Deshalb fordert Brand: «Trennung von Netz und Diensten der Swisscom.»

Damit würde die Swisscom gezwungen, ihre Festnetzinfrastruktur – Kanäle und Kabel im Boden – in eine separate Einheit oder eine Tochtergesellschaft auszulagern. Diese soll künftig den Unterhalt und den Ausbau des Netzes sicherstellen und allen Marktteilnehmern zu gleichen Kosten zur Verfügung stellen. «So müsste die Swisscom endlich transparent machen, zu welchen Preisen sie selbst auf die Infrastruktur zurückgreift. Das würde einen fairen Wettbewerb ermöglichen.»

Geheimplan oder Plan B

«Weil Sunrise nicht investieren will, möchte sie unser Unternehmen enteignen», wehrt sich Swisscom-Chef Carsten Schloter. Er könne «nur hoffen, dass nicht zu viele auf diese Bemühungen hereinfallen». Die Manager, die heute bei Sunrise für eine Trennung plädieren, «haben noch vor wenigen Jahren bei der Regulierung die gegenteilige Meinung vertreten, als sie an der Spitze der Swisscom waren. Sie sind nicht glaubwürdig.» Gemeint sind neben Christoph Brand als ehemaliger Swisscom-Chefstratege auch Jens Alder, früherer Swisscom-CEO und heutiger Chef der Sunrise-Mutter TDC.

Diese tragen zusammen mit dem ebenfalls ehemaligen Swisscom-Mann und heutigen Sunrise-Strategen Floris Alders die Verantwortung für den aggressiven Sunrise-Stil. Das es dabei nicht bei markigen Worten bleibt, hat das Unternehmen mit mehreren Klagen gegen Swisscom bewiesen.

Auch mit der Forderung nach einer «funktionalen Trennung», wie diese Form der Aufsplittung nach Diensten und Netz im Fachjargon heisst, macht Sunrise ernst. Bereits fanden zwischen Lobbyisten der Sunrise und einflussreichen Politikern aus National- und Ständerat sowie der Bundesverwaltung erste Gespräche statt. Sunrise-intern wie auch von Seiten der Swisscom heisst es, mehrere Ratsmitglieder würden sich für die Idee einer Aufteilung der Swisscom «erwärmen». Der Tenor: Vor allem bürgerliche Politiker sind unzufrieden mit dem aktuellen Kurs der Swisscom. Sie wollen eine rasche Beschleunigung des Wettbewerbs.

Das ist Wasser auf die Mühlen von Sunrise. Sie plant, die Lobbyarbeit in den nächsten Wochen und Monaten massiv zu intensivieren. So will Christoph Brand die Bundesräte Doris Leuthard und Moritz Leuenberger für sei- ne Pläne ebenso gewinnen wie gewichtige Bundesinstanzen. Dazu gehören neben dem Bundesamt für Kommunikation (Bakom) die Kommunikationskommission (ComCom), die Wettbewerbskommission (Weko) wie auch der Preisüberwacher. Die Absicht: «Der Bund als Mehrheitsaktionär könnte den Willen des Parlaments nach mehr Wettbewerb elegant umsetzen und der Swisscom die funktionale Trennung als Ziel vorgeben», sagt Brand. Dies wäre ein eigentliches Husarenstück.

Wahrscheinlicher ist jedoch Plan B: Der Weg über das Parlament. Eine günstige Gelegenheit bietet sich in Bälde: Noch vor Mitte 2008 will Finanzmister Hans-Rudolf Merz einen Bericht zum künftigen Eignerverhältnis des Bundes an der Swisscom im Parlament vorstellen. In die anschliessenden Debatten werden mit Sicherheit auch weitere Begehrlichkeiten und Vorschläge eingemischt.

Das wäre ein optimales Umfeld für Sunrise, Unterstützung für die funktionale Trennung von Netz und Diensten bei der Swisscom zu gewinnen. Und ein Albtraum für Carsten Schloter. «Hier werden zwei Dinge vermischt, nämlich eine mögliche Privatisierung und die langfristige Überlegung, wie man die richtigen Infrastrukturanreize für die Schweiz schafft. Das ist gefährlich», warnt der Swisscom-Chef.

Auch die EU macht Druck

Gefährlich oder nicht, die Diskussion um die Struktur der Swisscom dürfte bald in den nationalen Parlamenten lanciert werden. Und nicht nur dort: Bereits Ende 2007 hat die EU-Kommission unter der Leitung der zuständigen Kommissarin Viviane Reding gefordert, dominante Anbieter nach Netz und Diensten aufzuteilen. Ein Thema, das heuer konkretisiert werden dürfte und in der Schweiz für weiteren Zündstoff sorgen wird.

