jeudi, 1 mai 2008

Rezeptfreie Hustenpillen als Teenager-Trenddroge

Rezeptfreie Hustenpillen als Teenager-Trenddroge

Teenager haben Bexin als Droge entdeckt. Die Hustentabletten sind rezeptfrei erhältlich.


Hustenpillen als Partydroge: In den USA rezeptpflichtig, weil es schon tote Jugendliche gab.
Bexin wird von Jugendlichen immer häufiger eingenommen – vor allem als Party­droge. Das Medikament, das eigentlich gegen Husten helfen soll, hat bei übermässigem Konsum eine berauschende Wirkung. «Die Anfragen zum Wirkstoff haben deutlich zugenommen», sagte Hugo Kupferschmidt, Direktor des Schweizerischen Toxikologischen Informationszentrums zum «SonntagsBlick». Sorgen bereitet dem Fachmann der Inhaltsstoff Dextromethorphan. Er sei wie Heroin ein Morphinabkömmling. Kupferschmidt: «Eine Überdosis kann zu Unruhe, Halluzinationen und Verwirrung führen, sehr hohe Dosen zu Bewusstlosigkeit, epileptischen An­fällen und Atemstillstand.»

In den USA forderte Dex­tromethorphan mehrere Todesopfer und wurde deshalb unter Rezeptpflicht gestellt. Nicht so in der Schweiz: Das Interesse der breiten Bevöl­kerung, die das Medikament schnell und ohne Arztbesuch gegen Husten einsetzen möchte, sei schwerer zu gewichten, als ein paar Missbrauchsfälle, begründet Joachim Gross, Sprecher von Swissmedic.

Apotheken stellen ebenfalls eine Zunahme der Nachfrage nach Bexin fest. Wie einfach es für Jugendliche ist, an die 7.50 Franken teure Arznei zu gelangen, ist unklar. «Wir sind sehr vorsichtig, suchen das Gespräch und geben im Zweifelsfall das Medikament nicht heraus», sagt Monika Roth von der Bahnhofsapotheke Zürich.

nm

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