Sehen Sie dazu auch unser Online Dossier unter www.handelszeitung.ch/swisscom

mardi, 8 janvier 2008

Cablecom feilt am Image

Cablecom feilt am Image

Inseratekampagne soll erboste Fernsehkunden beruhigen

Die Kabelnetzbetreiberin Cablecom will verlorenes Vertrauen zurückgewinnen. In ganzseitigen Zeitungsinseraten hat sie ihren Fernsehkunden versprochen, noch «auf Jahre hinaus» könnten sie ein breites Angebot an analogen Sendern empfangen. Hintergrund der teuren Imagekampagne: Wütende Kunden, die abgeschaltete Sender vermissen, und die Konkurrenz von Bluewin TV.

Von Christoph Stricker


Gute Vorsätze gehören zum Jahreswechsel wie Champagner und Feuerwerk. Wenn aber Firmen Vorsätze fassen und diese erst noch lautstark verkünden, hat das Seltenheitswert. Vorgemacht hat beides unmittelbar vor dem Jahreswechsel die Cablecom in ganzseitigen Zeitungsinseraten. In allen grösseren Deutschschweizer Tageszeitungen sowie in den Sonntagsmedien erschienen Inserate, in denen sich Konzern-Chef Rudolf Fischer an die «Geschätzten Fernsehzuschauer» wandte.




Cablecom krebst zurück
Unter dem Titel «Wir haben verstanden und lassen ihnen die Wahl» nahm Fischer Bezug auf die Abschaltung analoger TV-Sender, die zu massiven Protesten und Kündigungen von Verträgen bei Cablecom geführt hatten. «Wir haben aus ihren Reaktionen gelernt», schreibt Fischer selbstkritisch. Und das Unternehmen verspricht, es werde «weiterhin auf Jahre hinaus das gewohnte analoge Angebot ins Haus liefern».

Empörung bis ins Bundeshaus
Auf Anfrage von NZZ Online gestand Cablecom-Sprecher Hans-Peter Nehmer ein, die Kabelnetzbetreiberin sei nach den Abschaltungen von den heftigen Reaktionen ihrer Kunden überrascht worden. Das Unternehmen hatte nicht mit so starken Protesten gerechnet. Nicht nur die Kunden zeigten sich empört; der Verlust etlicher analoger TV-Sender wurde sogar zur Staatsaffäre: Medienminister Moritz Leuenberger schaltete sich ein und pfiff die Cablecom zurück. Das Unternehmen begründet die Abschaltungen damit, dass im Netz mehr Platz für das digitale Fernsehen der Zukunft geschaffen werden müsse.

Derzeit verbreitet Cablecom laut Nehmer in allen Regionen durchschnittlich rund 40 analoge TV-Sender. Was die Kabelnetzbetreiberin in ihren Inseraten unter «gewohntem Angebot» versteht, wollte der Firmensprecher nicht quantifizieren. Weniger dürfen es zumindest bis 2009 nicht sein, denn solange besteht eine Abmachung mit dem Preisüberwacher. Zudem legt die Verordnung zum Radio- und Fernsehgesetz eine Mindestzahl von je 25 analogen TV- und Radio-Sendern fest.

Kunden springen ab
Mit der Ankündigung, analoge Sender aus dem Programm zu kippen, hatte Cablecom der Swisscom-Konkurrentin Bluewin-TV kurz nach deren Start im November 2006 einen willkommenen Steilpass zugespielt. Tatsächlich wurde Bluewin TV damals von Anmeldungen überschwemmt, was zu langen Wartezeiten für Neukunden führte. Gleichzeitig verlor Cablecom Kunden. Das lasse sich aber nicht nur auf den Ärger wegen der Abschaltungen zurückführen, redet Nehmer die Kundenverluste schön. Mit Bluewin TV sei ja auch ein neues Angebot entstanden.

Allein im dritten Quartal 2007 kehrten 2100 TV-Kunden mit Analoganschluss Cablecom den Rücken, wie der Firmensprecher sagt. Zwischen von April bis Juni waren es 900 gewesen. Neuere Zahlen liegen nicht vor. Im Frühjahr hatte Cablecom zahlreiche Sender vom Netz genommen. Gemessen an den 1,55 Mio. TV-Kunden von Cablecom ist die Kündigungsrate allerdings tief. Fürs digitale TV von Cablecom entschieden haben sich bisher gut 215'000 Kunden, wie Nehmer erklärt.

Bluewin TV hat Kosten unterschätzt
An Bluewin TV von Swisscom angeschlossen waren Ende September über 60'000 Haushalte. Die Wartezeit für eine Installation betrage derzeit zwei bis drei Wochen, sagt eine Firmen-Sprecherin. Die Swisscom kämpft beim digitalen Fernsehen via Telefonleitung noch immer mit zu hohen Kosten: Pro neuem Kunden gibt das Unternehmen rund 1300 Franken für Akquisition und Installation aus. Diesen Betrag will Swisscom halbieren und damit den Gewinn verbessern.